text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Rätsel der Germanen Die Götter der Germanen - Band 76 von Eilenstein, Harry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
6,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Rätsel der Germanen

Von den Germanen sind weit über 100 Rätsel überliefert worden. Ihre Entwicklungsgeschichte läßt sich von der Frage-Antwort-Form, in der die frühen Priester und Skalden ihr mythologisches und historisches Wissen auswendiggelernt haben, über die Verwendung von Rätseln in religionspolitschen Streitschriften ('Ist Odin oder Tyr der weisere Gott?') bis hin zu den späten Denksport-Aufgaben verfolgen. Somit bieten die Rätsel sowohl Informationen zu dem Wissen der Priesterschaft (mit vielen mythologischen Hinweisen) als auch eine unterhaltsame Lektüre, die eben ein oft recht heiteres Rätselraten ist - mit der einen oder anderen erotischen Anspielung ... Ich bin 1956 geboren und befasse mich nun seit 40 Jahren intensiv mit Magie, Religion, Meditation, Astrologie, Psychologie und verwandten Themen. Im Laufe der Zeit habe ich ca. 40 Bücher und ca. 50 Artikel für verschiedene Zeitschriften verfasst. Seit 2007 habe ich meine jahrzehntelange Nebentätigkeit ausgeweitet und bin nun hauptberuflich Lebensberater. Dies umfasst die eigentlichen Beratungen, aber auch das Deuten von Horoskopen, Heilungen, Rituale, Hilfe bei Spukhäusern u.ä. Problemen, Ausbildung in Meditation und Feng Shui und vieles mehr. Auf meiner Website www.HarryEilenstein.de finden Sie einen Teil meiner neueren Artikel und auch einen ausführlichen Lebenslauf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 29.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741287022
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 381 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Rätsel der Germanen

I Rätsel in der germanischen Überlieferung

Rätsel sind ein allgemein bekannter Bestandteil der germanischen Kultur. Wie alle Dinge haben auch sie eine längere Vorgeschichte.
I 1. Die Bewahrung von Wissen

In den allermeisten schriftlosen Kulturen gibt es Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Zu einem großen Teil geschieht dies durch das Erlernen der Alltagstätigkeiten, aber daneben gibt es auch abstrakteres Wissen wie die Mythen, die Geschichte des Stammes, die eigene Ahnenreihe, medizinische Kenntnisse u.ä.

In der Regel besteht dieses Wissen aus drei Teilen:

der Mythologie, d.h. der Schöpfungsgeschichte,
der historischen Geschichte, und
Einzelthemen.
Im Christentum wären dies z.B.:

die Schöpfungsgeschichte (1. Buch Mose),
die Geschichte der Juden und der Christen, und
die Dogmen, die Heiligenlegenden u.ä.
Der erste Teil besteht bei den Indogermanen aus den Mythen, bei den Germanen also z.B. die Götterlieder der Edda und der Gylfaginning des Snorri Sturluson.

Der zweite Teil bildet bei den Indogermanen das Nationalepos - bei den Germanen also die Siegfried-Sage einschließlich der Vöslungensage, die deren Vorgeschichte ist.

Der dritte Teil setzt sich bei den Indogermanen aus deren Sagen, Bräuchen, Magie u.ä. zusammen, bei den Germanen also z.B. die Runensteine, die Zaubersprüche u.ä.
I 2. Die Formalisierung des Wissens

Oft wurde dieses Wissen in einer formalen Weise angeordnet, um das Auswendiglernen zu erleichtern. Zu diesen Hilfsmitteln gehören unter anderem das Versmaß, Wiederholungen und verschiedene Formen von Reimen. Man könnte sagen, daß die Lyrik erfunden wurde, um es den Menschen zu erleichtern, sich große Mengen von Wissen zu merken.

Oft gab es Spezialisten für die Bewahrung dieses Wissens - in der Regel werden dies die Schamanen-Priester gewesen sein, die eine Vielfalt von Aufgaben gehabt haben.

Diese verschiedenen Tätigkeiten haben sich bei den Indogermanen erst recht spät in verschiedene "Berufe" ausdifferenziert. So spaltete sich z.B. bei den Kelten der Barde von den Druiden ab und bei den Germanen der Skalde von dem Diar, d.h. die Bewahrung des Wissens durch die Sänger-Dichter wurde eine von den Priestern zunehmend unabhängige Tätigkeit.

Grimnir-Lied

Am deutlichsten hat sich diese frühe Entwicklungsstufe im Grimnir-Lied erhalten, in dem Odin den Königssohn Agnar belehrt.

Odin steht bei diesem Lehren in einem Feuer, das der Waberlohe und den Flammen, die aus den Hügelgräbern auflodern, entspricht. Er steht also im Jenseits und lehrt den Königssohn von dort aus das Wissen.

Am Ende des Liedes stirbt Agnars Vater Geirröd, der die Sagen-Variante des Riesen Geirröd, also des ehemaligen Göttervaters Tyr ist. Agnar ist somit der wiedergeborene Geirröd, der wie Tyr jeden Abend durch das Schwert stirbt. Der Hintergrund der Belehrung des Agnar durch Odin ist somit das Krönungsritual der Germanen, das wie alle frühen Krönungen vor allem eine Jenseitsreise des angehenden Königs ist, durch die er den Kontakt zu den Göttern erhält, mit deren Rat und Hilfe er dann herrscht.

Agnar erhält seine Belehrung für den Trank, den Agnar dem Odin reicht. Dies ist eine Umdeutung des Trankes, der bei der Belehrung und auch bei der Krönung getrunken wurde. Er wird u.a. im Sigdrifa-Lied und im Hyndla-Lied beschrieben. Die Wichtigkeit dieses Trankes kann man auch dran erkennen, daß für ihn solche großen Goldhörner wie die von Gallehus hergestellt wurden, auf denen Jenseitsreise-Szenen dargestellt sind. Solche kostbaren Trinkhörner sind auch von vielen anderen indogermanischen Völkern bekannt.

Das Grimnir-Lied ist somit eine Vision des Agnar bei seiner Krönungs-Jenseitsreise, bei der er dieses Wissen über das

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen