text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Gott und sein Wort Studien zu Hermeneutik und biblischer Theologie von Fischer, Georg (eBook)

  • Verlag: Verlag Katholisches Bibelwerk
eBook (ePUB)
47,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Gott und sein Wort

Gottes Wort gibt Kunde von ihm und übersteigt menschliche Maße und Vorstellungen. Es zu verstehen ist daher immer ein Grenzgang. Die Beiträge dieses Bandes unternehmen dies in zwei Richtungen: Teil I, 'Die Kunst der Auslegung', stellt Grundzüge für ein angemessenes Deuten biblischer Texte vor. Teil II, 'Der Reichtum der theologischen Botschaft', zeigt auf, mit welcher Vielfalt das Alte Testament von Gott redet und ihn so in seiner Unfassbarkeit aufleuchten lässt. Beide Zugänge, der methodische und der inhaltliche, hängen miteinander zusammen und beeinflussen einander wechselseitig. Georg Fischer SJ, geb. 1954 in Feldkirch, Eintritt in die Gesellschaft Jesu 1972, Studien der Philosophie und Theologie in München, Innsbruck und Rom, unterrichtet seit 1985 in verschiedenen Ländern und Kontinenten, ab 1995 als Ordinarius für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. Er hat in vielen Ländern unterrichtet und ist Verfasser zahlreicher Bücher und Artikel, mit den Schwerpunkten Tora (besonders Genesis und Exodus), Prophetie (vor allem Jeremia), biblische Theologie und Methoden der Textdeutung.

Produktinformationen

Weiterlesen weniger lesen

Gott und sein Wort

Einleitung

A)Biographische Hintergründe

Die Prägungen, die meinen Zugang zur Bibel kennzeichnen, reichen weit zurück. Im Religionsunterricht in der Volksschule in Rankweil waren biblische Geschichten Hauptinhalt, und auch in der Jugend blieb mir die Bibel das liebste und wichtigste Buch.

Diese Ausrichtung erfuhr im Noviziat der Gesellschaft Jesu (1972-74 in Nürnberg) sowie während des Philosophiestudiums (am Berchmanskolleg in München, 1974-76) eine Bestärkung. Dort waren u. a. P. Wolfgang Feneberg SJ und P. Benedikt Schwank OSB meine Lehrer, beide voller Begeisterung, der eine für das Neue Testament, der andere für das Land der Bibel, das er uns in Vorträgen nahebrachte, bei denen ich ihm die Dias wechseln durfte. Sie vermittelten, wie kraftvoll Gottes Wort auch für die Gegenwart ist. Äußerst wertvoll war auch die solide philosophische Grundlegung, die sowohl unter historischer als auch systematischer Perspektive das komplette Spektrum abdeckte.

Im Studium der Theologie in Innsbruck (1978-81) schrieb ich zwar meine Diplomarbeit bei P. George Vass SJ in Dogmatik über das Buch von Eberhard Jüngel "Gott als Geheimnis der Welt", wobei mich speziell die Frage der Erkenntnis Gottes, von Offenbarung und des Zugangs zu ihr interessierte; doch noch größeren Einfluss hatten zwei Exegeten: P. Klemens Stock SJ las ausgewählte Kapitel des Neuen Testaments in der für ihn typischen Gründlichkeit. 1 Wenn in den Seminaren Studierende in ihrer Interpretation zu weit 'ausholten', brachte die für ihn charakteristische Frage "Was sagt der Text?" sie wieder auf den Boden zurück.

Die andere prägende Gestalt war P. Arnold Gamper SJ, mein Vorgänger hier als Ordinarius für Alttestamentliche Bibelwissenschaften und Altorientalische Sprachen an der Theologischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. Er verband philologische Genauigkeit mit umfassender Bibelkenntnis, soliden Textanalysen und theologischem Interesse, 2 auf der Basis reicher Beschäftigung mit der Sekundärliteratur, doch ohne sich zu sehr auf Theorien zur Entstehung einzulassen.

Dieselbe Orientierung hielt auch weitgehend am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom an, wo ich 1981-83 das Lizentiat erwarb. Beeindruckende Kurse dort waren jene von P. Alonso Schökel SJ zu Gebeten im AT, von P. Charles Conroy MSC zu hebräischer Poesie, von P. Dennis McCarthy SJ zur deuteronomistischen Theologie, von P. Jean-Noël Aletti SJ zu den Paulusbriefen. P. Jean-Louis Ska SJ trug zur Erzählanalyse von Exodus vor, P. Pietro Bovati SJ faszinierte mit seiner bibeltheologischen Auslegung von Jer 1-6, P. Dionisio Minguez SJ führte in die rhetorische Analyse an Hand der Apostelgeschichte ein. Besonders wichtig wurden die drei Hebräisch-Aufbaukurse von P. Fabrizio Foresti OCarm und P. Bob Lawton SJ, letzterer auch sehr sensibel für stilistische Feinheiten, als Grundlage für alle weitere Beschäftigung mit den Originaltexten. Die aufgezählten Professoren und viele Andere vermittelten eine internationale Weite 3 und eine Breite von Zugängen zu biblischen Texten, die Basis für das Methodenbuch Wege in die Bibel. Leitfaden zur Auslegung 4 wurde und es auch für alle Beiträge hier im Buch ist.

Das anschließende 'Doktoratsjahr' (1983/4) hatte als Schwerpunkt die Bücher Genesis und Exodus, die ich samt der Literatur dazu und zum Pentateuch intensiv studierte. P. Norbert Lohfink SJ las damals in Rom zu Deuteronomium 12-26 mit außergewöhnlicher Präzision 5 und half mir bei der Publikation des ersten Artikels. 6 Den Abschluss jenes Jahres bildete eine öffentliche Vorlesung, deren Thema, Gen 44,18-45,15, einen Tag vorher mitgeteilt wurde. Diese Schlüsselstelle für Versöhnung beschäftigte mich weit

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen