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Praktische Theologie Ein Lehrbuch

  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Praktische Theologie

Was man in der Praktischen Theologie heute wissen sollte, stellt dieses Lehrbuch kompakt dar. Es begleitet das Studium und dient der Prüfungsvorbereitung zum Ersten und Zweiten Examen. Zugleich ist es geeignet für die Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern. Das Buch beginnt mit vier knappen Querschnittsartikeln zu den Voraussetzungen gegenwärtigen praktisch-theologischen Denkens. Im Anschluss werden die zentralen Felder christlicher Praxis problemorientiert entfaltet. Dabei liegt jeweils folgende Struktur zugrunde: Markierung aktueller Herausforderungen, Orientierung im Handlungsfeld, empirische Befunde, historisch-systematische Anschlussstellen, praktisch-theologische Grundbestimmungen, aktuelle Diskurse und Zukunftsfragen. Prof. Dr. Kristian Fechtner, Universität Mainz; Prof. Dr. Jan Hermelink, Universität Göttingen; Prof. Dr. Martina Kumlehn, Universität Rostock; Prof. Dr. Ulrike Wagner-Rau, Universität Marburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 289
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170283398
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 1296 kBytes
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Praktische Theologie

I. Querschnittsthemen

I.1 Praktische Theologie als Theorie der christlichen Religionspraxis

Ulrike Wagner-Rau

Die Praktische Theologie ist die jüngste der klassischen theologischen Disziplinen. Sie ist Theorie der christlichen Religionspraxis. Weil diese Praxis sich mit dem Wandel der jeweiligen Zeitumstände verändert, hat die Praktische Theologie ihren Gegenstand, ihre Zugangsweise und ihre Aufgabenstellung je neu zu reflektieren und zu bestimmen.
1 Wandel des theologischen Selbstverständnisses zu Beginn des 19.Jahrhunderts

Die Frage nach dem Verständnis der christlichen Religionspraxis und ihrer Gestaltung gewann in den Jahrzehnten des Übergangs vom 18. zum 19.Jahrhundert, der sogenannten Sattelzeit der Transformationen zwischen früher Neuzeit und beginnender Moderne, eine neue Komplexität. Diese Entwicklungen haben bis heute grundlegende Auswirkungen auf das wissenschaftliche Selbstverständnis der Theologie insgesamt und der Praktischen Theologie im Besonderen. 1

- Im Zusammenhang der gesellschaftlichen Ausdifferenzierungsprozesse haben Kirche und Christentum ihre vormals zentrale Stellung in der Gesellschaft verloren. Unterschiedliche religiöse und religionskritische Sichtweisen auf die Wirklichkeit konkurrieren miteinander . Neben das kirchliche Verständnis des Christentums und die institutionelle Religionspraxis treten zunehmend private Formen christlichen Lebens.

- Die religiöse Praxis, so zeigt sich immer deutlicher, ist nicht identisch mit der kirchlichen und dogmatischen Lehrbildung. Im Gefolge Johann Salomo Semlers (1725-1791) wird dieser Tatsache Rechnung getragen, indem Theologie und Religion unterschieden werden. Im Bewusstsein dieser Differenz bildet sich das Selbstverständnis der Theologie um. Sie bezieht sich nun nicht mehr allein auf die kirchliche Praxis im Sinne einer Handlungsanweisung, sondern weitet sich zu einer Theorie der religiösen Praxis.

- Das historische Bewusstsein, das sich in der Aufklärung ausbildet, relativiert den autoritativen Bezug auf die christliche Tradition. Seither bewegt sich die Theologie im Spannungsfeld des Wissens um die historische Veränderbarkeit ihrer Grundlagen auf der einen und der Behauptung ihrer Geltung für die Gegenwart auf der anderen Seite.

Die Veränderungen, die aus diesem Wandel resultieren, bilden sich auch in den einzelnen Kapiteln dieses Buches ab; denn das beginnende 19.Jahrhundert bedeutet in vielen Einzelfragen der Praktischen Theologie und der Orientierung religiöser Praxis einen markanten Einschnitt.
2 Praktische Theologie: Kunstlehre und Praxistheorie

Entscheidende Bedeutung für die Neuorientierung der Theologie als Wissenschaft hat der Entwurf einer theologischen Enzyklopädie 2 von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Dieser gilt auch als Begründer einer wissenschaftlichen Praktischen Theologie. 3 Grundlegend für seinen Entwurf ist das Verständnis der Theologie als einer positiven Wissenschaft . Damit ist gemeint, dass die Theologie bezogen ist auf eine Praxis, die ihr vorausliegt. Diese Praxis zu rekonstruieren, sie zu verstehen und schließlich auch zu ihrer Orientierung beizutragen, stellt den Zweck der Theologie insgesamt dar. 4 So wie die Medizin sich auf die Heilungspraxis bzw. die Jurisprudenz sich auf die Praxis der Rechtsprechung bezieht, ist die Theologie auf die Religionspraxis bezogen. Sie dient der "Kirchenleitung", das heißt im Sinne Schleiermachers der Förderung der christlich-religiösen Kommunikation im umfassenden Sinn. Dieser Zweck erfordert nach Schleiermacher zum einen eine Wesensbestimmung des christlichen Glaubens (Philosophische Theologie, d.h. Fundamentaltheologie in der Form der Apologetik und Polemik), zum anderen die Kennt

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