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Islam Einheit und Vielfalt einer Weltreligion

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Islam

Im vorliegenden Band führen ausgewiesene Fachleute in alle wichtigen islamkundlichen Themenfelder ein: Die Anfänge: Muhammad, Hadit, Koran; Systematik: Theologie, Philosophie, Ethik und Bildung, Recht; Frömmigkeit: Ritus, Sufismus, Ordenswesen, Volksreligion, Schia; Kultur: Historiographie, Literatur, Kunst und Architektur, Wissenschaften; Herausforderungen der Moderne: Politik und Menschenrechte, Wirtschaft und Globalisierung, Frauen, Reformismus und Islamismus, Dialog mit Nichtmuslimen. Die Stärke dieser Einführung, die auch als Nachschlagewerk zu nutzen ist, liegt in der engen Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart: Alle Themen werden systematisch und historisch wie in ihrer Gegenwartsbedeutung in den Blick genommen. Dieser Brückenschlag ermöglicht ein vertieftes Verstehen aktueller Debatten nicht nur für Studierende der Islamwissenschaft und benachbarter Fächer, sondern auch für interessierte Laien.

PD Dr. Rainer Brunner ist Directeur de recherche am Centre national de la recherche scientifique, Paris.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 667
    Erscheinungsdatum: 10.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170304987
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 7822 kBytes
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Islam

Anmerkungen zur Geschichte der Islamwissenschaft

Sabine Mangold-Will
1 Einleitung

1933 machte sich die Empörung, aber auch der leise Triumph August Fischers, des Leipziger Ordinarius für orientalische Philologie, Luft:

"Seit etwas drei Dezennien gibt es, abgezweigt vom großen Baume der morgenländischen Studien, eine neue orientalistische Sonderdisziplin, die sich 'Islamkunde', 'Islamwissenschaft', 'Islamistik' o.ä. nennt. Besonders in Deutschland ist viel von ihr die Rede, ja hier ist sie, bestrahlt von der Gunst eines mächtigen Staatssekretärs und nachmaligen Ministers, C. H. Becker's, zur ausgesprochenen Modewissenschaft geworden. (...). Moden wollen sich ausleben; ihre Bekämpfung steigert oft nur ihre Ausdehnung und ihre Hartnäckigkeit. Es wäre aber auch ganz unbillig, wenn man die Islamwissenschaft als eine Modeverirrung bekämpfen wollte. Das ist sie beileibe nicht, sie ist vielmehr an sich eine durchaus existenzberechtigte und gesunde wissenschaftliche Disziplin. (...) Ich behaupte also, daß es schon immer Islamkundler gegeben hat." 1

Neue Disziplinen, so lautet eine Binsenweisheit der Wissenschaftsgeschichte, haben es immer schwer; aber so vehement wie Fischer hat nur selten ein "eingefleisch(er)ter" 2 orientalistischer Philologe seine Aversionen gegen jene Disziplin formuliert, deren Geschichte es hier zu umreißen gilt. Dabei erinnert Fischers Bezeichnung als "Modewissenschaft" - auch wenn er sie nicht so verstand - daran, dass jede Wissenschaft zu jeder Zeit den ihr je eigenen sozialen, kulturellen, politischen und psychologischen Bedingungen ausgesetzt ist und darauf reagiert. Für die vorliegende Skizze einer Geschichte der europäischen Islamkunde bedeutet dies, sich fernzuhalten von einer Metaerzählung, die essenzialistisch (und gar moralisierend) mit einem einzigen Erklärungsmuster für die Entwicklung der Islamkunde seit dem späten 19. Jahrhundert auskommt, die ihre Geschichte auf den Orientalismus-Vorwurf reduziert und Islamwissenschaftlern kollektiv und durchgehend unverändert das Motiv einer Abwertung, ja Kolonialisierung, der islamischen Welt unterstellt, bis endlich muslimische Forscher, vor allem aber "fortschrittliche" Islamwissenschaftler seit den späten 60er und 70er Jahren mit dieser Tradition brachen. 3
2 Zum Forschungsstand

Ein Handbuchbeitrag ist nicht der Ort, umfassend den Stand der Forschung zu referieren, zumal, wenn es sich darum handelt, ein Desiderat zu benennen: Denn eine eigene, auf "Forschungsarbeit im Detail" 4 beruhende Studie zur Islamkunde, zumal zur Islamkunde als gesamteuropäischer (und nordamerikanischer) Erscheinung, die zudem das gesamte 20. Jahrhundert im Blick hat, fehlt. 5 Allenfalls für die Geschichte der deutschen Islamwissenschaft, die immer wieder mit der Geschichte der Islamwissenschaft gleichgesetzt wird, lässt sich von einer dichteren Forschungsliteratur sprechen 6 . Ausgerechnet die Zwischenkriegszeit, mithin also die Ära der von Fischer behaupteten Blütezeit der Islamkunde, sowie die Jahre des Nationalsozialismus wurden bisher aber kaum beachtet. 7 Die fehlenden transnationalen Vergleichsstudien machen es zudem schwierig, genau zu benennen, inwiefern es sich bei der deutschen Islamkunde um eine spezifisch nationale Erscheinung handelte, die in ihrer besonderen thematischen und methodischen Ausprägung einem speziellen deutschen Bedürfnis nach Orientierung in der Moderne an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entsprach.

Auch die vorliegende Skizze wird angesichts dieser Forschungssituation wieder die deutsche Islamkunde in den Mittelpunkt stellen und schwerpunktmäßig auf die Etablierungsphase der Disziplin eingehen. Im Detail bereitet das einleitende Zitat Fischers darauf vor, dass ein Blick auf die Entwicklung der Islamkunde sich nicht allein um die Kennzeichnung des "artlich und gru

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