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Ins Bockshorn gejagt Tierische Sprichwörter und blumige Redewendungen von Kremer, Bruno P. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Ins Bockshorn gejagt

Haben Sie auch schon mal gefühlt wie der Elefant im Porzellanladen? Wurden Sie auch schon mal vom Hafer gestochen? Überall begegnen uns tierische Sprichwörter und blumige Redewendungen. Für alle, die sich keinen Bären aufbinden und öfter mal die Katze aus dem Sack lassen wollen, haben Bruno P. Kremer und Klaus Richarz mehr als dreihundert geläufige und nicht selten erstaunliche Redensarten gesammelt. Doch welcher Wolf steckt wirklich im Schafspelz und wo liegt der Hase im Pfeffer? Auf unterhaltsame Weise erzählen die Autoren die manchmal rätselhaften und oft kuriosen Geschichten hinter den Redewendungen und Sprichwörtern. Dabei zeigen sie, wie selbstverständlich diese in unseren täglichen Sprachgebrauch Eingang gefunden haben. Es gibt also weder Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, noch in den sauren Apfel zu beißen, denn nach der Lektüre können Sie zu allem Ihren Senf geben und jeden Stier bei den Hörnern packen.

Dr. Bruno P. Kremer, Studium der Biologie, Chemie und Geologie, bis 2012 Hochschullehrer an der Universität zu Köln. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu Themen der Umweltbildung, Naturerlebnispädagogik und Regionalwissenschaften (bislang ca. 170 Titel, übersetzt in 14 Sprachen).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806230536
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 10241 kBytes
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Ins Bockshorn gejagt

Bäume wachsen nicht in den Himmel - Sprichwörtliches von Gehölzen

Jeder Erfolg hat bekanntlich seine Grenzen, wie der dezente Hinweis auf die maximal möglichen Wuchshöhen der Bäume verdeutlicht. Bis zur Maximalhöhe - Rekordhalter sind mit etwa 125 Metern australische Eucalyptus -Arten - ist es jedoch ein weiter und zudem auch langer Weg, denn auch die größten Bäume fangen ganz klein an, als winzige, krautige Sämlinge mit zunächst nur geringer Überlebenschance. Mit zunehmender Größe sind sie jedoch allen übrigen gestaltlichen Pflanzentypen überlegen. Im Vergleich zu Kräutern und Sträuchern erzielt die Wuchsform Baum also im Wortsinn überragende Erfolge. Bäume sind zudem langlebiger als jedes andere höhere Lebewesen. So werden die kalifornischen Mammutbäume über 4000 Jahre alt. Die ältesten heute noch lebenden Exemplare keimten zu einer Zeit, als in Mitteleuropa gerade die Bronzezeit zu Ende ging. Aber auch die 2000-jährigen Eiben im Allgäuer Voralpenland oder etliche über die Republik verstreute 1000-jährige Linden haben die abendländische Geschichte buchstäblich überstanden.

Aber warum wachsen sie - obwohl fallweise erstaunlich hoch - tatsächlich nicht (weiter) in den Himmel? Die mechanischen Eigenschaften eines kräftigen Baumstammes würden durchaus auch Wuchshöhen bis über 200 Meter zulassen. Aber: So hoch können die feinen Leitbahnen im Holz selbst unter trickreichster Ausnutzung aller physikalischen Kapillarkräfte das für die Blätter wichtige Wasser beim besten Willen nicht transportieren. Ab etwa 130 Meter Länge reißt nämlich auch ein fadendünner Wasserfaden unter seinem Eigengewicht ab. Das seit dem Erdaltertum nachweisbare und durchaus bemerkenswerte Erfolgsprinzip Baum scheitert demnach an einem simplen physikalisch-technischen Sachverhalt.
In den sauren Apfel beißen

Eine unliebsame Sache erledigen

Bevor essbare Früchte richtig reif sind, schmecken sie erfahrungsgemäß ziemlich sauer. So bietet auch der Biss in einen sauren Apfel gewiss kein abgerundetes Geschmackserlebnis und steht bildhaft für eine unangenehme Angelegenheit, die man notgedrungen und nicht besonders lustbetont zu erledigen hat wie Hausputz oder Hemden bügeln. Am Ende der unliebsamen Kulinarik steht aber doch immer ein Gewinn, ähnlich wie beim Schlucken der bitteren Pille zur Wiedergesundung.

Obwohl der Säuregehalt der unreifen Früchte zuverlässig den Glanz aus den Augen vertreibt, ist er biochemisch eine durchaus faszinierende Erscheinung. Eine der Hauptbeteiligten am pflanzlichen Säurerepertoire ist die erstmals vom berühmten Justus von Liebig in Äpfeln nachgewiesene und danach auch so benannte Äpfelsäure, wobei Fachleute die traditionelle Bezeichnung (die beim aus Hessen stammenden Justus von Liebig im dialektalen Originalton wohl "Äbbelsäure" gelautet haben mag) zunehmend aufgeben und nur noch von Apfelsäure sprechen oder gleich zum Zungenbrecher Dihydroxybernsteinsäure greifen. Nach ihrem Vorkommen in Äpfeln, aber auch in allen übrigen unreifen oder auch schon reiferen Früchtchen nennt man die Salze und Ester dieser Säure Malat (lat. malus = Apfelbaum). In den heranwachsenden Früchten entsteht die Apfelsäure durch den Abbau von Zucker (Saccharose), der aus den grünen Blättern kontinuierlich in das wachsende Fruchtfleisch importiert wird. In den reifenden Früchten baut sich aus dem Fruchtsäurevorrat auf einem anderen Syntheseweg wieder Zucker auf. Vollreife und dann verführerisch wohlschmeckende Äpfel haben deswegen immer noch einen angenehmen Fruchtsäureanteil, sind aber mit ihrem hohen Zuckergehalt auf jeden Fall süße Früchtchen.
Für einen Apfel und ein Ei

Fast unentgeltlich

Nur selten bekommt man eine Sache, die zwar einen gewissen (Sammler-)Wert darstellt, aber beinahe unentgeltlich, sozusagen umsonst oder für einen geradezu lächerlichen Preis und damit spottbillig zu haben is

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