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Das Frauenbild in der Literatur der 1920er Jahre: Die 'Neue Frau' bei Irmgard Keun, Marieluise Fleißer und Mela Hartwig von Fast, Evelyn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
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Das Frauenbild in der Literatur der 1920er Jahre: Die 'Neue Frau' bei Irmgard Keun, Marieluise Fleißer und Mela Hartwig

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema 'Das Frauenbild der 20er Jahre' und untersucht diesen Themenkomplex anhand der literarischen Positionen Irmgard Keuns, Marieluise Fleißers und Mela Hartwigs. Sie analysiert Irmgard Keuns Roman 'Das kunstseidene Mädchen', Marieluise Fleißers Erzählung 'Ein Pfund Orangen' und Mela Hartwigs Roman 'Das Weib ist ein Nichts'. Da mit den zwanziger Jahren eine Zeit beginnt, in der die Stellung der Frau immer mehr an Bedeutung gewinnt, betrachtet die Arbeit zunächst die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Dabei wird auf das Bild der 'Neuen Frau' Bezug genommen und hiermit verbunden, auf den enormen Aufschwung der Angestelltenkultur. Die Betrachtungen gehen ebenfalls auf die Literatur der Zeit ein und klären anhand einiger Beispiele die Frage, inwieweit weibliche Angestellte und ein neues Frauenbild Thema der zeitgenössischen Literatur werden und welche Funktion diese dabei übernimmt. In einem abschließenden Resümee werden die drei Positionen der unterschiedlichen Autorinnen in einen übergeordneten, abstrakten Rahmen gestellt und es wird noch einmal reflektiert welche Konzepte von Weiblichkeit in den drei Werken verhandelt werden.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 95
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959340649
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 506kBytes
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Das Frauenbild in der Literatur der 1920er Jahre: Die 'Neue Frau' bei Irmgard Keun, Marieluise Fleißer und Mela Hartwig

Textprobe: Kapitel 3.2, Analyse des Romans Das kunstseidene Mädchen: Der Roman Das kunstseidene Mädchen von Irmgard Keun erscheint im Juni des Jahres 1932, 'in einer bis dahin unerhörten Auflage von 50000 Exemplaren', und wird, wie schon Keuns erstes Buch Gilgi - eine von uns, zum Bestseller. Der Roman ist in drei Kapitel aufgeteilt, in denen der Werdegang der Protagonistin Doris 'einer jungen Angestellten und Lebenskünstlerin' erzählt wird, deren angestrebtes Ziel es ist, ein 'Glanz' zu werden. Die Titel der Kapitel stehen symbolisch für die verschiedenen Stadien, die die Protagonistin durchlebt. Schlussendlich findet sich Doris mittellos in einem Wartesaal wieder. Wohin Doris Weg führen wird und ob sie ihre Ziele erreichen wird, lässt die Autorin offen. 'Die gesamte Handlungsführung zielt [...] auf [...] eine Kritik an der Hingabe an den bloßen Schein, hinter dem sich eine verdinglichte Welt verbirgt'. 3.2.1, Erzählperspektive, Sprache und Stilmittel: Der Roman Das kunstseidene Mädchen ist in der Ich-Form, aus der Sicht der Hauptfigur Doris, geschrieben. Alle Nebenfiguren erscheinen somit aus der Sicht der Ich-Erzählerin, was bedeutet, dass sie nur schwach beleuchtet werden und keine Eigenständigkeit erlangen. Doch trotz der gewählten Erzählperspektive, 'offenbart sich hinter den Brüchen und Widersprüchen der Figurenaussage und in der Metaphorik sowie im sprachlichen Humor eine ironisch-distanzierte Autorin.' Christa Jordan spricht in ihren Ausführungen zum Kunstseidenen Mädchen von einem Spannungsverhältnis zwischen der Erzählweise auf der einen Seite und der Metaphorik und sprachlichen Gestaltung des Textes auf der anderen. Sie spricht davon, dass hieraus die teilweise kritischen Gehalte des Romans resultieren. Das hier gewählte Stilmittel erlaubt, auch durch Auslassen eines im Text anwesenden Erzählers, bei allem Anschein von Authentizität auch eine Ferne zur Figur, die diese wesentlich schärfer auch vor dem historischen Hintergrund fokussieren läßt und die das mittelbare Einbringen kritischerer Gedanken zuläßt. Irmgard Keun verwendet eine äußerst bildliche Sprache, um die Sichtweise der Protagonistin zu veranschaulichen: 'Berlin senkte sich auf mich wie eine Steppdecke mit feurigen Blumen' (KM 67); 'es summt eine gelbe Luft' (KM 97); 'sie atmen Kronen aus sich heraus' (KM 81) oder 'sie lächeln Fremdworte richtig' (KM 81), um nur einige Beispiele zu nennen. Weiterhin finden sich viele Vergleiche und Metaphern, um bestimmte Situationen und Emotionen der Protagonistin zu verdeutlichen: 'Die Luft war wie ein runder Kloß und man konnte sie nicht schlucken' (KM 77); 'Mein Herz ist ein Grammophon und spielt aufregend mit spitzer Nadel in meiner Brust' (KM 58); 'und hatte in meinem Herzen die Brillianten von geküsster Dummheit, die ich nicht essen konnte' (KM 87); 'meine Buchstaben zittern auf dem Papier wie sterbende Beine von Mücken' (KM 58). Um Wirklichkeitsnähe zu vermitteln, lässt die Autorin die Protagonistin eine charakteristische Alltagssprache verwenden, die auf ihre soziale Herkunft schließen lässt, z. B. 'Mir ist ganz koddrig' (KM 49) oder 'und ich schlickse mal eben Tränen raus' (KM 180). Umgangssprachlich sind auch die teilweise wörtlich wiedergegebenen Dialoge im Berliner Dialekt (Vgl. KM 151). Auch reiht Doris oft wahllos Sätze ohne erkennbare Struktur aneinander. Die von der Autorin verwendeten Bilder und Vergleiche sind der neusachlichen und durch die Kulturindustrie geprägten Erfahrungswelt entnommen. [...] Aus den naiv und oft umgangssprachlich dahererzählten Bildern und Vergleichen spricht ein Gesellschafts- und Weltbild, das den historischen Hintergrund kritisch beleuchtet. Durch die Wahl der Stilmittel und die humoristische Ausdrucksweise, die Keun wählt, erreicht sie große Wirklichkeitsnähe und kann auf diese Weise ebenfalls Kritik, vor allem an der Gesellschaft, implizieren. Insgesamt ist Keuns Sprache alltagsorientiert, nüchtern und verständlich. Sie verz

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