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Schluß mit Schule! das Menschenrecht, sich frei zu bilden von Stern, Bertrand (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.03.2014
  • Verlag: tologo Verlag
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Schluß mit Schule!

Wenn im allgemeinen von Schule gesprochen wird, so zumeist, um ihre Mißerfolge zu beklagen und um Verbesserungen zu fordern. Damit bleibt verheimlicht, daß die Institution Schule an sich das Problem ist, dem selbst mit mehr Mitteln nicht beizukommen ist: Noch so gut gemeinte Maßnahmen würden lediglich in eine jener vielen Reformen münden, die das System vielmehr erhalten und erneuern. Ein ganz anderer Ansatz ergibt sich aus der Betrachtung des Menschen als eines Subjekts - nicht eines zu erziehenden, zu bildenden Objekts! Und aus der Feststellung, Sich-Bilden sei eine Fähigkeit und ein Bedürfnis, die den Menschen gattungsmäßig kennzeichnen. Dies wirkt sich nicht allein auf eine völlig neue Gestaltung von Bildung aus; ein gewandeltes Selbstverständnis bedingt auch einen Rückbezug der Staatlichkeit auf ihre verfassungsgemäß freiheitliche und demokratische Aufgabe und Funktion als dienende Instanz. In diesem Buch faßt der Philosoph Bertrand Stern nicht nur drei Jahrzehnte Erfahrungen mit einer radikalen Schulkritik zusammen; er animiert geradezu, aus dem schulischen Tabu und System auszubrechen, damit Menschen endlich sich frei bilden können, ist doch diese Gabe eine Widerspiegelung des Menschen und seiner Lebendigkeit. Und er eröffnet - bisher verstopfte - Horizonte auf Bildungs-Landschaften, deren kreative und aktive Gestaltung eine uns aufgetragene Herausforderung und Aufgabe ist.

Bertrand Stern Seine Wirkung als freischaffender Philosoph versteht der Autor so, daß er einerseits frei schafft, also ungebunden denkt; daß er andererseits Freiheit schaffen will. Bei unzähligen Vorträgen, Seminaren, Podien, Rundfunk- und TV-Sendungen im In- und Ausland und in vielen Publikationen unterzieht er seit Jahrzehnten ganz unterschiedliche Aspekte unserer gesellschaftlichen Realitäten einer kritischen Analyse: hier Belange der Freiheit, der 'Ichheit' oder der Kultur; da Fragen der Gesundheit (statt Medizin!), der Muße (statt Arbeit!) oder der 'Entschleunigung' (statt Hetze!); dort das zwischengenerationelle Verhältnis. Stets geht es ihm hierbei um die Selbstbestimmtheit und Würde der Person: In eben der radikalen und energievollen Lebendigkeit des kreativen Menschen erblickt er die Chance, aus den freiheitsfeindlichen, entwürdigenden und zumeist widersinnigen zivilisatorischen Ideologien ausbrechen. Dies ist in besonderer Weise gegeben bei der radikalen Schulkritik: Bertrand Stern sieht in diesem Thema eine wichtige Einladung, der obsoleten Institution Schule zu begegnen durch das kulturelle Selbstverständnis eines frei sich bildenden Menschen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 03.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940596390
    Verlag: tologo Verlag
    Größe: 478 kBytes
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Schluß mit Schule!

1. Steter Tropfen höhlt den Stein ... – Könnten diese Zeilen das Recht, sich frei zu bilden, eröffnen?

In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich.

Voltaire (eigentl. François-Marie Arouet) 1694-1778

Seltsam: Wenn von Bildung gesprochen wird, denken die meisten an Schule. Und oft genug an deren Versagen. Diese so üblich und normal gewordene Verwechslung von Bildung und Schule ist ebenso erstaunlich wie die Gleichsetzung von Gesundheit und Medizin oder von Kommunikation und Telefon.

Indem Bildungsfragen üblicherweise als Schulfragen verstanden werden, verkommen sie zu pädagogischen Angelegenheiten, über die zu entscheiden bestimmte Personen sich besonders berufen fühlen: zuvörderst die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen pädagogischen Richtungen, die Schulbürokraten, die Lehrerschaft, die Eltern. Auch die Politik greift hie und da Fragen der Bildung auf: beispielsweise wenn ein gutes Thema für eine unverbindliche programmatische Rede benötigt wird oder, vor allem, wenn Wahlkampf herrscht.

Den Medien scheint die Bildung dann ein besonderes Thema zu sein, wenn ihnen die Schule wieder Anlaß gibt, die deutsche Bildungskatastrophe zu beklagen: Wenn eine neue internationale Untersuchung das schulische Versagen offenbart; oder wenn die Gelegenheit gegeben ist, sich an Merkmalen wie der schulischen Gewalt zu laben.

Auch die Wirtschaftsverbände greifen Bildungsfragen auf, um der Schule ihre Not mit dem Nachwuchs zuzuschreiben.

Die Aufzählung jener, die das Thema Bildung mißbrauchen und daraus eine Schulfrage machen, ließe sich fortsetzen. Und ebenfalls die Aufzählung jener, die ein Versagen der Schule zum Anlaß nehmen, deren Verbesserung zu fordern – als ob dies der Forderung nach Bildung und ihrer Förderung gleichkäme!

Schulkritik? Sie ist wahrlich so alt wie die Schule selbst und hat sich allem Anschein nach als modisches Diskussionsthema fest etabliert – ohne daß durch die lange Tradition diese Schulkritik an Stringenz gewonnen hätte!

Woran liegen solche Mißstände? solche Mißverständnisse? Vielleicht tragen zwei emotionale Belastungen, die – wie mir scheint – Verschulte lebenslang mit sich schleppen, zum allgemeinen Unbehagen bei:

- Einerseits müssen die eigenen schulischen Erinnerungen weitgehend verdrängt bleiben oder verbrämt werden.

Hierbei gilt es, eine interessante Beobachtung zu analysieren. Wenn ich Erwachsene nach ihren eigenen schulischen Erfahrungen befragte, offenbarten sie nicht selten ein in der Schule empfundenes Unbehagen, dessen Ursachen so vielfältig wie die Personen waren: einmal war es ob der "gemeinen" Mitschüler, ein andersmal ob einer Lern-Unlust; hier ging es um Langeweile und Sinnlosigkeit, weil der Stoff so öd und blöd war; da um "unfaire" Abfragen oder um Prüfungen mit ungerechten Benotungen; dort um gemeine Lehrer, deren damals wahrgenommenes Verhalten sie heute als subtiles Mobben bezeichnen würden... Entscheidend ist allerdings, welche emotionale Strategie sie einst, als Betroffene, entwickelten, um mit dem "zwangsbeglückenden Schulzwang" zurechtzukommen. Da beispielsweise selbst die wohlmeinenden Eltern zu Verbündeten des schulischen Systems werden – muß die Tatsache, daß sie sich nicht als solidare und verläßliche Verbündete ihrer Tochter oder ihres Sohnes verhalten, nicht als Verrat empfunden und bewertet werden? -, müssen innerhalb der unentrinnbaren Lage "Fluchtwege" gefunden werden. Diese sind nicht selten das, was in der Psychologie als "Identifikation mit dem Aggresso

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