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Buddhismus verstehen Geschichte und Ideenwelt einer ungewöhnlichen Religion von Schmidt-Leukel, Perry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.05.2017
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Buddhismus verstehen

"Über den Buddhismus gibt es viele Klischees - ich möchte einige geraderücken." (Perry Schmidt-Leukel) Buddhismus ist kein Accessoire für einen spirituell weichgespülten Lebensstil, sondern eine echte Religion. Diese hoch gerühmte Einführung stellt ihre Geschichte und ihre Lehren in einzigartig klarer Weise vor. Aus den Quellen gearbeitet räumt sie mit manchem Missvertändnis auf und zeigt: Auch ohne den Buddhismus romantisch zu verklären, bietet er doch eine Fülle an metaphysischen, ethischen und geistlichen Einsichten, die auch den Westen bereichern können. Entstehung und Ideenwelt einer Weltreligion in neuem Licht Lebendig in der Darstellung, verlässlich im Urteil Von einem herausragenden, international anerkannten Autor Perry Schmidt-Leukel ist Professor für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Universität Münster und Vorstand des dortigen 'Seminars für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie'. Verfasser und Herausgeber zahlreicher Werke zur Fundamentaltheologie, zur Theologie der Religionen und zum interreligiösen Dialog. 2015 hielt er als erster Deutscher seit fünfundzwanzig Jahren die international renommierten Gifford Lectures.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 22.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641193935
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Originaltitel: Understanding Buddhism
    Größe: 4205 kBytes
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Buddhismus verstehen

EINFÜHRUNG

"Glauben verstehen", "Buddhismus verstehen" - ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie? Was würde es bedeuten, den Buddhismus zu verstehen? Müsste man dazu ein Buddhist sein (oder werden)? Und von welcher Art Buddhismus sprechen wir eigentlich? Gibt es nicht viel zu viele unterschiedliche Arten von Buddhismus? Ist er nicht eine extrem vielgestaltige Religion, die in Thailand oder Sri Lanka ganz anders aussieht als etwa in Japan, Korea oder Tibet - ganz zu schweigen von Europa oder Amerika? Ist diese Vielfalt nicht viel zu groß, als dass man sie "verstehen" könnte? Und ist der Buddhismus heute nicht ganz anders, als er es zu Anfang vor ungefähr 2500 Jahren war? Wie viel müssen wir über die Geschichte dieser facettenreichen Religion wissen, um sagen zu können, dass wir zu einem gewissen Verständnis gelangt sind?

Solche Fragen sind völlig berechtigt, und es ist wichtig, sich ihnen von Anfang an zu stellen, um sich unmissverständlich darüber im Klaren zu sein, dass wir niemals so etwas wie ein allumfassendes Verständnis des Buddhismus erreichen können (auch nicht die fachkundigsten Experten). Außerdem sollten wir uns dessen bewusst sein, dass der Buddhismus (und in einem ähnlichen Sinn jede Religion) aus zwei grundlegenden Komponenten besteht. Zum einen sind dies die Buddhisten: die wirklichen, konkreten Menschen. Sie lebten und leben unter dem Einfluss und mit der Inspiration der zweiten Komponente, der buddhistischen Tradition. Wilfred Cantwell Smith (1916-2000) betonte, dass das, was wir gewöhnlich als "eine Religion" bezeichnen, im Wesentlichen aus diesen beiden Elementen besteht: der " kumulativen Tradition " und dem " persönlichen Glauben " all jener, die in der jeweiligen Tradition leben (siehe Smith, 1978). Der Begriff "Tradition" umfasst hier die Schriften, Lehren, Glaubenssätze, Philosophien, Regeln, Vorschriften, Institutionen, Gebäude, Rituale, Gesänge, Gebete, Gewohnheiten, Kunstwerke usw. - also alles, was man als Gegenstand der Geschichte beobachten und untersuchen kann. Demgegenüber bezeichnet "Glaube" das, was die Tradition den einzelnen Personen jeweils bedeutet, oder besser noch: was ihnen das Leben selbst im Licht der jeweiligen Tradition bedeutet. Durch ihren persönlichen, existenziellen Glauben stellen Menschen eine Beziehung zwischen sich und dem her, was sie als Realität wahrnehmen und was sie als letzte, transzendente Wirklichkeit akzeptieren. Glaube und Tradition sind wechselseitig voneinander abhängig. Der Glaube drückt sich in einer konkreten religiösen Tradition aus. Deswegen verändert und transformiert sich die Tradition ständig, mit jeder neuen Generation, die in diese Tradition eintritt, und mit jeder neuen Umgebung, in die die Tradition vordringt. Ohne den Glauben würde die Tradition sterben. Umgekehrt prägt und nährt die Tradition jedoch auch den Glauben. Ohne die Inspiration einer lebendigen Tradition wäre der Glaube von seinen wichtigsten Ressourcen abgeschnitten: den Erfahrungen und Gedanken ganzer Generationen von Menschen, die in der Tradition aufbewahrt und verdichtet wurden und die deshalb dazu dienen können, andere Menschen mit derselben letzten Wirklichkeit in Kontakt zu bringen, auf die jene früheren Generationen ihr Leben ausgerichtet haben.

Das, woraus eine religiöse Tradition besteht, lässt sich unmittelbar beobachten und studieren. Glaube hingegen kann auf diese Weise nicht untersucht werden. Und doch ist es unerlässlich, den Glauben zu verstehen, wenn wir die entsprechende Tradition verstehen wollen. Denn andernfalls verfehlen wir das eigentliche Herz der Tradition. Wir müssen verstehen, was die Tradition den wirklichen Menschen, die ihr folgen, bedeutete und immer noch bedeutet. Es geht also darum, Menschen zu verstehen. Aber um die Menschen zu verstehen, müssen wir sie so verstehen, wie sie sich selber verstehen. Andernfalls haben wir nicht sie verstanden. Heißt das, dass wir ihren

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