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Linguistisch fundierte Sprachförderung und Sprachdidaktik Grundlagen, Konzepte, Desiderate

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2015
  • Verlag: Mouton de Gruyter
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Linguistisch fundierte Sprachförderung und Sprachdidaktik

Erkenntnisse aus Linguistik und Spracherwerbsforschung werden nach wie vor nur sporadisch bei der Entwicklung und Umsetzung von DaZ-Förderkonzepten berücksichtigt. Die Beiträge des vorliegenden Sammelbandes vereint das Anliegen, diese Kluft zwischen linguistischer und didaktischer DaZ-Forschung zu überbrücken und auf Grundlage theoretischer und empirischer Forschungsergebnisse konkrete Impulse für die Konzeption von Sprachförderung zu liefern.
Hana Klages und Giulio Pagonis , Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Deutschland.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 284
    Erscheinungsdatum: 01.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783110355109
    Verlag: Mouton de Gruyter
    Serie: DaZ-Forschung 7
    Größe: 2233 kBytes
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Linguistisch fundierte Sprachförderung und Sprachdidaktik

Karin Aguado
Sprachliche Routinen als Wegbereiter für den Erwerb bildungssprachlicher Handlungsfähigkeit im schulischen DaZ-Kontext

Abstract: Die Bildungssprache ist gekennzeichnet von einer Vielzahl sprachlicher Routinen, die für die erfolgreiche Bewältigung spezifischer Handlungssituationen unverzichtbar sind. Voraussetzung für den Erwerb einer angemessenen bildungssprachlichen Handlungsfähigkeit ist eine gut entwickelte alltagssprachliche Kompetenz, die jedoch insbesondere bei Kindern aus einem eher bildungsfernen Umfeld häufig nicht gegeben ist. Diese Lerner/innen bedürfen daher einer besonderen schulischen Unterstützung, indem ihnen gezielt geeignete sprachliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, die sie zur Durchführung bildungssprachlicher Kernhandlungen wie z. B. 'Beschreiben', 'Erklären' oder 'Begründen' nutzen können. Solche Routinen erfüllen gleichzeitig mehrere Funktionen: sie verhelfen den Sprecher/innen zur Bildung grammatisch korrekter und idiomatisch angemessener Äußerungen, geben ihnen Formulierungssicherheit und unterstützen sie auf diese Weise beim Erwerb der erforderlichen Handlungsfähigkeit.

Keywords: Bildungssprache, sprachliche Routinen, Sprachdidaktik, Sprachförderung, Sprachentwicklung, Chunks, Kollokationen, phraseologische Ausdrücke

Karin Aguado: Professorin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache: Fremdsprachenlehr- und -lernforschung, Universität Kassel, Kurt-Wolters-Str. 5, D-34125 Kassel, e-mail: karin.aguado@uni-kassel.de
1 Einleitung

Jede Sprache bzw. jede Sprechergemeinschaft verfügt über verschiedene spezifische Sprachgebrauchsformen bzw. Varietäten, die von ihren Sprechern im jeweiligen sozialen Kontext erworben werden. Die Bildungssprache ist eine Varietät des sozial-funktionalen Kontexts 'Schule' bzw. 'Bildung'. Sie enthält historisch einzelsprachlich geprägte sprachliche Mittel und stellt somit eine wichtige "kulturelle Ressource" (vgl. Feilke 2012) dar, die es zu erhalten und ggf. weiterzuentwickeln gilt. Im Rahmen des FörMig- Programms 1 wird unter Bildungssprache Folgendes verstanden:

Schulerfolg setzt die Beherrschung einer Sprachebene voraus, die durch Formen von Schriftlichkeit geprägt und damit deutlich abgehoben ist von der allgemeinen, mündlichen Umgangssprache. Je weiter Schüler in ihrer Bildungsbiographie voranschreiten und je mehr sich Unterricht in Fächer ausdifferenziert, umso mehr kommt es darauf an[,] Inhalte ohne erklärende Kontexte, sondern allein mit fachsprachlichen Mitteln verstehen und ausdrücken zu können. Dieses sprachliche Register nennen wir Bildungssprache. ( , 09.09.2014)

Die Aufgabe der Schule besteht daher darin, Schüler/innen eine "bildungssprachliche Kompetenz zu vermitteln, die sie zum Handeln in dekontextualisierten Kommunikationssituationen befähigt" (Ohm 2010: 88). Lange Zeit ist davon ausgegangen worden, dass diese Kompetenz beiläufig erworben wird bzw. als gegeben vorausgesetzt werden kann. In jüngster Zeit zeigt sich jedoch immer häufiger, dass insbesondere Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Zweitsprache sprechen bzw. erlernen und deshalb u.U. noch nicht über sichere alltagsprachliche Wissensbestände (" BICS" ) 2 verfügen, aber auch Kinder mit Deutsch als Muttersprache, die aus sozial benachteiligten und eher bildungsfernen Familien stammen, Schwierigkeiten mit dem Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen (" CALP ") 3 haben und daher einer spezifischen Unterstützung bedürfen (s. Haberzettl in diesem Band). Falls die für den Erwerb erforderlichen frühkindlichen sozialen Erfahrungen also nicht in dem Maß vorhanden sind, dass sich Schüler/ innen aktiv an sprachbasierten unterrichtlichen Aufgaben beteiligen

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