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Das Alte Testament als Klangraum des evangelischen Gottesdienstes von Ebach, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2016
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Das Alte Testament als Klangraum des evangelischen Gottesdienstes

Alttestamentliche Theologie - Kern christlicher Verkündigung Wo - das ist die leitende Frage dieses Buches - kommt im Gottesdienst die hebräische Bibel, das Alte Testament, zur Sprache, und wie kommt es zur Sprache? Was wird da hörbar, und was sollte deutlicher zu Gehör - und zu Herzen - kommen? Jürgen Ebach bringt die Präsenz des Alten Testaments im Beten, Singen und Feiern der christlichen Gemeinde neu zu Bewusstsein. Er zeigt: Das Alte Testament ist nicht ein bloß "vorchristliches Glaubenszeugnis", seine Theologie steht vielmehr im Kern der christlichen Verkündigung. Ein Christentum ohne das Alte Testament ist darum ein entwurzeltes Christentum. Das Alte Testament als Quellgrund christlichen Gottesdienstes entdecken Auch eine Einführung in die Grundlinien alttestamentlicher Theologie Dr. Jürgen Ebach, geb. 1945, war bis März 2010 Professor für Exegese und Theologie des Alten Testaments und Biblische Hermeneutik an der Ruhr-Universität Bochum.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 22.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195533
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 2542 kBytes
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Das Alte Testament als Klangraum des evangelischen Gottesdienstes

Der Ort des Gottesdienstes oder:
Wo wohnt Gott?

"... das des herrn haus heisse, wo er wonet,

Und das er wonet, wo sein wort ist,

Es sey auff dem felde,

jnn der kirchen, odder auff dem meer"

(Martin Luther 1 )

Der evangelische Sonntagsgottesdienst findet in der Regel in einem dafür bestimmten Gebäude statt; der Kirchenraum dient seit jeher primär der Verkündigung des Wortes Gottes und der Abendmahlsfeier. 2 Mit dem bestimmten Ort verbindet sich jedoch eine im engsten Sinn theo -logische Frage: Gibt es Räume, in denen Gott näher ist, und andere, in denen ER oder SIE ferner ist? Wer sich für eine Suche nach einer Antwort in den Text-Raum des Alten Testaments begibt, findet da eine Fülle von Antworten. Sie verweisen einerseits auf religionsgeschichtliche und theologische Entwicklungen, bleiben aber andererseits auch nebeneinander, einander ergänzend und auch gegeneinander stehen. Versuchen wir, einige der unterschiedlichen Aussagen ein wenig zu ordnen, ohne ihre Vielschichtigkeit einzuebnen. Es geht hier - und nicht nur hier - um die Wahrnehmung der in der Bibel selbst aufgehobenen Diskurse, in denen es allermeist mehr als nur eine Stimme gibt. "Schriftgemäß" ist eine Lektüre und Auslegung der Bibel, die der "Schrift" selbst gemäß ist, indem sie wahr nimmt, dass es in der Bibel oft mehr als nur eine Antwort auf die Fragen von Leben und Glauben gibt und dass die nicht selten bis zu Widersprüchen reichende Vielfalt dieser Antworten im Kanon der "Schrift" nebeneinander, gegeneinander und so miteinander zu stehen kommen. 3

Der Tempel als Ort Gottes

Nicht von Anfang an, wohl aber in langen Phasen der Geschichte Israels war der Jerusalemer Tempel ein zentraler Ort, an dem Israels Gott kultisch verehrt wurde. David hatte den Plan zum Bau des Tempels noch nicht verwirklichen sollen oder können; es obliegt seinem Sohn Salomo, "dem Namen Adonajs" oder "dem Namen 'Adonaj'" 4 (l schem jhwh) ein Haus zu bauen (1Kön 5,17-19). Doch mit dem Bau des Salomonischen Tempels 5 verbindet sich eine fundamental-theologische Frage. Im Zusammenhang des Berichts über die Bauvorbereitungen und dann die Errichtung, Ausstattung und Einweihung des Tempels in 1. Könige 5-8 heißt es in 8,12f. als Wort des Königs Salomo:

"Adonaj hat gesagt, im Dunkel wohnen zu wollen.

Doch tatsächlich habe ich ein fürstliches Haus für dich gebaut,

einen Ort, wo du wohnen sollst für Weltzeiten."

Vorausgeht als Begründung, die Priester hätten im Dunklen ihren Dienst nicht ausüben können. Das Motiv des Wolkendunkels schließt an die Erzählungen von der Wüstenwanderung an, in der Gott dem Volk stetig voranging, "am Tag in einer Säule von Gewölk, um ihnen den Weg zu zeigen, bei Nacht in einer Säule von Feuer, um ihnen Licht zu geben, auf dass sie Tag und Nacht gehen konnten" (Ex 13,20f.). Die Formulierungen in 1Kön 8,10f. nehmen z.T. wörtlich Ex 40,34 auf, wonach die Wolke das Zelt der Begegnung bedeckt und der Glanz, das Gewicht (der kavod 6 ) Adonajs die Wohnung erfüllt habe. Obwohl die Schilderung in 1. Könige 8 das Konzept eines mitgehenden, mitwandernden Gottes mit dem eines festen Hauses, eines Tempels zu verbinden sucht, bleibt eine Spannung beider Grundlinien spürbar. Sie verstärkt sich noch, wenn dann im "Tempelweihgebet Salomos" ein drittes Konzept aufscheint, nämlich das der himmlischen Wohnung Gottes, und wenn auch das als unzulänglich im Blick ist. In 1Kön 8,27 heißt es, die Himmel könnten Gott nicht fassen Das Wissen darum, dass selbst die Himmel Gott nicht fassen können, wird zur bangen Frage, ob denn ein Haus wie der Tempel Salomos es könne. Es kann es nur, wenn und weil Gott es so will, so die Fo

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