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Warum auch Hans Küng die Kirche nicht retten kann Eine Analyse seiner Irrtümer von Mynarek, Hubertus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2012
  • Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
eBook (ePUB)
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Warum auch Hans Küng die Kirche nicht retten kann

Hans Küng gilt vielen progressiven Katholiken als Identifikationsfigur und aufrechter Kämpfer für eine menschlichere Kirche. In seinem Buch 'Ist die Kirche noch zu retten?' gibt sich Küng als Arzt und Heiler seiner Kirche, der ihre schweren Krankheiten diagnostiziert und der in seinen Augen Todkranken die wirksamsten Therapien verschreibt. Doch Küngs Therapievorschläge sind zu halbherzig. Sie sind weit entfernt von einer Radikaloperation, durch die die Kirche vielleicht noch gerettet werden könnte. Diese profilierte Meinung vertritt Hubertus Mynarek engagiert im vorliegenden Buch. An fünf Grundirrtümern Küngs macht er die Unwirksamkeit seines Rettungsversuchs deutlich. Das kenntnisreiche und glänzend geschriebene Buch aus der Hand des kritischen Theologen Mynarek wird so zur vielleicht besten Kritik an dem vielfach überschätzten 'Reformer' der katholischen Kirche. Hubertus Mynarek war Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Er hatte eine glänzende Zukunft auch in der Hierarchie der katholischen Kirche vor sich. Es bedeutete einen peinlichen Skandal für die katholische Kirche, als er 1972 als erster Universitätsprofessor der Theologie im 20. Jahrhundert aus Gewissensgründen aus der katholischen Kirche austrat. Mynarek ist Autor von etwa vierzig Werken zu einer breiten Palette weltanschaulicher, philosophischer, theologischer, ökologischer und kultureller Themen. Seine wichtigsten kirchenkritischen Publikationen sind 'Herren und Knechte der Kirche', 'Religiös ohne Gott?', 'Kirche ohne Tabu', 'Die Neue Inquisition', 'Der polnische Papst', 'Papst-Entzauberung' (über Benedikt XVI.), 'Eros und Klerus' und 'Casanovas in Schwarz'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 15.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783828855991
    Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
    Größe: 352 kBytes
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Warum auch Hans Küng die Kirche nicht retten kann

Teil II / Küngs Irrtümer bezüglich der Rettung der Kirche. Eine Analyse

Irrtum I - Küngs Kirche Jesu Christi

Küng möchte die römisch-katholische Kirche reformieren, indem er sie wieder zur "Kirche Jesu Christi" macht. "Im Zentrum dieses Kirchenverständnisses steht nicht ein Papst, sondern Jesus Christus und sein Evangelium, nach welchem sich auch die Ämter in der Kirche unbedingt zu richten haben." 23 Kirche "soll ihre katholische Identität immer wieder neu begründen im Glauben an Jesus Christus, den einen Herrn der Kirche". 24 "Kirche ist, kurz definiert, Gemeinschaft der an Christus Glaubenden ... Ihre ganze Glaubwürdigkeit hängt also an der Treue zu Jesus Christus. Insofern ist keine der heutigen Kirchen - auch nicht die katholische - automatisch und in jeder Hinsicht mit der Kirche Jesu Christi identisch. Das ist eine Kirche nur, insofern sie Jesus Christus in Wort und Tat die Treue hält." 25 Kirche ist "'Leib Christi' und Gemeinschaft des Geistes weltweit und vor Ort." 26 Daher soll auch "die römische Kurie zwar nicht zerstört, aber nach dem Evangelium reformiert" werden. 27

Aufgrund dieser fünf Zitate sieht man bereits, dass, wie schon im I. Teil dieses Buches behauptet, Küng in Wirklichkeit kirchlich-katholisch und keineswegs ideologisch und theologisch von Ratzinger-Benedikt weit entfernt ist, der in seinen Jesus-Büchern sich ja auch alle Mühe gibt, Jesus als den Christus und Gründer der Kirche aufzuzeigen. Im Gegensatz zu beiden Theologen ist zu sagen: Jesus, wenn er denn wirklich gelebt hat, war Jude, blieb Jude und hat nie vorgehabt, eine christliche Kirche zu gründen. Die Frage, ob es diesen Jesus wirklich gegeben, ob er wirklich gelebt hat, können wir hier außer Acht lassen. Sie ist bis heute wissenschaftlich nicht endgültig entschieden. Aber wenn er gelebt hat, war er Jude und hat er nicht an ein Christentum und schon gar nicht an die Stiftung einer christlichen oder katholischen Kirche gedacht. Daran hinderte ihn nicht nur seine tiefe, innere Zugehörigkeit zur jüdischen Religion, sondern auch der Umstand, dass er fest an die sehr bald hereinbrechende Gottesherrschaft auf Erden glaubte, dass sein Leben ganz im Zeichen dieser Naherwartung stand. Wie sollte er da an die Gründung einer neuen Religion oder gar an eine Organisation wie die katholische Kirche denken?

Küngs "Kirche Jesu Christi" hängt also in der Luft, sie hat keinen real-historischen Ursprungs- und Herkunftsort, weil sie sich auf den jüdischen Jesus legitimerweise nicht berufen kann. Diese Küngsche (und eben auch Ratzingersche) Kirche enthält noch einen zweiten Fehler, denn vom jüdischen Jesus wissen wir nicht, ob er sich als Christus, als Messias empfand. Wenn ja, dann eben nur als den Messias und Retter des jüdischen Volkes, nicht als Retter der ganzen Welt oder auch nur anderer Völker. Nirgendwo bei den Juden war "ein Messias als Gott gedacht wie in der späteren Dogmatik der Christen. Auch der von den Juden erwartete Retter, der ebenfalls als Messias bezeichnet wurde, war als Mensch gedacht. Sicherlich hat auch Jesus selbst mit seinen Glaubensbrüdern den Messias erwartet." 28

Die ursprüngliche Botschaft Jesu vom nahen Gottesreich war ebenfalls jüdisch. Sie war kein originelles Sondergut innerhalb der jüdischen Religion. Auch andere Juden verkündeten sie. "Wichtig aber ist, dass Jesus, wenn er das Reich Gottes verkündet, nicht sich selbst verkündet. In den älteren Schichten der Evangelien erscheint Jesus als frommer Jude, der an den einzigen Gott glaubt und zum Glauben an diesen aufgerufen hat, aber nicht zum Glauben an seine eigene Person." 29

Mit so einem Juden Jesus und seiner Art von Predigt konnte das Christentum jedoch nichts anfangen. Es wäre dann nichts als eine V

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