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Einführung in die germanistische Linguistik von Lindner, Katrin (eBook)

  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
18,99 €
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Einführung in die germanistische Linguistik

Katrin Lindner führt in die einzelnen Bereiche der Germanistischen Linguistik ein: in die Phonetik/Phonologie, die Morphologie, die Syntax, die Semantik, die Pragmatik und die Textlinguistik. Sie zeigt, wie diese einzelnen Bereiche miteinander ein Netzwerk bilden. Zu zentralen Begriffen gibt es Übungen (mit Lösungen), in denen das zuvor Erläuterte vertieft werden kann. Der Band richtet sich an alle Studierenden in den Lehramtsstudiengängen, im Bachelorstudiengang Linguistik und in der Sprachtherapie. Die Übungen berücksichtigen neben Fragestellungen aus der Grammatik auch Beispiele aus dem Schulalltag und dem Alltag der Sprachtherapie. Das Buch kann zur Vorbereitung auf ein weiterführendes Seminar dienen und Quereinsteigern in die entsprechenden Masterstudiengänge helfen, sich das notwendige Grundwissen in der Linguistik anzueignen. Aufgrund seiner Struktur eignet sich das Buch auch sehr gut zum Selbststudium. Dr. Katrin Lindner ist Privatdozentin für Germanistische Linguistik, Psycholinguistik, Sprachtherapie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406668654
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 5722 kBytes
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Einführung in die germanistische Linguistik

2 Phonetik – Phonologie – Orthographie

Natürliche Sprachen müssen zwei Anforderungen genügen: Die Laute müssen produzierbar und wahrnehmbar sein. Beide Faktoren wirken sich auf die Lautsysteme der Einzelsprachen aus. In diesem Kapitel beschäftigen wir uns zunächst mit der Phonetik, einer Hilfswissenschaft für die Linguistik, und dann mit der Phonologie und der Orthographie des Deutschen.
2.1 Phonetik

Die Phonetik (griech. phonē 'Stimme', 'Ton', 'Laut') beschreibt die lautliche Seite sprachlicher Äußerungen mit naturwissenschaftlichen Methoden. Dabei werden drei Aspekte untersucht: die Produktion der Laute, die physikalischen Eigenschaften des Schalls und die Wahrnehmung oder Perzeption der Laute. Dementsprechend unterscheidet man drei Teilbereiche der Phonetik: die artikulatorische , die akustische und die auditive Phonetik. Es liegt auf der Hand, dass Prozesse in einem der drei Teilbereiche Prozesse in den anderen beeinflussen; so wirkt sich z.B. die Artikulation von Lauten auf deren akustische Eigenschaften und diese wiederum auf die Wahrnehmung der Laute aus.
2.1.1 Artikulatorische Phonetik

Die Verwendung von Sprache unterscheidet den Menschen von anderen Primaten. Das Sprechen – die primäre Realisierungsart von Sprache – ist bemerkenswerterweise nur ein Nebenprodukt der Nahrungsaufnahme und des Atmens.

Bei der Ruheatmung atmet der Mensch etwa 12- bis 20-mal pro Minute, beim Zyklus von Ein- und Ausatmung durchschnittlich etwa alle 3½ Sekunden. Die Zeitspanne für die Einatmung beträgt dabei etwa 40 % der Zeit, die der Ausatmung etwa 60 %. Beim Sprechen verschiebt sich dieses Verhältnis; dann fallen ca. 10 % auf die Einatmung und ca. 90 % auf die Ausatmung (vgl. Pompino-Marschall 2009: 26).

Die Luft bzw. Luftsäule gelangt bei der Ausatmung zunächst aus der Lunge in den Kehlkopf. Der Kehlkopf ist ein Hohlraum, dessen Wände aus Knorpelstrukturen bestehen (einer von ihnen ist der Schildknorpel oder Adamsapfel). Der Kehlkopf befindet sich im Übergang von der Luftröhre zum Rachen. Seine Hauptfunktion ist die eines Ventils, das verhindern soll, dass bei der Nahrungsaufnahme Fremdkörper in die Luftröhre gelangen. Seine sekundäre Funktion ist die Phonation , hervorgerufen durch unterschiedliche Stellungen der Stimmlippen im Kehlkopf. Im Kehlkopf gibt es je zwei Stimmlippen oder Stimmbänder: die oberen falschen Stimmlippen und die unteren Stimmlippen. Nur letztere sind für die Lautbildung relevant; sie erzeugen den Stimmton. Zwischen diesen Stimmlippen befindet sich eine Ritze, die Glottis. Die Öffnung der Glottis entscheidet darüber, ob es sich um Atmung oder stimmlose Konsonanten (offen), den Laut h (weniger offen), stimmhafte Konsonanten und Vokale (stärker geschlossen), den Knacklaut (totaler Verschluss mit plötzlicher Öffnung, siehe Fußnote 2), das leise Flüstern oder lautes "Bühnenflüstern" (mit einem Verschluss an je unterschiedlichen Stellen) handelt (vgl. Schubiger 1977: 14ff.). Mit dem Öffnungsgrad der Glottis wird also bereits festgelegt, ob ein stimmloser oder ein stimmhafter Konsonant oder ein Vokal gebildet werden soll.

Die Stimmtonerzeugung oder Phonation erfolgt durch die Schwingung der Stimmlippen. Dabei spielen die Länge der Stimmlippen (Mann: 17–24 mm, Frau 13–17 mm, Baby 5 mm) und die Stärke der Stimmlippen (beim Mann dicker als bei der Frau) eine Rolle. Beide Eigenschaften bedingen die Stimmlage. Die Rate der Stimmlippenschwingung pro Sekunde liegt bei Männern im Mittel bei 120 Hz, bei Frauen

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