text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Frei predigen Ohne Manuskript auf der Kanzel von Schnepper, Arndt E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2010
  • Verlag: SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag
eBook (PDF)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Frei predigen

Frei gehaltenen Reden hört man viel lieber zu als abgelesenen. Das gilt erst recht für die Predigten im Gottesdienst. Doch warum fürchten sich so viele Prediger und Predigerinnen vor der freien Rede? Arndt Schnepper zeigt, dass es viel einfacher ist, als man denkt. Mit seinen Ratschlägen ist es von der Vorbereitung nur ein kurzer Weg bis zur Predigt ohne Manuskript. Einfache Schritte machen das freie Predigen zu einer echten Chance. Und ganz nebenbei zeigt er auf, dass im Gottesdienst jahrhundertelang das freie Reden der Normalfall war. Ein Buch mit echtem Motivationscharakter!

Arndt Elmar Schnepper, 40 Jahre alt, ist promovierter Theologe und Journalist. Er arbeitet als Pressesprecher des Bundes Freier evangelischer Gemeinden.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 08.12.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783417219807
    Verlag: SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag
    Größe: 3947 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Frei predigen

Fünf Argumente

W er mit anderen über das Thema freie Predigt spricht, muss sich wappnen. Erfahrungsgemäß kommen immer wieder handfeste Vorurteile zur Sprache. Zwar treffen diese meist nicht den Kern der Sache. Aber diese Meinungen müssen ernst genommen werden, lenken sie doch den Blick auf verwilderte Formen der freien Predigt, die es auch gibt. Der bekannteste Vorwurf lautet: Wer frei redet, fängt schnell an zu schwadronieren. Ohne Zettel rede man dominosteinartig. Wie ein Stein auf den nächsten folge, so gebe ein Wort das andere, es komme zur berüchtigten Gedankenflucht. Die Rede wachse ähnlich den wuchernden Korallenpolypen; man ergehe sich weitschweifig in den unterschiedlichsten Themen, lasse und breite sich unkontrolliert über Nebensächlichkeiten aus.

Ja, gedankenloses Reden ist eine latente Gefahr - wenn man sich nicht vorbereitet. Darum trifft sie aber nicht das Modell des freien Predigens. Die freie Predigt ist keine Stegreifrede, die aus dem Ärmel geschüttelt wird. Sie geschieht nicht "aus dem Stand", ist auch nicht "aus der Luft gegriffen", sondern setzt - wie ich an späterer Stelle zeigen werde - eine gewissenhafte Vorbereitung unbedingt voraus. Das schließt - je nach Anlage - mit ein, die Gedanken zu verschriftlichen und ein mehr oder weniger umfangreiches Manuskript zu erstellen. Die freie Predigt unterscheidet sich zu der weithin bekannten Predigt in der Art und Weise, wie sie vorgetragen wird: nämlich grundsätzlich ohne Manuskript.

Ein weiterer Vorwurf, der in dieselbe Richtung zielt, äußert sich in der Sorge, der freie Prediger bleibe immer wieder bei seinen Lieblingsgedanken hängen. Ähnlich der Nadel bei einer zerkratzten Schallplatte gerate er ständig auf das immergleiche Thema. Nun, auch diese Angst ist berechtigt. Aber sie ist wohl eher grundsätzlicher Natur und betrifft sowohl freie als auch vorgelesene Predigten.

Ein ganz normaler Gottesdienst

Ich lade Sie zu einem kleinen Gedankenspiel ein. Versetzen Sie sich für einen Moment in einen christlichen Gottesdienst. Vielleicht stellen Sie sich den Gottesdienst vor, den Sie selber immer besuchen, oder auch einen, der typisch für Ihre Kirche oder Gemeinde ist. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Verschiedene Elemente gehören zu einem solchen Gottesdienst. Wir konzentrieren uns ganz auf die Predigt. Was geschieht? Ein Mann, eine Frau oder gar Sie selbst erheben sich. Man tritt hinter die Kanzel bzw. das Pult. Es herrscht in diesen Sekunden meist eine gespannte Aufmerksamkeit. Die Leute erwarten etwas Interessantes, wollen wissen, was nun kommt. Manchmal sind es einleitende Worte, oft wird ein biblischer Text vorgelesen - unsichtbar gehen die Zuhörer auf Empfang, fahren sozusagen ihre geistigen Antennen aus. Die Predigt beginnt. Keine Frage, sie ist solide vorbereitet. Kommentare wurden bemüht, die politische Großwetterlage und der kleine Kosmos der Gemeinde sind fest im Blick. Doch nach vier, fünf Minuten passiert das Unweigerliche. Der Empfang wird gestört, der Faden reißt ab, die Sendung landet nicht mehr bei den Hörern. Sicher, wer jetzt genau hinhört, versteht schon noch, was gesagt werden will. Doch für die meisten Zuhörer ist "der Zug abgefahren". Die Leichtigkeit ist verloren, die Predigt geht über ihre Köpfe hinweg. Und was ihren Kopf nicht erreicht, kann auch nicht mehr ihr Herz bewegen. Es ist eine bittere Erfahrung: Die Leute loggen sich aus und machen sich eigene Gedanken.

Sie erinnern sich an Ihre Sorgen oder denken an den geplanten Sofaabend mit Ihrer Frau/Ihrem Mann, bei dem Sie sich den Sonntagskrimi ansehen wollen. Übertreibe ich? Vielleicht. Wahrscheinlich aber nicht. Tatsache ist, dass viele solcher Kommunikationsstörungen zwischen Prediger und Gemeinde vorkommen. Oft, viel zu oft, sind sie leider die Regel. Sicher, Gründe kann man überall verorten. Wem gar nichts mehr einfällt, gibt ganz fromm dem "geistlichen Klima" die Schuld oder meint sogar, das Merkmal des Evangeliums sei

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen