text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Predigt braucht Gefühl Große Emotionen im Gottesdienst ermöglichen von Schnepper, Arndt E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2020
  • Verlag: SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Predigt braucht Gefühl

Eine Predigt, die mitreißt und begeistert, die zu Tränen rührt und bewegt, nachklingt und verändert - das ist die Sehnsucht vieler Gottesdienstbesucher. Arndt Schnepper ermutigt dazu, Gefühlen in Predigten mehr Raum zu geben - so wie es jahrhundertelang in Gottesdiensten der Fall war. Ganz praktisch zeigt Schnepper, wie Predigten ihr Ziel nicht verfehlen: den Hörer. Damit die Worte nicht nur in den Kopf, sondern auch ins Herz gehen. Arndt Elmar Schnepper ist promovierter Theologe und Rhetorik-Dozent. Er leitet das Praxisinstitut Evangelisation in Witten an der Ruhr und ist Autor mehrerer Bücher im Bereich der Praktischen Theologie. Auf 'Meisterpredigt' bloggt er regelmäßig, um die Qualität von Predigten zu diskutieren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 10.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783417229707
    Verlag: SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag
    Größe: 1657 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Predigt braucht Gefühl

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
Kapitel 2: Theologische Kompetenz

Einleitung: In die Dynamik eintauchen

Der Weg zur emotionalen Predigt ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf. Man kann die Predigt mit Gefühl nicht durch ein paar Techniken von heute auf morgen lernen. Sie ähnelt vielmehr einer langen Reise. Jahre und Jahrzehnte können vergehen, bis man darin meisterhaft wird. Doch der längste Weg beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt. Und der bedeutet an unserer Stelle das Kennen des Evangeliums von Jesus Christus. Dabei denke ich nicht an ausgewählte Texte der Heiligen Schrift, die besonders geeignet wären. Vielmehr geht es um die Dynamiken, die das Evangelium auslöst. Ohne ihre Kenntnisnahme können Prediger und Predigerinnen auf Dauer nur schwerlich starke Gefühle auslösen.

Das Problem vieler langweiliger Predigten heute ist ihr Thema. Oder sagen wir besser: ihr fehlendes Thema. Gerne und viel wird von Moral geredet. In der pietistischen Variante ist es die private Sittlichkeit, in der liberalen Version geht es zumeist um die Sozialethik. Sowohl das eine als auch das andere haben ihre Berechtigung. Doch bilden sie beileibe nicht den Kern der guten Nachricht von Jesus Christus. Hier geht es um mehr. Und dieses "Mehr" ist nicht eine fertige Portion, die man servieren könnte, es vollzieht sich vielmehr in Bewegungen. Vier solcher Dynamiken stelle ich stellvertretend vor. Sie lassen sich in beinahe allen biblischen Texten wiederfinden. Diese Bewegungen zu entdecken und darzustellen ist eine unentbehrliche Kompetenz für eine Predigt mit Gefühl.
Erste Bewegung - vom Gesetz zum Evangelium

Eindruck

Ein Gespenst geht um in den Kirchen und Gemeinden - das Gespenst der Gesetzlichkeit. Alle, die theologisch etwas zu sagen haben, verbünden sich in der Jagd auf das Gespenst. Es gibt kaum einen schlimmeren Vorwurf als den, gesetzlich zu predigen. Wer den Ruf hat, gesetzlich zu sein, der ist erledigt, der kann einpacken. Und das alles geschieht nicht ohne Grund. Denn unter Gesetzlichkeit versteht man in aller Regel eine Predigtweise, die immer stark betont, was man tun sollte, und dabei außer Acht lässt, was Christus schon getan hat. Gesetzlichkeit ist streng genommen eine verbrämte Variante der Selbsterlösung. "Tu dies, tu jenes, dann bist du auf der richtigen Seite" - so klingt in etwa die Botschaft. Das geschieht natürlich eher subtil, aber so ist die Tendenz. Hinzu kommt, dass die Gesetzlichkeit gerne im Verbund mit einem Formalismus auftritt. Denn bei ihren Appellen geht es meist nicht um die elementaren Forderungen der Zehn Gebote oder der Bergpredigt. Nein, hier werden gerne Mahnrufe hinsichtlich recht oberflächlicher Verhaltensweisen ausgesprochen. Es geht dann nicht mehr um unmissverständliche Bibeltexte, sondern um Tage, Textilien oder Traditionen.

Gesetzliche Predigt hat darum zu Recht einen schlechten Ruf. Sie kann die Freiheit und die Freude des Glaubens ersticken und ganze Gemeinden lähmen. Gesetzlichkeit ist aber auch oft ein Gespenst. Was ich damit meine? Sicher, gesetzliche Predigten gibt es immer wieder, doch sie sind längst nicht mehr so prominent, wie sie es vielleicht einmal waren. Die gesetzliche Predigt ist vielfach wie ein Nachtgespenst aus dem schottischen Hochland. Wir warnen vor ihm, doch tatsächlich gesehen haben es nur wenige. Und aus Sorge vor der Gesetzlichkeit vermeiden wir möglichst alles, was nur im Entferntesten daran erinnern könnte. Wir machen um das biblische Zueinander von Gesetz und Evangelium einen großen Bogen. Wir lassen das Gesetz links liegen und lösen das Evangelium isoliert heraus. Evangelium ohne Gesetz, ganz exklusiv - so soll es sein. So war es aber von Paulus gar nicht gemeint. Und ganz nebenbei merken wir nicht, wie damit auch der Predigt eine emotionale Kraft genommen wird.
Insp

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen