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Der Priestergott Hönir Die Götter der Germanen - Band 18 von Eilenstein, Harry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Der Priestergott Hönir

Die Reihe Die achtzigbändige Reihe 'Die Götter der Germanen' stellt die Gottheiten und jeden Aspekt der Religion der Germanen anhand der schriftlichen Überlieferung und der archäologischen Funde detailliert dar. Dabei werden zu jeder Gottheit und zu jedem Thema außer den germanischen Quellen auch die Zusammenhänge zu den anderen indogermanischen Religionen dargestellt und, wenn möglich, deren Wurzeln in der Jungsteinzeit und Altsteinzeit. Daneben werden auch jeweils Möglichkeiten gezeigt, was eine solche alte Religion für die heutige Zeit bedeuten kann - schließlich ist eine Religion zu einem großen Teil stets der Versuch, die Welt und die Möglichkeit der Menschen in ihr zu beschreiben. Das Buch Der Gott Hönir ist das Urbild der Priester der Germanen. Er tritt fast ausschließlich zusammen mit Odin und Loki als Dreiergruppe von Asen auf. Dennoch hat er wichtige Funktionen: Er bereitet das Opfer an den ehemaligen Göttervater Tyr, er erschafft zusammen mit Odin und Loki die ersten beiden Menschen, er reist in das Jenseits, spricht mit den Ahnen und er ist die Verkörperung des Seelenvogels. Ich bin 1956 geboren und befasse mich nun seit 40 Jahren intensiv mit Magie, Religion, Meditation, Astrologie, Psychologie und verwandten Themen. Im Laufe der Zeit habe ich ca. 40 Bücher und ca. 50 Artikel für verschiedene Zeitschriften verfasst. Seit 2007 habe ich meine jahrzehntelange Nebentätigkeit ausgeweitet und bin nun hauptberuflich Lebensberater. Dies umfasst die eigentlichen Beratungen, aber auch das Deuten von Horoskopen, Heilungen, Rituale, Hilfe bei Spukhäusern u.ä. Problemen, Ausbildung in Meditation und Feng Shui und vieles mehr. Auf meiner Website www.HarryEilenstein.de finden Sie einen Teil meiner neueren Artikel und auch einen ausführlichen Lebenslauf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 76
    Erscheinungsdatum: 21.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741296864
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 692 kBytes
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Der Priestergott Hönir

I Hönir in der germanischen Überlieferung

Hönir ist zwar einer der unbekannteren, aber trotzdem einer der wichtigen Götter, da er eine wesentliche Funktion im Leben der Germanen verkörpert.
I 1. Der Name "Hönir"

Der Name "Hönir" lautete im Altnordischen "Huhnijaz" und bedeutete "Huhn" ("höna") oder "Hahn" ("hani"). Diese Form ist aus dem germanischen "Honam" für "Huhn" und "Hanon, Hanan" für Hahn entstanden. Der Name des Hahnes leitet sich von dem indogermanischen "cano" für "singen" ab - der Hahn ist also als der "Sänger" benannt worden.

Dies bedeutet, daß Hönir möglicherweise nicht direkt nach dem Hahn benannt worden ist, sondern daß sowohl dieser Gott als auch der Vogel aufgrund ihrer Stimme bzw. ihrer Tätigkeit als "Sänger" bezeichnet worden sind. Daraus ergibt sich allerdings eine enge Assoziation zwischen Hönir und den Hähnen.

Der Sänger ist eine gut bekannte Funktion der indogermanischen Priester, die zugleich Schamane, Priester, Gelehrte, Historiker, Richter, Arzt und noch einiges ähnliches mehr waren. Zu dieser "sprituellen Gelehrten-Funktion" gehörte auch das Vortragen von religiösen und historischen Texten, die auswendig gelernt wurden. Es gab zwar eigene Bezeichnungen für diese Sänger, aber sie entwickelten sich erst sehr spät zu einem eigenständigen Beruf - sie bildeten einen Tätigkeitsaspekt der "Weisen".

Bei den Germanen wurden diese Sänger "Skalden" genannt, bei den Kelten "Barden", bei den Griechen "Rhapsoden", bei den Indern "Udgatr" und "Hotra" usw. Aufgrund der Bedeutung des Namens des Gottes Hönir läßt sich daher vermuten, daß er die Funktion des Sängers und somit des "spirituellen Weisen" verkörperte.

Der Hahn sitzt in den Mythen der Germanen häufig auf dem Weltenbaum. Ein Vogel auf dem Weltenbaum ist mit großer Sicherheit ein Seelenvogel, d.h. eine Seele in der Gestalt eines Vogels.

Der Seelenvogel ist ein universelles Bild, das daraus entstanden ist, daß man bei einem Nahtod sich selber als über dem eigenen materiellen Körper schwebend erlebt, d.h. daß man sich selber von oben her sehen kann. Dieses Erlebnis ist vermutlich die Ursache für die Vorstellung, daß es eine Seele gibt, und auch eine der wichtigsten Wurzeln für die Entstehung von Religion allgemein gewesen - denn dieses Erlebnis zeigt, daß es mehr als nur die materielle Welt gibt.

Der Gott Hönir ist somit auch mit der Seele assoziiert. Dies ist auch schon von seiner Auffassung als Urbild des "spirituellen Weisen" naheliegend, da der Ursprung und der Kern aller Priester der Schamane ist, dessen wichtigste Tätigkeit, das Begleiten der Seelen der Verstorbenen ins Jenseits und das Herbeiholen von Rat und Hilfe von den Seelen der Ahnen im Jenseits ist.

Auf dem Weltenbaum findet sich in den Mythen der Germanen und anderer indogermanischer Völker auch der Adler, der als der stärkste Vogel der Seelenvogel des Sonnengott-Göttervaters (Tyr) gewesen ist. Auch der Hahn sitzt in den Liedern und Mythen, die in der Edda berichtet werden, stets auf dem Weltenbaum (Yggdrasil, Mimameid).

Diese Seelen-Symbolik des Hahnes findet sich auch in den Ritualen der Germanen. Der arabische Forschungsreisende berichtet um 922 n.Chr. über die Bestattung eines Fürsten, in dessen Verlauf die Dienerin, die später getötet und mit ihm zusammen verbrannt wird, einem Küken den Kopf abschneidet und später ein Huhn nimmt und es auf das Schiff wirft, auf dem der Fürst bestattet wird. Eine ähnliche Szene findet sich bei Saxo grammaticus in seiner "Geschichte der Dänen", in der die Begleiterin des Königs Haddingus in der Unterwelt einen Hahn köpft und ihn und seinen Kopf über die Grenzmauer des Reiches der Hel wirft, wo er dann wieder lebendig wird und zu singen beginnt.

Die Deutung des Namens "Hönir" als "Sänger" und als "Hahn" fallen in dem Motiv des am Morgen krähenden Hahnes zusammen: Der Hahn kann die Seele des Sonnengott-Göttervaters Tyr

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