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Anders beten Impulse von Madeleine Delbrêl von Nürnberg, Rosemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.05.2016
  • Verlag: Verlag Neue Stadt
eBook (ePUB)
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Anders beten

Beten - ja, aber wie und wann? Madeleine Delbrêl (1904-1964), die "Mystikerin der Straße", wusste um die Probleme, zumal für vielbeschäftigte Menschen. Wir können nicht mehr beten wie früher. Und doch ist sie überzeugt: "Gott hätte sich wohl nicht die Mühe gemacht, uns zu erschaffen, um dann zuzulassen, dass wir ihm gegenüber keine Luft mehr zum Atmen hätten und ersticken müssten. Unsere Zeit (unser Alltag) gewährt uns immer wieder Atemzüge, die Gott uns schenkt: An uns ist es, sie zu entdecken und davon Gebrauch zu machen." Rosemarie Nünberg beleuchtet in sieben Anläufen zentrale Impulse von Madeleine Delbrêl: eine Hilfe, anders zu beten und die Quelle neu zu entdecken, die in den Alltag eine neue Dimension bringt.

Rosemarie Nürnberg, promovierte Theologin, bekannt durch Vortragsreihen und Hörfunkbeiträge zu Themen christlicher Spiritualität, arbeitet im Erzbistum Köln und darüber hinaus im Bereich Seelsorge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 17.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783879964277
    Verlag: Verlag Neue Stadt
    Größe: 1336kBytes
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Anders beten

Was ist Beten?

G EBET ALS B EWEGUNG ZU G OTT HIN

Madeleine Delbrêl schreibt:

"Das Gebet ist wie eine 'Bekehrung', das heißt eine Bewegung, durch die wir uns nach vorne kehren" (Liebe 86) .

"Beten heißt, zwischen Gott und uns in gewisser Weise die 'normalen' Beziehungen wiederherstellen. Das heißt umkehren, unseren Geist, unser Herz, unseren Willen auf Gott hin zurückwenden, der nie aufhört, unser Schöpfer und unser Vater zu sein" (Gebet 48) .

Ein Zweifaches geschieht beim Beten:

Erstens eine Wende "nach vorne". Madeleine hat dies selbst am Wendepunkt ihres Lebens erlebt, als sie von der Atheistin zu einer von Gott Ergriffenen wurde. Sie entschließt sich zu beten, also Gott im Gebet zu suchen, streckt sich aus nach Gott, dem Sinn allen menschlichen Lebens und dem Ziel allen menschlichen Strebens - und sie wird von Gott gefunden.

Zweitens eine Wendung zurück zu unserer Herkunft, das heißt: Unser Denken, Lieben und Wollen wird zu unserem Ursprung zurückgelenkt, zu Gott, unserem Schöpfer und Vater.

So bedeutet Beten die "normalen Beziehungen wiederherstellen", das heißt die der "Norm", der grundlegenden Ordnung entsprechenden Beziehungen; denn der Mensch als Geschöpf Gottes ist verwiesen auf Gott seinen Schöpfer. Das ist die Urbestimmung des menschlichen Wesens: vom Schöpfer her auf den Schöpfer hin - von Gott her auf Gott hin. So ist der Mensch erschaffen. Beim Beten wird der Mensch sich dessen bewusst. Zunächst sind weniger die Worte ausschlaggebend als die innere Ausrichtung, die Hinwendung des Geschöpfs zu seinem Schöpfer. Beten ist so - vor allem Sprechen - "eine vertrauende, liebende Bewegung auf jenes Geheimnis hin, das wir Gott nennen" (Karl Rahner).
G EBET ALS A USRICHTUNG AUF G OTT ALLEIN

"Beten ... heißt nicht,
sein Gebet, ein Gebet 'erledigen'" (Gebet 76) .

Wenn man etwas 'erledigt', wird zumeist ein bestimmtes Pensum verrichtet, eine Leistung erbracht. Man führt etwas durch, leistet etwas ab, nacheinander in der Reihe von erforderlichen Tätigkeiten. Und in der Regel ist man froh, wenn man es zu Ende gebracht hat, da es "unbedingt noch erledigt werden musste" ... Beten ist das genaue Gegenteil; es bedeutet, für eine gewisse Zeit herauszutreten aus dem "zu Erledigenden". Madeleine schreibt:

"Beten heißt
aufhören, etwas anderes zu tun,
heißt zuerst,
sich von dem, was man tut, losreißen,
um mit Gott zu reden" (ebd.) .

Beten verlangt also, sich von der bisherigen Beschäftigung loszulösen, um sich Gott zuzuwenden, sich auf ihn hin auszurichten, um es allein mit ihm zu tun zu haben.

Sich ganz auf Gott zu konzentrieren, heißt aber nicht, vor den zu erfüllenden Aufgaben und auferlegten Pflichten zu fliehen. Doch sie dürfen, sie müssen sich gewissermaßen "gedulden", für einen Moment zurückstehen:

"Beten heißt nicht,
sich für die anderen nicht mehr zu interessieren,
sich dessen zu entledigen, was wir zu tun haben,
sondern wirklich Gott anzuschauen,
mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu reden,
ohne den Kopf abzuwenden
oder ihm den Rücken zuzukehren,
weil wir zur gleichen Zeit noch etwas anderes
oder jemand anderen in den Blick nehmen wollen"

(ebd.) .

Wer Gott anschaut, um "mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu reden", kann nicht gleichzeitig einen Brief schreiben oder einen Vortrag vorbereiten, die E-Mails checken oder die Einkaufsliste zusammenstellen ... Das heißt allerdings keineswegs, dass die anderen vergessen wären oder einem gleichgültig wären; denn gerade das Auge in Auge mit Gott allein motiviert zum Einsatz für andere, es trägt und verändert ihn; im Dasein für andere, in der Aufmerksamkeit für andere muss sich seine Echtheit erweisen: "Wer seine

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