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Welt ohne Gott? Eine kritische Analyse des Naturalismus von Widenmeyer, Markus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
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Welt ohne Gott?

Der Naturalismus gilt heute als die moderne, wissenschaftliche Weltsicht und vielerorts als Denkstandard. Ihm zufolge ließe sich das Universum aus sich selbst heraus erklären - Gott wäre überflüssig. Dazu müsste sich aber die Ordnung des Universums aus Unordnung sowie Bewusstsein und Geist aus geistlosen Prozessen ableiten lassen. In diesem Buch weist der Autor nach, dass diese Sichtweise letztlich irrational ist, da sie unterschwellig an eine gleichsam magische, fast unbegrenzte Schöpferkraft blinder, toter Materie appelliert. Zudem hat diese Weltsicht schwerwiegende Konsequenzen, weil hier eine objektive Moral, die Freiheit, Würde und Wahrheitsfähigkeit des Menschen hinfällig werden. Wahrheit und Moral werden damit letztlich zum Gegenstand politischer Deutungshoheit. Dr. Markus Widenmeyer ist Jahrgang 1973, hat Chemie und Philosophie in Stuttgart studiert. Er promovierte 2001 an der TU München in Anorganischer Chemie und hat einen zusätzlichen Magisterabschluss in Philosophie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775172820
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 3572 kBytes
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Welt ohne Gott?

Modernes Denken

Das Wort "modern" klingt für die meisten Menschen positiv. Sie sind mehr oder weniger stark bestrebt, "modern" zu leben und zu denken. Eine wesentliche Bedeutung des Wortes "modern" ist "der herrschenden Denk- und Lebensweise entsprechend". Wahrscheinlich waren die Menschen in diesem Sinne schon immer mehrheitlich modern. Es gibt hier aber eine recht problematische Seite: Moderne Menschen glauben mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und Unbeirrbarkeit an die jeweils vorherrschenden Sichtweisen über die Welt und über das, was gerade als richtig und falsch gelten soll - ohne es meist wirklich geprüft zu haben. Nicht selten sind sie dabei über abweichende Sichtweisen empört, weil sie es als lächerlich, übelwollend oder gefährlich ansehen, andere als die allgemein vertretenen Meinungen zu haben oder zu äußern. Es kann so weit gehen, dass diejenigen, die die herrschenden Ansichten in Frage stellen, von ihren Zeitgenossen diffamiert, unterdrückt oder gar getötet werden. Der griechische Philosoph Sokrates wurde in der vermutlich frühesten Demokratie der Menschheitsgeschichte von einem Volksgericht zum Tod durch Vergiften verurteilt. Er hinterfragte Überzeugungen, mit denen sich seine Zeitgenossen offensichtlich stark identifizierten, während sie aber nicht willens oder in der Lage waren, sie argumentativ zu reflektieren.

Solche typisch menschlichen Haltungen haben Ursachen, die weitgehend unabhängig von unserer Intelligenz sind und oft unbewusst wirken. Eine Ursache ist, dass wir Menschen uns gewöhnlich sehr stark nach der Sichtweise einflussreicher und angesehener Vorbilder, einem herrschenden Trend oder der (vermuteten) Mehrheitsmeinung ausrichten. Ein solches Verhalten wird oft als "Herdentrieb" oder "Schwarmverhalten" bezeichnet und ist zum Beispiel an den Finanzmärkten gut erforscht. Neben einer gewissen Schwarmintelligenz gibt es dabei bekanntermaßen unzählige (und teure) Fälle kollektiven Irrtums. Eine andere Ursache ist, dass wir bei dem, was wir für wahr oder falsch halten, uns oft von unseren Wünschen und Gefühlen leiten lassen. Wir halten etwas für wahr, weil es uns angenehm erscheint, oder für falsch, weil es uns unangenehm erscheint. In der Regel versuchen wir nachträglich eine Begründung für eine gern gehegte Überzeugung zu finden. Man nennt dies "Rationalisierung". Ähnlich wie bei Suchtkranken tun wir uns manchmal recht schwer, liebgewordene Denk- und Lebenskonzepte aufzugeben, selbst wenn gegen sie, objektiv betrachtet, sehr gewichtige Gründe im Raum stehen sollten. Die Philosophin Barbara Zehnpfennig formulierte dies in Bezug auf den Fall Sokrates so: 1

"Der Widerstand, der Sokrates entgegenschlug, ist der Widerstand gegen die Aufgabe der eigenen Prämissen. Da es sich in der Regel um Prämissen handelt, auf denen Lebensgebäude errichtet sind, wird die Vehemenz des Widerstands deutlich."

Nun ist die Ansicht, dass die Menschen zu früheren Zeiten in vielen Dingen unaufgeklärt, unvernünftig und einseitig beeinflusst gewesen seien, gerade heute fast Gemeingut. Entsprechend häufig zu hören ist die Rede vom angeblich "finsteren Mittelalter". Und von Zeitgenossen, die sich in ihrer Denk- und Lebensweise nicht dem herrschenden Zeitgeist anpassen, sagt man heute gerne, sie seien "noch nicht in der Moderne angekommen" - oder gar Schlimmeres. Das sind typische Kontraindikatoren. Die Berufung auf Prädikate wie "modern" oder "zeitgemäß" ist eher ein Indiz dafür, dass bei der Bildung einer Überzeugung die Kraft der Argumente wohl nicht die entscheidende Rolle gespielt hat. Wir Menschen neigen schnell dazu, das als Standard anzuerkennen, was wir als die aktuell vorherrschende Meinung wahrnehmen. Und diese Meinung wird, wenn überhaupt, meistens nur intuitiv und nicht gründlich argumentativ geprüft. Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman nannte es so, dass wir häufig zu sogenannten "kognitiven Verzerrungen

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