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Engel der Notaufnahme Ärzte kämpfen um das Leben von Lesslie, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2014
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
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Engel der Notaufnahme

Eine 15-Jährige hat furchtbare Bauchschmerzen - aber ihre Mutter will nicht wahrhaben, dass sie schwanger ist. Eine zerstrittene Familie versöhnt sich am Sterbebett des Vaters. Der einsame Slim wollte nur etwas Essen, Wärme und Gesellschaft; und ein betrunkener Bürgermeister blamiert sich ziemlich: Sie alle waren in der Notaufnahme des Krankenhauses von Rock Hill. Freude und Trauer, Alltag und Wunder, Leben und Tod liegen hier eng beieinander. Dr. Lesslie erzählt Begebenheiten aus dem Alltag der Notaufnahme, die zum Schmunzeln anregen, berühren und immer wieder auf die grundlegenden Fragen hinweisen. Robert Lesslie war mehr als 25 Jahre Arzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses von Rock Hill, South Carolina (USA), und ist heute medizinischer Direktor einer Notfallklinik. Er hat mehrere Bücher verfasst, ist gemeindlich und ehrenamtlich sehr engagiert und lebt mit seiner Frau in South Carolina.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 30.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775172165
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Originaltitel: Angels in the ER
    Größe: 4060 kBytes
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Engel der Notaufnahme

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
Kapitel 2

Stammgäste

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr gabt mir zu trinken. Ich war ein Fremder, und ihr habt mich in euer Haus eingeladen. Ich war nackt, und ihr habt mich gekleidet. Ich war krank, und ihr habt mich gepflegt. Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.

M ATTHÄUS 25,35-36

Die Notaufnahme bedeutet allen möglichen Menschen alles Mögliche, doch zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört es, die Menschen aufzufangen, die sonst nirgends hingehen können. Mitunter ist sie der einzige Ort, an dem sich überhaupt jemand um sie kümmert.

Es scheint schwer vorstellbar, dass jemand die Notaufnahme als einen Ort des Trostes und der Gemeinschaft betrachtet, doch gerade das erleben wir jedes Jahr an Weihnachten. Die meisten Menschen wollen diese Tage zu Hause oder mit Angehörigen und Freunden verbringen, und eine Fahrt in die Notaufnahme wäre für sie ein notwendiges Übel, das man nur auf sich nehmen würde, wenn man ernstlich krank oder verletzt wäre. Doch für einen großen und weitgehend unsichtbaren Teil unserer Gesellschaft ist das anders. Jahr für Jahr kommt bis zum späten Vormittag eine stetig steigende Zahl von Menschen zu uns, die eigentlich gar nichts bei uns zu suchen haben.

Sie haben niemanden, mit dem sie Weihnachten verbringen können, nur das Personal, das das Pech hat, an diesem Tag Dienst zu haben. Für diese Menschen gibt es keinen anderen Ort, an dem sie ein Weihnachtsessen bekommen könnten, auch wenn es noch so schlicht und bescheiden ausfällt. Und wenn man genauer hinschaut und sich vorstellt, was für ein Leben dieser Mann oder diese Frau wohl führt, und wenn man sich dann überlegt, was man sagen oder tun soll, dann kommt man ziemlich in Verlegenheit.

Es war zwei Uhr nachmittags an einem kalten, klaren Dienstag im Februar.

"Hallo, Rettungswagen 1, Ende."

Ich erkannte Dentons Stimme und nahm das Krankenwagentelefon ab. Denton Roberts war einer der leitenden Rettungsassistenten des Notfalldienstes des Krankenhauses. Er war Mitte dreißig, intelligent und dynamisch, und man konnte sich auf seine Einschätzung der Lage verlassen. Er hatte ein paar Jahre lang studiert und sogar daran gedacht, Arzt zu werden. Doch kaum hatte er mit der Arbeit als Rettungsassistent begonnen, wusste er, dass er seinen Platz gefunden hatte.

"Rettungswagen 1, hier ist Dr. Lesslie, was gibt's?", antwortete ich.

Es knisterte kurz im Empfänger. "Dr. L., wir bringen einen 65-jährigen Mann mit Unterleibsschmerzen." Dann eine kurze Pause. "Es ist Slim."

Mehr brauchte er nicht zu sagen. Ich schaute mich um und prüfte, wo noch ein Bett frei war. "Bringen Sie ihn in Zimmer 2, Denton. Um wie viel Uhr kommen Sie voraussichtlich an?"

"In etwa fünf Minuten", antwortete er. "Also Zimmer 2."

Ich legte das Telefon in die Ladestation zurück.

Seit ich im Allgemeinen Krankenhaus Rock Hill arbeitete, war Slim Brantley einer unserer "Stammgäste". Je nach Jahreszeit sahen wir ihn ein- oder zweimal pro Woche. Bei schönem Wetter verging manchmal ein ganzer Monat, bevor er einen Krankenwagen rief und uns besuchte. Wir befanden uns mitten in einem Kälteeinbruch, und dies war sein dritter Besuch innerhalb der letzten neun Tage.

Lori ging gerade mit einer Patientenakte in der Hand zur Schwesternstation.

"Wir erwarten wieder einen Freund", informierte ich sie.

"Slim?", riet sie und ordnete die Akte ein.

"Genau", lachte ich. "Mal wieder."

"Nun, es ist schon zwei Tage her. Also wird es wieder Zeit. Unterleibsschmerzen?" Sie kannte die Antwort.

"Bingo!"

Lori Davidson arbeitete seit sieben oder acht Jahren in der Notaufnahme. Sie hatte drei Kinder, einen Jungen und zwei Mädchen. Sie war ruhig und bescheiden und strahlte dabei so viel Zuversicht und Mitgefühl aus, dass die Patiente

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