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Weisheit von Mazzinghi, Luca (eBook)

  • Verlag: Kohlhammer
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Weisheit

Erstmals führt der vorliegende Kommentar alle Aspekte zusammen, die für die Interpretation dieser Spätschrift des Alten Testaments relevant sind: Textkritik, philologische und literarische Analyse; der zweifache historische Kontext mit der Verbindung zur griechisch-hellenistischen Umwelt einerseits und zur biblischen Tradition andererseits; schließlich die - sehr innovative - Theologie des Buchs der Weisheit. Aspekte der Rezeptionsgeschichte und hermeneutische Fragen runden die Kommentierung ab. Prof. Dr. Luca Mazzinghi lehrt Exegese des Alten Testaments an der Pontificia Università Gregoriana, Rom.

Produktinformationen

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Weisheit

Einleitung 1

Ein einzigartiges Buch

Das Buch der Weisheit wurde auf Griechisch verfasst und bietet neuartige Züge, die es im Vergleich zu anderen Texten seiner Zeit zu einem einzigartigen Werk machen. Es wurde gegen Ende des 1. Jh.s v. Chr. von einem Juden in Alexandria erstellt, der mit seiner tiefen Kenntnis der Bibel Treue zu den Überlieferungen Israels verband. Das Buch bildet von seiner Entstehungssituation her eine wichtige Berührungsstelle der biblischen Welt mit der weitverzweigten Welt des Hellenismus.

Das Buch erweist sich auch als inhaltlich neuartig: Die starke eschatologische Perspektive, die mit der Ankündigung des künftigen Schicksals der Gerechten und der Gottlosen beginnt (Weish 1-6), ist mit einer Betrachtung der Vergangenheit Israels verbunden, der sich der Schlussteil zuwendet (Weish 10-19), wo die Eschatologie mit der Geschichte mittels der Rolle des Kosmos verknüpft ist. In der Mitte des Buches steht der Lobpreis der Weisheit, der Vermittlerin zwischen Gott und Mensch (Weish 7-9).

Titel des Buches

Das Buch wird in den griechischen Handschriften als Sigma SigmaSigma (S ), oder als Sigma Sigma (Bc) oder SigmaSigma (A) bezeichnet; 2 in den Kodizes der Vetus Latina lautet der Titel Liber Sapientiae Salomonis oder manchmal Sapientia Salomonis , oder einfach Liber Sapientiae. Das Buch ist in die lateinische Übersetzung der Vulgata und von ihr her in die modernen Übersetzungen als "Buch der Weisheit" eingegangen. Da der Verfasser sich im Mittelteil des Buches (Weish 7-9) mit dem König Salomo zu identifizieren scheint - wenn auch diese Identifikation nie ausdrücklich geschieht -, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er selber seinen eigenen Text "Weisheit Salomos" benannt hat. Dies entspricht einem in der Antike nicht seltenen und in der jüdischen Tradition häufigen Brauch, Salomo einen Großteil der Weisheitsschriften zuzuschreiben: Sprichwörter, Kohelet, das Hohelied. Schon seit der Zeit der Kirchenväter war jedoch klar, dass die Zuschreibung an Salomo pseudepigraphisch war: Diese Auffassung äußern bereits neben anderen Origenes, Augustinus und Hieronymus. 3
Text und Übersetzungen 4

Griechischer Text

Den griechischen Text des Buches der Weisheit überliefern die drei bedeutendsten Unzialkodizes, die nach Joseph Ziegler den bestmöglichen Text enthalten, in gutem Zustand: der Vaticanus (B), der Sinaiticus (S) und der Alexandrinus (A); die übrigen Unzialhandschriften (insbesondere die Kodizes V und C) und die verschiedenen Minuskeln haben geringere Bedeutung. Vom Buch der Weisheit sind auch einige Papyrusfragmente erhalten. Die patristischen Zitate und die Florilegien sind gelegentlich für die Textkritik interessant. 5 Die von Ziegler erstellte Edition hat den größten Teil der Probleme des Textes geklärt, so dass er einer der am besten verständlichen Texte des Alten Testaments darstellt. 6

Vetus Latina und Vulgata

Die bedeutendste der alten Übersetzungen ist die Vetus Latina . Sie entstand in Nordafrika wahrscheinlich gegen Ende des 2. Jh.s n. Chr. und ging etwa im 5. Jh. in die Vulgata ein. 7 Hieronymus übersetzte nämlich das Buch der Weisheit nicht, da er es nicht für kanonisch hielt. 8 Die lateinische Übersetzung ist wenigstens zwei Jahrhunderte älter als die älteste erhaltene Handschrift (B) und erweist sich für die Rekonstruktion besonders schwieriger Textstellen als sehr nützlich. Wahrscheinlich übersetzte die Vetus Latina einen griechischen Text, der von dem der großen Unzialen verschieden ist, ziemlich ähnlich dem Text von S (vgl. z.B. die in 2,9a erhaltene Lesart nullum pratum, die wahrscheinlich die ursprüngliche ist). 9 Die anderen alten Übersetzungen, die Peshitta , die verschiedenen koptischen Übersetzungen, die armenische, arabische und äthio

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