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Zurück zum Start Was die frühen Christen uns zu sagen hätten. von Bercot, David W. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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"Unser Jahrhundert ist das erste Jahrhundert seit dem ersten Jahrhundert, das so ist wie das erste Jahrhundert." Wer immer dies sagte, traf den Nagel auf den Kopf. Kaum ein Buch kann dies besser illustrieren als David Bercot's bahnbrechendes Werk Zurück zum Start (Engl. Will the Real Heretics Please Stand Up). Bercot stellt uns darin den Glauben und die Lebenskraft der Christen in der Zeit vor dem Konzil von Nizäa vor, welche sich in einer Umwelt bewähren mussten, die der unseren frappierend ähnelt. Wie aber steht es dabei um uns? Um unseren Glauben und unsere Kraft? Wir lernen in diesem Buch nicht nur die frühen Christen kennen, berühmte Leiter wie Polykarp, Klemens von Rom oder Irenäus, sondern vor allem uns selbst. Dabei werden uns so spannende Fragen gestellt wie: · Ist Richtig und Falsch nur eine Frage der Kultur? · Warum hatten sie Erfolg, wo wir oft versagen? · Ist Wohlstand ein Segen oder ein Fallstrick? · Was glaubten die frühen Christen über die Errettung? · Wie lebt man als Bürger des Reiches Gottes in dieser Welt?

Alexander Basnar, geboren 1969 ist Lehrer in Wien, Mitarbeiter im Hutterischen Geschichtsverein zur Erforschung der Täuferbewegung in Österreich, christlicher Liedermacher und hält auf Anfragen Vorträge zur Kirchengeschichte (Schwerpunkt frühe Patristik und Reformation).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 21.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738672855
    Verlag: Books on Demand
    Originaltitel: Will the Real Heretics Please Stand Up
    Größe: 1095kBytes
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2. Wer waren die frühen Christen?

Ich erinnere mich noch gut an meinen Englischprofessor am College, der mir einschärfen wollte, wie wichtig es sei, dass ich die Begriffe in meinen Aufsätzen definiere. Obwohl ich seine Worte damals nur wenig beachtete, erkannte ich die Bedeutung seiner Ermahnungen, als ich begann, in verschiedenen Gruppen über die frühen Christen zu diskutieren. Eine der ersten Fragen war jedes Mal: "Wen meinst du eigentlich genau mit 'den frühen Christen'?"

Lassen Sie mich also ein paar Begriffe definieren. Mit "frühe Christen" beziehe ich mich hauptsächlich auf jene Christen, die zwischen 90 und 199 n. Chr. lebten. Zu Beginn dieser Periode lebte noch der Apostel Johannes. Unter der ersten Generation der frühen Christen waren Männer wie Polykarp, die noch persönlich von einem oder mehreren Aposteln unterwiesen wurden. Die Ära endet mit einem Mann, der nur eine Generation von Johannes entfernt war: Irenäus, der ein Schüler Polykarps war.

Mit "frühes Christentum" meine ich den Glauben und die Praxis der weltweiten Gemeinschaft der frühen Christen, die untereinander eng verbunden waren und Austausch pflegten. Ich meine damit nicht den Glauben oder die Praxis von solchen, die von der Kirche als Irrlehrer bezeichnet wurden. So beschreibe ich also nicht das gesamte Feld, in dem Weizen und Spreu vermischt sind, sondern nur den Weizen (Matthäus 13,24-30). 2

Obwohl sich dieses Buch auf die Christen, die zwischen 90 und 199 lebten, konzentriert, wurden die Überzeugungen und die Praktiken dieser frühen Christen auch von den Christen des nächsten Jahrhunderts generell beibehalten. Deshalb werden in der folgenden Diskussion auch Zitate von Autoren enthalten sein, die zwischen 200 und 313 lebten, sofern ihre Lehren mit denen jener übereinstimmen, die unmittelbar nach den Aposteln lebten.

Waren das die "frühen Kirchenväter"?

Wenn ich beginne, über die frühchristlichen Autoren zu erzählen, antworten die Zuhörer gewöhnlich: "Ah, du meinst die frühen Kirchenväter!" Doch diese Männer waren keine Kirchenväter! Die meisten von ihnen waren ziemlich normale, hart arbeitende christliche Leiter mit überdurchschnittlicher Ausbildung. Sie wären höchst entrüstet gewesen, hätte man sie "Kirchenväter" genannt, denn die einzigen Kirchenväter, die sie anerkannten, waren die Apostel.

Eigentlich ist es genau die Tatsache, dass diese Autoren keine Kirchenväter sind, die sie so wertvoll macht. Wären diese Männer die Urheber großer Theologie gewesen, hätten ihre Schriften für uns nur einen begrenzten Wert. Sie würden uns dann nur dokumentieren, welche Lehren diese "Ur-Theologen" entwickelt hätten. Doch diese Männer schrieben keine theologischen Aufsätze. Tatsächlich kann niemand im zweiten Jahrhundert als Theologe in unserem modernen Sinn bezeichnet werden. In der ganzen vorkonstantinischen Kirche (die Kirche vor dem Konzil von Nizäa und der Verschmelzung mit dem Staat unter Kaiser Konstantin - Anm.d.Ü. ) gab es auch keine wirkliche systematische Theologie.

Stattdessen setzten sich die frühchristlichen Schriften hauptsächlich aus folgenden Gattungen zusammen:

Apologetische Werke, die Römern und Juden erklärten, was die allgemein anerkannten Lehren der Christen waren
Werke, die das apostolische Christentum gegen Irrlehren verteidigten
Briefwechsel zwischen einzelnen Gemeinden
Diese Schriften sind ein Zeugnis für die allgemein anerkannten Glaubenssätze und Praktiken der Kirche in der Zeit kurz nach dem Tod der Apostel. Deshalb sind sie so wertvoll.

Die einzige Person in der ganzen Periode von 90 bis 313, die wirklich als Theologe bezeichnet werden kann, ist Origenes. Doch Origenes hat seine Einsichten den anderen Christen nicht aufgezwungen; er war im Gegenteil einer der undogmatischsten Schreiber der frühchristlichen Zeit. Generell war das eine Ära, in der niemand besonders dogmatisch war in d

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