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Hathor und Re I Mythen und Magie im Alten Ägypten von Eilenstein, Harry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Hathor und Re I

Das alte Ägypten ist auch noch heute eine faszinierende Kultur - die Pyramiden, die Hieroglyphen, die Pharaonen, die blühende Niloase inmitten der Sahara ... Fast tausend Jahre lang war Ägypten das einzige Königreich auf der Erde, während es ringsum nur einige kleine Stadtstaaten gab. Aber das Alte Ägypten ist nicht nur von historischem Interesse, die ägyptische Religion beschreibt Erlebnisse, die auch noch heute jeder Mensch haben kann wie z.B. die Astralreise, bei der man mit seiner Seele seinen materiellen Körper verläßt und ihn unter sich liegen sieht. Dieses Schweben wurde im Alten Ägypten durch viele Bilder dargestellt - z.B. durch den Horusfalken, der über der Mumie schwebt. Eine solche Astralreise durch den Priester ist auch das Kernstück des ägyptischen Bestattungsrituals, bei dem der Priester die Seele des Verstorbenen zurück in seine Mumie oder Statue holt, damit sie weiterhin ihren Nachkommen mit Rat und Hilfe beisteht. Die ägyptische Religion zeigt auch, wie ein Volk kollektiv in der Geborgenheit der Muttergöttin Hathor ruhen bleibt und trotzdem die Eigenständigkeit erlangt, die der Sonnen- und Königsgott Re darstellt - sowohl ein Vorbild für die Loslösung jedes einzelnen Kindes von den Eltern ohne dabei den Halt in der Familie zu verlieren als auch eine Anregung dafür, wie wir unsere heutige Kultur heilen können, die an der Einsamkeit und dem Mangel an Geborgenheit der Menschen leidet ... Osiris, die Gottheit, mit der sich jeder Ägypter und jede Ägypterin nach ihrem Tod identifizierte, ist das Ideal der Ägypter auch während ihres Leben: auf die Muttergöttin vertrauen, in der eigenen Mitte ruhen und die "Gottheit im eigenen Herzen" kennen, in Besonnenheit und Stärke und in Harmonie leben - und ohne Furcht vor dem Tod.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 08.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738679236
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 8356 kBytes
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Hathor und Re I

I A Der Ursprung

I A 1. Nun

Nach der Vorstellung der Ägypter gab es zu der Zeit, als diese Welt noch nicht entstanden war, nur ein unendliches, leeres, finsteres Wasser: das Urmeer Nun. Meist wird es einfach als das Urelement Wasser, manchmal aber auch personifiziert als der Gott Nun dargestellt. Er hat eine rein menschliche Gestalt und trägt manchmal zwei hohe Federn als Krone. Meistens trägt er jedoch gar kein Kennzeichen. Sein Name leitet sich von der Verdoppelung des Wortes "nu", das "Wasser" bedeutet, ab; "nunu" wurde dann zu "Nun" verkürzt - die Verdoppelung ist in vielen alten Sprachen eine häufige Form der Betonung, der Substantivierung von Verben und Adjektiven und generell des Erhebens der Wortbedeutung auf eine höhere Ebene.

Dieses Urwasser, das die Ägypter ursprünglich wohl weder als weiblich noch als männlich aufgefaßt haben, wurde von ihnen in vier Aspekte gegliedert und in der Gestalt von vier Götterpaaren dargestellt: die Achtheit des Anfangs. Im Laufe der Entwicklung sind zwei dieser Gottheiten, Nun und Amun, zu Stellvertretern der gesamten Achtheit geworden.

Die vier Götter dieser Achtheit haben die Gestalt von Fröschen und die vier Göttinnen in der Regel die Gestalt von Schlangen, da man glaubte, daß diese Tierarten ohne Zeugung aus dem Schlamm geboren würden. Manchmal werden auch die vier Urgötter als ein Stier und die vier Urgöttinnen als eine Kuh aufgefaßt, wobei dann diese "Urkuh" mit den Göttinnen Hathor und Nut so gut wie identisch ist. Diese Darstellungsweise erklärt sich daraus, daß das Rind für die Ägypter das Sinnbild der Fruchtbarkeit und der Zeugungskraft war, durch die die Welt erschaffen wurde.

In diesem Urwasser, das sowohl räumlich als auch zeitlich keinen Anfang und kein Ende hat, war die Welt vor ihrer Schöpfung als Möglichkeit verborgen. Nachdem sie Realität wurde, erhob sich die Erde aus dem Nun und wurde von ihm umgeben. Auch der Himmel war ein Teil des Urmeeres, aus dem auch der Nil, das Grundwasser, der Regen und der Nebel stammen.

Der Ursprung dieser Vorstellung ist zumindest dreifach:

1. Die älteste Wurzel ist die Erinnerung an die Zeit im Fruchtwasser im Bauch der eigenen Mutter, die man durch Meditationen und ähnliche Methoden wieder erlangen kann, sowie das Erlebnis, daß alle Wesen aus dem Wasser kommen: die Säugetiere aus dem Fruchtwasser, die Reptilien und die Vögel aus dem Ei, und die Amphibien und die Fische aus den Flüssen und dem Meer.

2. Die zweitälteste Wurzel ist die weltweit verbreitete Vorstellung, daß die Unterwelt im "Tiefen Wasser" liegt, in der dann die Ahnen und die Götter leben. Diese Vorstellung ist dann später auf den Himmel übertragen worden, wodurch der Himmel zum Himmelsmeer wurde.

3. Die drittälteste Wurzel dieses Bildes stammt aus dem Beginn des Ackerbaus und beruht auf dem jedes Jahr wiederkehrenden Erlebnis des Auftauchens des fruchtbaren Ackerlandes aus der Nilflut.

Da die Muttergöttin, die alle Lebewesen gebiert, eben eine Göttin ist, die Wasser des Jenseits auch als Göttin aufgefaßt wurden und auch die Nilflut eher von Göttinnen als von Göttern verursacht wurde, kann man das Urmeer als ein Bild der Göttin auffassen, auch wenn der Gott Nun männlich ist. Die Göttin (Nut, Hathor) als das Große Wasser ist das deutlich ältere Bild.

Die folgende

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