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Wahrnehmen

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
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Wahrnehmen

Wahrnehmen - was ist das? Worauf kommt es an bei der Wahrnehmung sozialer Wirklichkeit? Welche Zugänge sind produktiv für die Annäherung an die Wirklichkeit sozialer Berufe? Soziale bzw. helfende Berufe haben sehr viel damit zu tun, andere Menschen in ihrer Lebensbewältigung zu unterstützen und zu begleiten. Hierfür sind hilfreiche Strukturen in der Gesellschaft zu kultivieren. Die helfenden Professionen greifen dabei auf Menschenbilder, Gesellschaftsbilder, soziale Gegebenheiten, Strukturen und Ziele für ein 'gelingendes Leben' zu, bezogen auf den jeweils Anderen in seinen spezifischen Kontexten sozialer Wirklichkeit. Den Anderen in seiner sozialen Wirklichkeit wahrnehmen ist damit Grundkompetenz in sozialen bzw. helfenden Berufen.

Prof. Dr. Renate Zitt, Darmstadt; Prof. Dr. Joachim Weber, Mannheim; Pfarrer Thomas Waldeck, Darmstadt; Prof. Dr. Frank Dieckbreder, Bielefeld; Prof. Dr. Lutz Müller-Alten, Darmstadt; Prof. Dr. Thomas Zippert, Bielefeld; Prof. Dr. Ulrike Höhmann, Darmstadt; Dr. Peter Höhmann, Darmstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 246
    Erscheinungsdatum: 31.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170271388
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 8252 kBytes
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Wahrnehmen

Wahrnehmung aus philosophisch-theologischer Sicht

Thomas Waldeck
Zusammenfassung

Die christliche Theologie ist die "Wissenschaft von Gott", von dem Gott, der "Grund allen Seins" ist, der Gott, der als die umfassende Wirklichkeit gedeutet werden kann. Gottes Wirklichkeit und die Wirklichkeit des Menschen sind nicht voneinander zu trennen.

Eine Verständigung über die Wirklichkeit und damit über Gott kann aber nur im Kontext der Wahrnehmung erfolgen. Wirklichkeit ist nicht nur einfach da, sie muss wahrgenommen und gedeutet werden. Theologie ist deswegen auch zentral "Wahrnehmungs"-Wissenschaft. Als Wahrnehmungswissenschaft ist die Theologie grundsätzlich interessiert an dem Phänomen der "Wahrnehmung", wie es im philosophischen, biblischen und weltreligiösen Kontext erscheint.

In dem vorliegenden Artikel sollen die Voraussetzungen von "religiöser" Wahrnehmung geprüft, Wahrnehmungsspuren Gottes in der christlichen Bibel entdeckt, aber auch die Welt- und Selbstwahrnehmung erörtert werden. Dabei wird erhofft, dass die theologischen Wahrnehmungsmodelle dazu verhelfen, Alltagswirklichkeit tiefer zu verstehen und zu "transzendieren". Ein kleiner Blick in die Wahrnehmungsmodelle der Religionen und mögliche Schlussfolgerungen für die sozialpädagogische Arbeit schließen sich an.

1 Zur Einführung: Die Religion, die Musik, die Menschen und die Wahrnehmung

Zweimal hat Jürgen Habermas sich öffentlich als "religiös unmusikalisch" bezeichnet, einmal in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Deutschen Friedenspreises 2001 und zum anderen Mal in den öffentlich ausgetragenen Gesprächen mit Kardinal Joseph Ratzinger im Jahr 2004. Habermas, einer der großen Intellektuellen unserer Zeit, knüpft mit seinem Stichwort der religiösen Unmusikalität an Max Weber an:

"Denn ich bin zwar religiös absolut 'unmusikalisch' und habe weder Bedürfnis noch Fähigkeit irgendwelche seelischen 'Bauwerke' religiösen Charakters in mir zur errichten - das geht einfach nicht, resp. ich lehne es ab. Aber ich bin, nach genauer Prüfung, weder antireligiös noch irreligiös. Ich empfinde mich auch in dieser Hinsicht als einen Krüppel, als einen verstümmelten Menschen, dessen inneres Schicksal es ist, sich dies ehrlich eingestehen zu müssen, sich damit - um nicht in romantischen Schwindel zu verfallen - abzufinden, aber [...] auch nicht als einen Baumstumpf, der hie und da noch auszuschlagen vermag, mich als einen vollen Baum aufzuspielen. Aus dieser Attitüde folgt viel [...]." 1

Mit seinem Bekenntnis ist Habermas nicht allein: Menschen treten der Religion ablehnend, vor allem aber neutral entgegen. In einer säkularen Gesellschaft wird Religion vielfach nicht mehr als Deutungsmöglichkeit des Lebens, nicht nur des eigenen, sondern auch des gesellschaftlichen Lebens und Miteinanderlebens, angesehen. Die religiösen Angebote (Vorträge, Seminare, Gottesdienste, Feiern) der unterschiedlichen religiösen Gruppen sind schlicht unbedeutend, sie spielen im eigenen Lebenskontext keine Rolle. Ohne innere Rührung, ohne dass ein Gefühl wachgerufen wird, ohne dass ein Zusammenhang mit dem je eigenen Lebenskontext hergestellt werden kann, werden Plakatankündigungen einer religiösen Gruppe, kirchliche Fernsehsendungen oder religiöse Bücher in der Auslage einer Buchhandlung betrachtet. Sie sind da, gehören "irgendwie" in unsere Gesellschaft hinein, aber für den "religiös Unmusikalischen" sind sie unwichtig, unbedeutend, manchmal störend und verletzend. Der religiös Unmusikalische begegnet den religiösen Deutesystemen mit Ablehnung, Ignoranz und Widerstand, Gründe dafür können und wurden immer wieder zur Genüge benannt ("Macht der Kirche" und "Hierarchie", "Gräueltaten", "Missionierung" und die "Kreuzzüge" gehören zu den häufig genannten Gründen).

Die sachliche und differenzi

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