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Heinrich Christian Boie Literarischer Mittler in der Goethezeit

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2014
  • Verlag: Boyens Buchverlag
eBook (ePUB)
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Heinrich Christian Boie

Endlich wird eine Lücke geschlossen: Mit diesem Buch wird erstmals ein Schlaglicht auf den schleswig-holsteinischen Literaten Heinrich Christian Boie (1744-1806) geworfen, der Meldorf neben Emkendorf und Eutin zu einem kulturellen Kristallisationspunkt der Goethezeit im Norden machte. Als Mitbegründer des Göttinger Hainbundes und Herausgeber stand Boie mit den Geistesgrößen seiner Zeit in Verbindung - auch noch, als er in seiner Vaterstadt Meldorf als Landvogt wirkte. Der Verein für Dithmarscher Landeskunde e.V. hat namhafte Experten gewonnen, Boies Leben, Werk und Wirkung als 'literarischer Landvogt' anschaulich dazustellen. Den Leserinnen und Lesern eröffnet sich ein lebendiges geistes- wie landesgeschichtliches Panorama. Der vorliegende Sammelband ist schön illustriert und ansprechend ausgestattet. Ein anmutiges Geschenk für alle, die für Bücher und für Schleswig-Holstein schwärmen. Dieter Lohmeier, geb. 1940, Prof. Dr. phil. Von 1985 bis 2005 Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kultur- und Landesgeschichte Schleswig-Holsteins, zuletzt im Boyens Buchverlag 'Die weltliterarische Provinz'. Urs Schmidt-Tollgreve, geb. 1972. Lehramtsstudium in Kiel, Magister der Erziehungswissenschaft, derzeit als Lehrer in Burg (Dithmarschen) tätig. Seit 1999 intensive Beschäftigung mit Heinrich Christian Boie, Autor zahlreicher Aufsätze und ein Boie-Biographie (Husum 2004). Frank Trende, geb. 1963. Regierungsdirektor in der Staatskanzlei. Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur schleswig-holsteinischen Kultur- und Landesgeschichte, im Boyens Buchverlag u. a. 'Historische Orte erzählen Schleswig-Holsteins Geschichte'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 01.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783804230286
    Verlag: Boyens Buchverlag
    Größe: 6851 kBytes
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Heinrich Christian Boie

Frank Trende
Schleswig und Holstein zur Goethezeit
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hatte kein schönes Bild von den Herzogtümern nördlich der Elbe: Die Adelssitze, die noch heute als repräsentative Monumente schleswig-holsteinischer Adelskultur beeindrucken, waren für den Weimarer Dichter lediglich "Sumpf- und Wassernester". 1 Einladungen in den Norden, etwa nach Emkendorf und nach Eutin, schlug er aus.
Politisch, wirtschaftlich und kulturell gesehen waren die Jahre, die als Goethezeit bezeichnet werden, für die Herzogtümer Schleswig und Holstein fast schon ein "Goldenes Zeitalter". Zwischen dem Vertrag von Zarskoje Selo 1773 und dem 1830 veröffentlichten Appell des Sylter Landvogts Uwe Jens Lornsen (1793-1838) für eine Trennung der Verwaltung von der dänischen Krone liegen sechs Jahrzehnte, in denen Handel und Wandel ebenso wie Wissenschaften und Künste florierten.
I. Schleswig und Holstein werden Teil des Gesamtstaates
Seit der Wahl von Ripen 1460 stellte das Haus der Oldenburger nicht nur den König von Dänemark, sondern auch den Landesherrn von Schleswig und Holstein. Mit dem Privileg von Ripen war neben dieser Personalunion auch festgelegt worden, dass Schleswig und Holstein für alle Zeiten zusammenbleiben und nicht unter mehrere Angehörige des Herrscherhauses aufgeteilt werden sollten. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Am folgenschwersten war die Landesteilung von 1544: Der dänische König Christian III. (1503-1559) entschädigte zwei seiner jüngeren Halbbrüder, indem er beide Herzogtümer mit ihnen teilte, und zwar so, dass der Besitz der Landesherrn gleichmäßig über Schleswig und Holstein verteilt war. Die Landesherrn waren gezwungen, gemeinsam zu regieren. Die Landkarte Schleswigs und Holsteins allerdings wurde zum unübersichtlichen Flickenteppich (Abb. 1). Durch weitere Erbteilungen im 16. und 17. Jahrhundert entstanden winzige Staaten der Herzöge von Sonderburg und Norburg auf Alsen, der Herzöge von Aerö, Glücksburg und Plön. In der Folge des Großen Nordischen Krieges, in dem Dänemark und Russland versuchten, Schwedens Einfluss in Nordeuropa zu schmälern, stand der Gottorfer Herzog auf der Seite der Schweden. Diese unterlagen allerdings 1720 und konnten Gottorf nicht mehr unterstützen. Die Gottorfer verloren ihre Besitzungen in Schleswig, einschließlich Schloss Gottorf, an den dänischen König. Der Staat der Gottorfer war nur noch ein kleines zerstückeltes Territorium in Holstein. Die Gottorfer wollten sich mit dieser Situation nicht abfinden und suchten eine neue Schutzmacht. Herzog Carl Friedrich (1700-1739) heiratete die ältere Tochter Zar Peters des Großen. Diesem Paar wurde 1728 ein Kind geboren. Dieses Kind wurde 1742 von der unverheirateten Zarin Elisabeth, der jüngeren Tochter Peters der Großen, zum russischen Thronfolger ernannt; aus dem Gottorfer Herzog Carl Peter Ulrich (1728-1762) war ein russischer Großfürst geworden. Er heiratete 1745 die Prinzessin Sophie Friederike von Anhalt-Zerbst (1729-1796). Nach dem Tod der Zarin Elisabeth 1762 bestieg der Kieler Carl Peter Ulrich als Peter III. den Zarenthron. Sogleich bereitete er einen Feldzug gegen Dänemark vor, um sich die 1720 für die Gottorfer verlorenen Territorien wieder zu holen. Zu einem Krieg kam es aber nicht mehr, denn Peter III. blieb gerade einmal sechs Monate Zar. Seine Frau hatte mit anderen seinen Sturz betrieben, schließlich wurde er ermordet, und bis heute ist ungeklärt, wer hinter der Gewalttat steckte. Seine Frau freilich bestieg als Katharina II. den Zarenthron. Sie sollte als Katharina die Große in die Geschichte eingehen. Den geplanten Feldzug gegen Dänemar

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