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Wer's glaubt, wird selig Ein Glaubensgespräch zwischen Vater und Sohn von Bedford-Strohm, Heinrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2013
  • Verlag: Kreuz
eBook (ePUB)
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Wer's glaubt, wird selig

Persönlich und ohne sich etwas zu schenken diskutieren Vater und Sohn über die Relevanz des christlichen Glaubens für junge Erwachsene heute, über Glück, Gott, Jesus, Kirche, Religion, Spiritualität und Tod. Der wortgewaltige Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern stellt sich den unbequemen Fragen: Warum ist es eigentlich sinnvoll zu glauben? Was hat das Evangelium mit dem Leben Jugendlicher heute zu tun? Ein spannender und offener Dialog.

Heinrich Bedford-Strohm, geboren 1960, Prof. Dr., ist seit 2011 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Davor hatte er an der Universität Bamberg den Lehrstuhl für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen inne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 05.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451345876
    Verlag: Kreuz
    Größe: 3538kBytes
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Wer's glaubt, wird selig

1. Glück

JONAS BEDFORD-STROHM

Wer glaubt, wird selig. Stimmt das?

HEINRICH BEDFORD-STROHM

Nicht wie bei einem Kochrezept jedenfalls, wo man nur ein paar Zutaten zusammenmischt nach dem Motto: Ein bisschen Lukasevangelium, ein bisschen Paulusbrief, ein bisschen Altes Testament, dann ordentlich schütteln, und es kommt das Glück heraus. So funktioniert's nicht! Aber ich bin in der Tat der Meinung, dass man anhand von vielen Einzelaspekten zeigen kann, dass Glaube ein erfülltes Leben ermöglicht.

Kann man im Umkehrschluss genauso sagen: Wer nicht glaubt, wird auch nicht selig?

Nein, ich glaube, das kann man nicht im Umkehrschluss so sagen. Ich würde theologisch sagen: Gott hat viele Möglichkeiten, den Menschen ein erfülltes Leben zu schenken. Aber gleichzeitig sage ich, dass der Weg, den ich kenne und der sich für mich bewährt hat, der Weg über den christlichen Glauben ist. Man kann die Kraft dieses Weges anhand von Erkenntnissen der Glücksforscher sehr schön zeigen ...

Bevor wir in die Details gehen: Kannst du kurz definieren, was Glück für dich heißt? Wir reden ja jetzt nicht von bloßer Ekstase und Euphorie, weil man gerade im Lotto gewonnen hat.

Glück heißt für mich, dass ich aus der Fülle leben darf und nicht aus der Knappheit leben muss. Glück heißt, dass ich einen inneren Frieden spüren darf und nicht aus der Angst leben muss. Glück heißt, dass ich nicht nur dann eine Basis für mein Leben habe, wenn die Dinge gut für mich laufen, sondern dass ich eine Basis habe, die auch in den schweren Zeiten tragfähig ist, wenn Leid in mein Leben kommt. Glück im umfassenden Sinne heißt eben, sich in guten wie in schweren Tagen getragen und geborgen fühlen zu dürfen.

Glück ist für dich also kein temporärer Zustand, sondern eher ein Gesamtkonzept?

Ja, ich glaube, beides ist ein Aspekt von Glück. Es gibt das Augenblicksglück, es gibt den Genuss, das Hochgefühl, und das ist auch etwas Wunderbares. Aus einer christlichen Perspektive sind das Hochgefühl, der Genuss und auch die Liebe ein Geschenk Gottes.

Gleichzeitig leben wir nicht nur aus dem Augenblicksglück. Genauso wichtig ist, dass dieses Augenblicksglück in einen Lebenshorizont eingebettet ist, der breiter ist als der Augenblick. Deswegen glaube ich, dass es auch ein Glück gibt, das einen ganzen Lebensbogen - gute und schlechte Zeiten - mit einschließen kann.

Wenn man Glück als Gesamtkonzept versteht: Wie erarbeitet man sich dieses Konzept von Glück? Hat der Glaube da eine Anleitung parat?

Vielleicht ist diese Frage in sich schon problematisch: Wie erarbeitet man sich ein Lebensglück? Die Frage setzt ja voraus, dass Glück machbar sei und dass man, um es zu "machen", nur eine bestimmte To-do-Liste abarbeiten müsse. Der Weg zum Glück ist nicht wie Cola kaufen am Getränkeautomaten, in den man zwei Euro wirft und unten dann das frisch gekühlte Glück in Empfang nimmt.

Glück, wie ich es verstehe, hat sehr viel mit Passivität zu tun. Es hat damit zu tun, dass ich offen durchs Leben gehe und das, was mir widerfährt, in einen bestimmten Verstehenshorizont integriere. Glück heißt eben auch, dass ich in einer bestimmten Weise mit dem umgehen kann, was ich nicht beeinflussen kann, was mir einfach widerfährt. Und genau da kommt für mich die Gottesbeziehung ins Spiel, in die ich das, was mir widerfährt, einordnen kann.

Es gibt dazu noch dieses Zitat aus der Dreigroschenoper: "Ja, renn' nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr, denn alle rennen

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