text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Geschichte des Islam von Krämer, Gudrun (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2017
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Geschichte des Islam

Übersichtlich und anschaulich Klar, anschaulich und mit Blick für das Wesentliche erzählt Gudrun Krämer die Geschichte des Islam von Muhammad bis zur Gegenwart. Sie verknüpft dabei auf meisterhafte Weise die Entwicklung der Religion mit der Geschichte von Politik, Recht, Gesellschaft und Kultur. Jenseits von romantischen Orientbildern oder Vorstellungen von finsteren Gotteskriegern bietet das Buch so einen neuen, unverbrauchten Blick auf den Islam. Gudrun Krämer ist Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 07.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423432061
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1983 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Geschichte des Islam

Arabien um 600

Um 600 war die Arabische Halbinsel allenfalls Peripherie bedeutender Kulturzentren im Norden, Osten und Südwesten, wo die beherrschenden Mächte ihrer Zeit, Byzanz und die Sassaniden, um Einfluß und Kontrolle stritten. Von den Sandwüsten und Wüstensteppen Zentral- und Westarabiens, die nur in den Oasen eine intensivere Siedlung und Kultivierung zuließen, sind allerdings die Randzonen zu unterscheiden: im Norden der Grenzstreifen zu Syrien und Mesopotamien (Irak), im Osten Oman und die Küste des Persischen Golfs (damals als Bahrain bekannt), im Südwesten Asir, Jemen und Hadramaut. Altsüdarabien, das "Glückliche Arabien" (Arabia felix) der Antike, war dank des Monsunregens oder ausreichenden Grundwassers in Teilen fruchtbar, früh und dauerhaft besiedelt und mit Hilfe komplizierter Bewässerungstechniken landwirtschaftlich intensiv genutzt. Es war die Stätte alter Hochkulturen mit eigener Schrift, anspruchsvoller Architektur und einem differenzierten religiösen Leben. Seinen Reichtum verdankte es nicht zuletzt dem Fernhandel: Die Weihrauchstraße, eine der bedeutendsten Handelsrouten der Alten Welt, die zumindest indirekt auch an die Seidenstraße angebunden war, hatte in der Antike vor allem dem Handel mit Luxusgütern gedient. Als zwischen dem 1 . Jahrhundert vor und dem 1 . Jahrhundert n. Chr. der Rhythmus der Monsunwinde entdeckt wurde, verlagerte sich der Fernhandel zunehmend auf die See und erweiterte sich dabei zugleich um Massengüter. Er umfaßte so neben Weihrauch und Myrrhe, die in Südarabien (Dhofar und Hadramaut) selbst gewonnen wurden, vor allem Gewürze, Pfeffer, Seide und andere wertvolle Stoffe, Porzellan, Edelhölzer, Edelsteine und Sklaven. Aus Ostafrika, Indien, Südostasien und sogar China wurden sie entweder an den Mittelmeerhafen Gaza oder nach Gerrha am Persischen Golf verbracht und von dort weiter nach Ägypten, Mesopotamien, Griechenland, Rom und Byzanz geleitet; in die Gegenrichtung gingen vor allem Textilien, Metalle, Wein, Öl und Getreide. Der Zerfall des Römischen Reiches und seine Christianisierung ließen im 4 . Jahrhundert die Nachfrage nach Weihrauch zurückgehen; um 600 hatte die Weihrauchstraße ihre frühere Bedeutung längst eingebüßt.

Das sagenumwobene Königreich von Saba war um 250 n. Chr. im Königreich von Himyar aufgegangen. Dort breitete sich im 4 . Jahrhundert das Christentum aus, bis 523 König Yusuf (in den arabischen Quellen Dhu Nuwas, "der Gelockte"), der sich zum Judentum bekannte, mit der Verfolgung der Christen begann, die er wohl als Agenten der christlichen Mächte Äthiopien (Aksum) und Byzanz verstand. Sie forderte vor allem in der Oasenstadt Najran zahlreiche Opfer. Unterstützt von einer kleinen byzantinischen Flotte, besetzten 525 die Äthiopier den Jemen. Das war das Ende des Königreiches von Saba und Himyar. Der äthiopische Statthalter Abraha machte sich bald selbständig und unternahm in den 550 er Jahren verschiedene Vorstöße nach Zentral- und Westarabien, wobei er mit Kriegselefanten bis in die Nähe Mekkas gelangt sein soll. (Das "Jahr des Elefanten" wurde später fälschlich auf 570 datiert, das vermutliche Geburtsjahr Muhammads.) Von einheimischen Gegnern der Äthiopier ermuntert, marschierten 575 die Sassaniden im Jemen ein. Wenig später brach erneut und dieses Mal für alle Zeit der berühmte Staudamm von Marib.

Auch das syrisch-mesopotamische Grenzland war seit alters in die regionalen Großreiche eingebunden, die sich beinahe unablässig bekriegten. Das Reich der arabischen Nabatäer mit der Hauptstadt Petra und der Stadtstaat Palmyra waren um 600 längst untergegangen. An ihrer Stelle standen arabische Stammesgebilde, die Byzanz und den Sassaniden als Grenzschutz und Puffer dienten. Sie hatten zu Beginn des 7/

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen