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Das pyramidale Prinzip 2.0 Die Welt als Wille zur Macht. von Sternbald, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Das pyramidale Prinzip 2.0

Wir sind die Basis einer Pyramide! Wir sorgen als Produzenten, Konsumenten, als Kunden und Patienten, als Klienten und als potentielle Delinquenten, für den sich beschleunigenden Strom der Waren, Finanzen und Daten, im Stoffwechsel eines 'pyramidalen' Organismus. Warum empfinden wir den Raub der Selbstbestimmung und Identität nicht mehr als Verlust, und reihen uns widerspruchslos ein in die weltweiten Ströme der dynamischen Massen? Dabei steht die Isolation im Nahfeld der Beziehungen, in einem krassen Gegensatz zur Identifikation mit einem globalen Bewusstsein. Über die Instrumentalisierung religiöser Bedürfnisse, werden die Menschen zur Opferung der eigenen Identität gerufen, und zum Dienst für einen allumfassenden Welt-Ethos vorbereitet. Dieses Buch gewährt dem Leser einen unverstellten Blick auf das Wesen und die Prinzipien eines wirksamen Willens zur Macht! Mit der Ausführung einer umfassenden 'Morphologie der Weltgeschichte', findet das Werk seinen direkten Anschluss an Oswald Spenglers 'Untergang des Abendlandes'. Gleichzeitig ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für einen aufgeklärten Glauben, der sich, nach Kierkegaard, auch dem fundamentalen Zweifel stellen muss, sowie die Rettung der Würde des Individuums, gegen kollektive Vereinnahmung, und seiner Zurichtung für die Zwecke eines globalen Marktes. Es wird der Versuch unternommen, das Bewusstsein von einem Erlösungsbedürfnis aus der 'Selbstentzweiung' des Willens in der Natur und die Selbstentfremdung des Menschen aus seiner 'Seinsvergessenheit' darzulegen. Für die Beschäftigung mit dem Phänomen der 'Rückkehr des Religiösen', verschafft eine Analyse des Willens zur Macht von Schopenhauer über Nietzsche bis Heidegger, ein freieres Auge. Deren Aktualität steht überraschender Weise nicht im Widerspruch zu einer christlichen Deutung der Weltgeschichte, sondern liefert vielmehr deren existentiale Bestätigung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 574
    Erscheinungsdatum: 27.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738661040
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 5415kBytes
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Das pyramidale Prinzip 2.0

Stufe 1

I m graphischen Modell der Pyramide erscheinen die Ebenen mit gleicher Stärke, tatsächlich ist die Basis-Ebene der ersten Stufe aber so 'breit', wie es der uns alle betreffenden ökonomischen Wirklichkeit entspricht. Sie umfasst die Lebenswelt der Menschen von der Geburt bis zum Ende, ihr Aufwachsen, Lernen, Tätig Sein ebenso wie ihr Beziehungsnetz, Familienleben, Freundschaften und Nachbarschaft. Die Mechanismen der Konformität und Opportunität sind gleichsam die kohäsiven Kräfte, die diese Ebene als ein schon in sich selbst differenziertes Organ innerhalb des 'pyramidalen Macht-Körpers' beschreibbar machen. Jede wissenschaftliche Disziplin wird dies mit der ihr eigenen Axiomatik und Sprache tun (Soziologie, Ökonomie, Kulturgeschichte, etc.). Diese Basis wird überwölbt von den Kondensaten des Marktwillens (die sich als Stufe 2 über der Basis auskristallisiert), die als Bündelung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausdrucks der Gemeinschaft, wiederum zurück wirkend, ihrerseits prägend für unsere Sicht auf die Welt sind. Die darüber liegenden Ebenen sind jeweils von zunehmender Abstraktion, von der Lebenswirklichkeit im Bereich unserer Erfahrung, gekennzeichnet. In dem Maße, wie die Exklusivität der Stufen-Ebenen steigt, wird der Kreis der einbezogenen Personen kleiner, so, daß die oberen Lagen entsprechend dünn beschaffen sind, ihr Einfluß ist von subtiler Art und nur indirekt nachweisbar.

Die unterste Stufe stellt die "Wurzelschicht" dar, sie ist die Substrat-Ebene zur Gewinnung und Abschöpfung von 'Lebensenergie', quasi durch Abmelken des Mehrwertes aus der dynamischen Produktivität der Wirtschaftskreisläufe zum Erhalt der "pyramidalen Maschine".

Die produktive Dynamik wird erzeugt über die Einpflanzung von Wünschen, Begehren, sowie durch die Befeuerung von Trieben und deren Kanalisierung. In der Gefangenschaft von 'Teufelskreisen' aus Aufstiegs-Erwartungen und Abstiegsängsten, in hastiger Aufeinanderfolge von Zerstreuung und Erschöpfung, geschieht die Aufrechterhaltung von Illusionen und beständiger Unzufriedenheit.

Identität und Individualität sollen untergraben werden, um das Einschmelzen der Einzelnen in Gruppen und Massenorganisationen zu befördern (gewissermaßen in einem Prozess der Fermentation). Das muß nicht unbedingt bedeuten, daß der Einzelne sich in einer bewußten Wahl zu einem größeren Verband bekennt. Er wird bereits als ökonomisch atomarer Bestandteil einer kalkulierbaren Masse von Produzenten und Konsumenten aufgefaßt. Dieser zermürbende Prozess geht in einer pausenlosen Konvektion von Platzwechsel, Ortswechsel, Standpunktwechsel, mit fluktuierenden Rudimenten von Meinung und Haltungen, vonstatten. Die entkernten 'Ichs' finden ein neues 'Über-Ich' in Gruppen und Vereinen, als gläubige Mitglieder, begeisterte Fans, um dort der sozialen Kontrolle unterstellt zu werden. Hier lernt es (das ursprüngliche Ich) auch sich in Hierarchien einzupassen (Hinweis: in repressiven Systemen ist der Druck auf den nicht berechenbaren Einzelnen stets größer gewesen, als der auf Gruppierungen und Vereine, die sich über Satzungen, Finanzrecht, Lokalität, Mitgliederdaten, Anwesenheitszeiten, Protokolle besser überwachen lassen).

Bis in die private Existenz hinein soll sich der Masse-Mensch als Produzent, Konsument, Klient, Kunde und Patient der Verwertbarkeit verfügbar halten. Es ist auffällig, daß Gespräche außerhalb dieser Rollen-Zuweisungen selbst innerhalb der Familien kaum mehr stattfinden.

"Eltern pflanzen ihren Kindern materielle Werte ein, Kinder treten mit ihren materiellen Wünschen an die Eltern heran", so könnte der Vorwurf an die Familien lauten, die die Kraft nicht haben, den Zumutungen unseres Wirtschaftssystem ein eigenes Wertgefüge entgegen zu setzen. Aber das ist nicht ganz gerecht, denn längst ist die Familie als zellulärer Automat des Wirtschaftssystems den Nachstellungen des Marktes hilflos ausgeliefer

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