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Henning Luther - Impulse für eine Praktische Theologie der Spätmoderne

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
25,99 €
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Henning Luther - Impulse für eine Praktische Theologie der Spätmoderne

Henning Luther (1947-1991) gilt als einer der anregendsten Praktischen Theologen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Er trug nicht nur zu einem Paradigmenwechsel des Faches hin zu einer subjekt- und lebensweltorientierten Theologie bei, sondern schärfte auch den Sinn für die Phänomene des Fragmentarischen und Unabgegoltenen. Die Beiträge des Bandes nehmen Denkanstöße Henning Luthers auf und fragen, wie sie heute auch in veränderten Kontexten wirksam werden (können), so dass sich neue praktisch-theologische Perspektiven in Theorie und Praxis eröffnen. In elf Artikeln werden Grundlinien seines Ansatzes nachgezeichnet, verschiedene kirchliche Handlungsfelder erkundet (Bildung, Predigt, Seelsorge und Diakonie) sowie unterschiedliche Lesarten seiner Arbeiten vorgestellt. Der Band enthält auch einen bislang unveröffentlichten pastoraltheologischen Beitrag Henning Luthers zum 'Funktionswandel des Pfarramts'. Prof. Dr. Kristian Fechtner lehrt Praktische Theologie an der Universität Mainz. Dr. Christian Mulia ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Praktische Theologie der Universität Mainz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 21.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170271265
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 7967 kBytes
    Idee von: Luther, Henning
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Henning Luther - Impulse für eine Praktische Theologie der Spätmoderne

Glauben ist eine Bewegung des Aufbruchs,

die zugleich ein Weg in die Fremde und Heimatlosigkeit ist
und die vollzogen wird im Vertrauen auf eine Verheißung.

(Henning Luther, Predigt über Genesis 12)

Am Ende ist Hoffnung,

wie sie der Wirklichkeit sich entringt, indem sie diese negiert,

die einzige Gestalt, in der Wahrheit erscheint.

(Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
Einleitung

'Leben als Fragment', 'Schmerz und Sehnsucht', 'Die Lügen der Tröster' - der Praktische Theologe Henning Luther (1947-1991) hat Wendungen geprägt, die als Leitmotive in die theologische Diskussion und pastorale Praxis eingegangen sind und nachwirken. Mit seinen Arbeiten kann er als einer der anregendsten Praktischen Theologen des ausgehenden 20. Jahrhunderts angesehen werden. Henning Luther steht für einen Perspektivenwechsel des Faches hin zu einer subjekt- und lebensweltorientierten Theologie; seine Arbeiten schärfen den Sinn für die Phänomene des Fragments, der Fremdheit und der Grenze. Religion wahrt, so sein Diktum, das 'Geheimnis der Individualität': Was wir sind und sein werden, ist noch nicht heraus. Unsere Geschichte weist Brüche auf, Abbrüche und Aufbrüche. Religion bewältigt das Leben nicht, sie hält es vielmehr in Unruhe. Theologie kritisch zu denken, ist ein Grundimpuls, der von Beginn an Henning Luthers Texte antreibt. Dies bleibt ein Grundzug seiner Arbeiten bis zu seinem frühen Tod: sich nicht abfinden können und müssen mit dem, was ist. Seine Beiträge sind Ausdruck einer theologischen Praxis, die nicht nur über individualisierte Religion reflektiert und spricht, sondern sie auch selbst zur Sprache bringt. Sie sind in einem weitgespannten Horizont theoriekundig und theologisch profiliert, nicht selten bewusst und betont einseitig. In ihnen artikuliert sich auch ein praktisch-theologisches 'Lebensgefühl', das hier auf seine Begriffe und Metaphern kommt.

1947 in Lüneburg geboren, schließt er Anfang der 1970er Jahre sein Studium der Evangelischen Theologie und etwas später auch ein Studium der Pädagogik in Mainz ab. In dieser politisch bewegten Zeit entstehen erste Aufsätze und Abhandlungen neben seiner Dissertation zur Hochschuldidaktik. Nach dem Vikariat kehrt er, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Hochschulassistent bei seinem Lehrer Gert Otto, an die Universität zurück. Im Umfeld und Gefolge seiner Habilitationsschrift zu Grundbegriffen der Erwachsenenbildung am Beispiel der Praktischen Theologie Friedrich Niebergalls, die mit den Stichworten 'Religion, Subjekt, Erziehung' programmatische Orientierungen enthält, publiziert er in den 1980er Jahren dichtgedrängt eine ganze Reihe von Aufsätzen zum Religions- und Alltagsverständnis, zum Identitätsbegriff in bildungstheoretischer und theologischer Perspektive sowie zum Selbstverständnis der Praktischen Theologie. In immer wieder neuen Anläufen und mit jeweils veränderten Theoriereferenzen profiliert er eine Praktische Theologie des Subjekts. Biografie, Autobiografie und im weiteren Sinne Literatur werden für ihn wichtig ebenso wie die Zwiespältigkeit des Alltags und lebensweltliche Passagen. Viele dieser Beiträge gehen in den Band "Religion und Alltag" ein, den er selbst noch druckfertig vorbereitet, der aber erst nach seinem Tod erscheint.

1986 ist Henning Luther auf eine Professur für Praktische Theologie an der Universität Marburg berufen worden. Jetzt stehen neben seinen religionspädagogischen Beiträgen auch zunehmend diakonische und seelsorgliche Themen. Zuvor veröffentlichte er bereits verschiedene Aufsätze zur Homiletik. Seine Predigten und Andachten, vornehmlich aus Mainzer und Marburger Universitätsgottesdiensten, erscheinen in einem Bändchen unter dem Titel "Frech achtet die Liebe das Kleine". Henning Luther stirbt, noch keine 44 Jahre alt, im Sommer 1991 in Marburg.

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