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Islam, Frauen und Europa Islamischer Feminismus und Gender Jihad - neue Wege für Musliminnen in Europa

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Islam, Frauen und Europa

Die Debatte über 'islamischen Feminismus' und 'Gender Jihad' gewinnt im europäischen, in den letzten Jahren besonders auch im deutschsprachigen Raum an Intensität und handlungsbezogener Relevanz. Im Kontext des westlichen Feminismus und westlicher feministischer Theologie wird der interkulturelle bzw. interreligiöse Dialog, vor allem auch im Prozess politischer Entscheidungsfindung, immer wichtiger. Die Beiträge dieses Bandes geben einen umfassenden Einblick in diesen Diskurs mit folgenden thematischen Schwerpunkten: Weibliche Koranexegese und Texthermeneutik - Islamischer Feminismus und die Diskussion über soziale und politische Handlungsstrategien - Frauenrechte als Menschenrechte und die Situation der Musliminnen mit und ohne Migrationshintergrund - Formen, Aufgaben und Problem-/Konfliktzonen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs.

Prof. Dr. Dr. Ina Wunn, Universität Hannover. Prof. Dr. Mualla Selçuk, Universität Ankara.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 270
    Erscheinungsdatum: 31.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170264076
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 4095 kBytes
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Islam, Frauen und Europa

Theologische Grundlagen

Reflexion über die theologischen Prämissen der Methoden feministischer Koraninterpretation

Bertram Schmitz
Vorbemerkung

Für die Koraninterpretation steht grundsätzlich eine Vielzahl von Ansätzen und Möglichkeiten zur Verfügung. Die feministische Exegese verwendet einige von ihnen, denen gerade durch die feministischen Perspektive eine spezifische Bedeutung zukommt. Diese Möglichkeit der Methoden unterscheidet sich zum Teil deutlich von denen, die etwa im Christentum für die Bibel oder speziell für das Neue Testament verwendet werden. Dies liegt vor allem daran, dass die jeweilige Textgrundlage einen völlig anderen Stellenwert hat: Geht es im Christentum darum, das Christusereignis anhand des Zeugnisses des Neuen Testaments auszulegen, zu verstehen und zu vermitteln, so bildet demgegenüber im Islam der Koran selbst das Eigentliche, das es auszulegen gilt. Der Unterschied von Personalreligion (Christentum) und Buchreligion (Islam) wird in diesem Gebiet der Auslegung besonders deutlich. Deshalb wird der christliche Leser in den folgenden Ausführungen mit anderen Fragestellung en konfrontiert, als er oder sie es bislang gewohnt ist. Für muslimische Lesende hingegen dürften die Fragen und Themen nahe liegend sein, auch wenn so lch eine reflektierend erwägende Zusammenstellung aus der Außenperspektive eher fremd erscheinen mag. Es wird vor allem darum gehen, welche impliziten Denkvoraussetzungen und welches Grundverständnis des Korans den jeweiligen Auslegungsmethoden zugrunde liegen und welche Bedeutung diesen für die feministische Exegese zukommt. Da es vor allem um diese Grundlagen geht, wurde auf direkte Zitate aus der feministischen Koranexegese verzichtet.

Soll der Koran in seiner Ganzheit verstanden werden, wird jede zusätzliche Perspektive, die ihn grundsätzlich achtet, seinem universalen Anspruch weitere Tiefe verleihen. Im Folgenden wird es bei den einzelnen Beispielen weniger um den Auslegungsinhalt gehen. Vielmehr steht eine Reflexion über mögliche Auslegungsmethoden selbst im Vordergrund und die Frage, was sie für die feministische Koranauslegung in Theorie und Praxis bedeuten können. Eine Wertung dieser Methoden findet dabei nicht statt. Es liegt in diesem Fall an der religionswissenschaftlich betrachtenden Perspektive, dabei einzelne Methoden nebeneinander zu stellen.

Über das sachliche Interesse des Religi onswissenschaftlers hinausgehend liegt meine eigene Motivation zu diesem Thema zum einen darin, dass ich während meiner Dozententätigkeit in einem Ausbildungsprojekt für Islamlehrer in Osnabrück (2004-2006) den Bereich feministischer Theologien in anderen Religionen ins Gespräch brachte und daraufhin von Studentinnen zum Islam befragt wurde. Zum anderen sehe ich in der feministischen Auslegung einen notwendig ergänzenden Teil der Koranauslegung und frage mich selbst dabei: Was passiert bei dieser Art von Auslegung, wie verändert sich die Bedeutung des Korantexts und wie wird diese Auslegungsweise von Musliminnen begründet? Zum dritten schließlich sehe ich in der Beschäftigung mit diesem Bereich eine Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen, zwischen Männern und Frauen, Muslimen und Nichtmuslimen, Religionswissenschaftlern und religiösen Auslegern.
Prämissen möglicher Methoden der Koranauslegung

Jeder religiösen Schrift werden Auslegungsweisen zugeordnet, die sie mit Schriften anderer Religionen teilt, und solche, die nur bei ihr allein Sinn machen. Dabei kann zunächst die Grundlage festgelegt werden, die die Schrift - religiös gesehen - bildet, die ausgelegt werden soll. Beim Koran wird in der religiösen Auslegung davon ausgegangen, dass der Koran insgesamt und in seiner vorliegenden Form von Gott offenbartes Wort darstellt. Sollte hingegen der Koran als von einem Menschen verfasste Schrift an gesehen werden, würden sich die religiösen Auslegungsmethoden deutlich verändern. Dies gilt berei

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