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Einführung in die Literatur des Sturms und Drang und der Weimarer Klassik von Buschmeier, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2012
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Einführung in die Literatur des Sturms und Drang und der Weimarer Klassik

Die vorliegende Einführung behandelt die deutsche Literatur des ?Sturm und Drang? und der ?Weimarer Klassik?. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie zwei Epochen, die in heutigen Literaturgeschichten gewöhnlich getrennt dargestellt werden, eng aufeinander bezieht. Dies gilt für die Diskussion der beiden Epochenbegriffe, die von der Germanistik als entwicklungsgeschichtliche Einheit der deutschen Nationalliteratur konstruiert worden sind, ebenso wie für die bisherige Forschung. Damit trägt der Band jüngsten Forschungsergebnissen Rechnung und macht sie leicht verständlich zugänglich. Nach einer einleitenden Beschreibung der historischen und sozialen Kontexte werden die bestimmenden Ideen und Probleme der zeitgenössischen Poetik analysiert. Ein ausführliches Kapitel ist den Entwicklungen der lyrischen, dramatischen und epischen Dichtung gewidmet. Vergleichende Einzelanalysen von je zwei repräsentativen Werken der beiden Epochen runden den Band ab. Matthias Buschmeier, Dr., ist Akademischer Rat für Germanistische Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 01.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534704606
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1072 kBytes
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Einführung in die Literatur des Sturms und Drang und der Weimarer Klassik

2. ,Klassik' - ,Deutsche Klassik' - ,Weimarer Klassik'

Genese des Epochenbegriffs der Klassik

Im Gegensatz zu ,Sturm und Drang' lässt sich der Begriff der ,Klassik' nicht direkt aus den zeitgenössischen Diskussionen herleiten. Weder die Freunde noch die Gegner von Goethe und Schiller sind auf die Idee gekommen, diese oder andere Weimaraner als Vertreter einer ,Klassik' zu titulieren. Zwar kam es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts häufiger vor, dass einzelne Dichter als ,klassisch' bezeichnet wurden, doch war damit ihre individuelle Eignung als Vorbild gemeint, sei es - im traditionellen Verständnis des Wortes - für den Grammatik- und Rhetorikunterricht, sei es - so die modernere Bedeutung - für die Entwicklung einer deutschen Nationalliteratur. Vor dem inflationären Gebrauch von ,klassisch' in dem einen oder dem anderen Sinn warnte Johann Gottfried Herder 1768 in seiner Schrift Über die neuere deutsche Literatur :

"Überall höre ich klassisch nennen: was ist denn klassisch? klassisch für wen? klassisch in welcher Materie? Himmel! kann man denn alle diese Fragen übergehen? Und übergeht man sie nicht, wo wird man mit den meisten kanonisierten Schriftstellers bleiben?" (FAH 1, 595)

Auch die von Friedrich Schlegel entwickelte Antithese ,klassisch' vs. ,romantisch', die um 1800 in die literarischen Debatten einging, zielte noch nicht auf den Epochengegensatz von ,Klassik' und ,Romantik'.

Ein Konstrukt von Literaturhistorikern

Bei dem Epochenbegriff der ,Klassik' handelt es sich vielmehr um ein nachträgliches Konstrukt von Literarhistorikern, die seit etwa 1830 die Geschichte der deutschen Literatur als eine in Stufen verlaufende Entwicklung schematisierten. Diese Entwicklung sollte, analog zu den goldenen Zeitaltern der italienischen, spanischen, englischen und französischen Literatur, eine nationalkulturelle Blütezeit hervorgebracht haben. Schon bald legte man sich auf die Periode von Goethe und Schiller fest, doch die Bezeichnung als ,Klassik' setzte sich erst allmählich durch. Georg Gottfried Gervinus, der in seiner Geschichte der poetischen National-Literatur (1834) ein umfassendes Periodisierungsschema vorschlug, überschrieb das entsprechende Kapitel mit "Goethe und Schiller", während in Heinrich Laubes Geschichte der deutschen Literatur (1839) die Phase von Hagedorn bis Klopstock und Lessing als "Übergang zur Klassik" und die anschließende Periode von Goethe und Schiller als "Das Klassisch-Deutsche" betitelt wurde. Wieder einige Jahre später, nämlich in Joseph Hillebrands Werk Die deutsche Nationalliteratur seit dem Anfange des 18. Jahrhunderts (1845), erschien dieselbe Periode unter der Überschrift "Die nationalliterarische Klassik". Obwohl in manchen Literaturgeschichten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ähnliche Bezeichnungen verwendet wurden (vgl. Becker 1970, 360; Schulz/Doering 2003, 67-80), stieg ,Klassik' erst nach der Jahrhundertwende zum allgemein gebräuchlichen Epochenbegriff auf. Die Rolle des Wegbereiters scheint Otto Harnacks Buch Goethe in der Epoche seiner Vollendung (1897) gespielt zu haben (vgl. Wellek 1965, 163 f.).

,Deutsche Klassik'

Der jüngere Terminus ,Deutsche Klassik' wurde von Germanisten geprägt ,die im Sinne des kulturnationalen Denkens ihrer Zeit auf eine Stiltypologie des ,deutschen Geistes' zielten. Die beiden von Fritz Strich mit dem Titel seines Buches Deutsche Klassik und Romantik (Strich 1922) eingeführten Stilbegriffe, die von Hermann August Korff in das mehrbändige Werk Geist der Goethezeit (Korff 1923 ff.) übernommen wurden, sollten dort zwei gegenläufige Geistesbewegungen innerhalb der Gesamtentwicklung der deutschen Nationalliteratur zwischen 1770 und 1830 charakterisieren. Gegen das Korffsche Integrationsmodell der ,Goethezeit' setzten sich die Begriffe ,Deuts

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