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Heterotopie im Kontext von Clubkultur Eine Analyse des Techno-/Houseclubs Berghain nach Foucaults Konzept der 'Anderen Räume' von Mahlich, Ralf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2014
  • Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
eBook (ePUB)
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Heterotopie im Kontext von Clubkultur

Die Arbeit wendet das Konzept der Heterotopie oder 'anderen Räume' von Michel Foucault auf den Berliner Technoclub Berghain an. Diese 'anderen Räume' bezeichnen grob vereinfacht Orte, die außerhalb des Alltags stehen und in der besondere Regeln gelten, aber auch besondere Freiheiten bestehen können. In der Arbeit wird anhand von Interviewausschnitten, Beobachtungen im Club und anderem Material untersucht, inwiefern Foucaults Konzept hier passt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 57
    Erscheinungsdatum: 01.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943774573
    Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
    Größe: 1208kBytes
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Heterotopie im Kontext von Clubkultur

2. Methoden

Bei den angewandten Methoden der teilnehmenden Beobachtung, der Filmanalyse und des teilstandardisierten Interviews handelt es sich um formal wissenschaftliche Methoden, die im Folgenden kurz dargestellt werden. Dabei wird reflektiert, dass "Methoden [...] keine neutralen Messinstrumente [sind], die unabhängig von Theorie und Interesse der Forschenden und vom Forschungsgegenstand eingesetzt werden können" (Dausien, in: Diezinger (Hrsg.) 1994, S. 130). Die scheinbare Rationalität wissenschaftlicher Untersuchungen bedeutet immer auch einen Eingriff in das Forschungsfeld. Dieser kann auch durch qualitative Methoden, welche die Subjektperspektive und die persönliche Erfahrung reflektieren, nicht gänzlich aufgehoben werden, da die Forschenden durch Wissen, Haltung und Moral die untersuchten Verhältnisse mitkonstituieren (vgl. Wohlrab-Sahr 1993, S. 129). Paul Mecheril weist darauf hin, dass in den deutschsprachigen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen über das "natio-ethno-kulturell Andere" regelmäßig die Differenz zwischen "Wir" und "Nicht-Wir" beibehalten wird (vgl. Castro Varela, 2007, S. 93). Dieser wissenschaftlichen Normierung, die darauf hinausläuft, den gesellschaftlichen Ist-Zustand beizubehalten, stehen Ansätze 13 gegenüber, die scheinbar allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten als zeitlich, prozesshaft und veränderbar sehen (vgl. Dausien, In: Diezinger (Hrsg.) 1994, S. 131). Diese verstehen sich als politisch und herrschaftskritisch insofern sie den gesellschaftlichen Status Quo skandalisieren. Die vorliegende Arbeit, die dem Anderen im Anderswo auf der Spur ist, bewegt sich methodisch im oben aufgezeigten Spannungsfeld. In ihrer zum Teil ethnographischen Methodenwahl versucht sie sich durch Transparenz und Markierung kritisch zu positionieren.

Die teilnehmende Beobachtung kann in dieser Untersuchung als erste wissenschaftliche Annäherung an den Untersuchungsgegenstand verstanden werden. Die Analyse des Dokumentarfilms Feiern (2006) von Maja Classen und Oskar Axelrod nutzt dessen vielschichtige Einblicke durch die Interviews mit 19 Protagonisten_innen, die sich mit einer aus dem Umfeld des Berghains stammenden Szene verbunden fühlen. Dies ermöglicht differente Positionen in einen Umfang auszuwerten, wie er im Rahmen dieser Bachelorarbeit durch selbstgeführte Interviews nicht möglich gewesen wäre. Das teilstandardisierte Interview fokussiert ergänzend und abschließend die Perspektive eines regelmäßigen Besuchers des Berghains und der Panoramabar.

Die ausgewählten Methoden dienen alle der Überprüfung des Konzepts der Heterotopie im Clubkontext und untersuchen den möglichen Konnex zu den Technologien des Selbst.
2.1 Teilnehmende Beobachtung

Die moderne sozialwissenschaftliche Methodenlehre bemüht sich um eine "kontrollierte, d.h. standardisierte teilnehmende Beobachtung verschiedener Objekte eines Feldes [...] anhand eines einheitlichen Beobachtungsschemas" (Friedrichs/Lüdtke 1971, S. 7). Eine solche Systematisierung der Methode soll eine exakte Forschung ermöglichen. Es verbleibt dabei allerdings eine subjektive Verzerrung durch den Beobachtenden aufgrund von eigenen Gefühlen, Wertungen und Projektionen. Diese Verzerrung kann in der teilnehmenden Beobachtung nicht gänzlich vermieden werden. Die Erstellungen von Paradigmen im Vorfeld der Untersuchung, mit denen sich dem Beobachtungsfeld genähert werden soll, sind daher hilfreich: Definition des Beobachtungsraums und des zeitlichen Rahmens, eine festgelegte Anzahl von Beobachtungen und die Bestimmung der eigenen Rolle im Feld (vgl. ebd.).

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