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Uni-Wissen Grundkurs anglistisch-amerikanistische Literaturwissenschaft (deutsche Version) Optimize your exam preparation Anglistik/Amerikanistik von Nünning, Vera (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2015
  • Verlag: Klett Lerntraining
eBook (ePUB)
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Uni-Wissen Grundkurs anglistisch-amerikanistische Literaturwissenschaft (deutsche Version)

Grundkurs anglistisch-amerikanistische Literaturwissenschaft gibt eine kompakte Einführung in zentrale Gegenstände, Ansätze und Fragestellungen der anglistisch-amerikanistischen Literaturwissenschaft. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Überblickswissen, literaturwissenschaftlichen Kategorien ud Methoden der Lyrik-, Dramen-, Erzähltext- und Medienanalyse. Die englischsprachige Version dieses Grundkurses ist unter dem Titel An Introduction to the Study of English and American (ISBN Print 9783129390252, ISBN epub 9783129391136) erschienen.

Vera Nünning ist Professorin für Englische Literaturwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Ansgar Nünning ist Professor für Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 198
    Erscheinungsdatum: 23.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783129391136
    Verlag: Klett Lerntraining
    Größe: 2790 kBytes
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Uni-Wissen Grundkurs anglistisch-amerikanistische Literaturwissenschaft (deutsche Version)

2 KAPITEL

Literaturwissenschaftliche Theorien, Modelle und Methoden

Hostility to theory usually means an opposition to other people's theories and an oblivion of one's own. One purpose of this book is to lift that repression and allow us to remember.

TERRY EAGLETON
1 Notwendigkeit und Nützlichkeit von Theorien

Boom der Theoriebildung

Eine wichtige Voraussetzung dafür, den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Teilbereichen und Sachgebieten der anglistisch-amerikanistischen Literaturwissenschaft zu durchschauen, besteht darin, sich einen ersten Überblick über die wichtigsten Ansätze und Fragestellungen der Literaturtheorie zu verschaffen. Dies ist allerdings ein schwieriges Unterfangen, bei dem die nachfolgende Typologie literaturwissenschaftlicher Theorien, Modelle und Methoden eine Hilfestellung bieten soll. Die seit den 1960er Jahren zu beobachtende Theoretisierung der Literaturwissenschaft hat inzwischen auch in der Anglistik/Amerikanistik zur Entwicklung einer Vielzahl miteinander konkurrierender Ansätze und Methoden geführt. Ob es sich bei der verstärkten Theorie- und Modellbildung um eine begrüßens- oder beklagenswerte Entwicklung handelt, ist eine Frage, über die sich trefflich streiten lässt. Die Meinungen reichen von der Betonung der unverkennbaren Nützlichkeit und Unverzichtbarkeit von Theorien über ein nüchternes Abwägen der Vorzüge und Nachteile bis hin zu einer ebenso offenen wie militanten Theoriefeindlichkeit.

Haltung gegenüber Theorien

Es mag zwar nahe liegen, mit der zuletzt genannten Position zu sympathisieren, aber sonderlich hilfreich ist das nicht. Eine Ablehnung von Theorien und Methoden ähnelt vielmehr der Vogel-Strauß-Politik, die bekanntlich den Nachteil hat, dass das Bedrohliche, vor dem man den Kopf in den Sand steckt, durch das Weggucken allein nicht verschwindet. Obgleich es sicherlich verständlich ist, Berührungsängste gegenüber Theorien zu haben und ihnen skeptisch gegenüberzustehen, ist eine solche Haltung für ein erfolgreiches Studium aus mehreren Gründen kontraproduktiv.

Unvermeidbarkeit von Theorien

Inzwischen hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass jede Form von Erkenntnis und Beobachtung theoriegeleitet ist. Für die Beschäftigung mit Literatur leitet sich daraus ab, dass jeder Form von Literaturwissenschaft, Literaturgeschichtsschreibung und Textinterpretation - auch und gerade vermeintlich 'theoriefreien' Ansätzen - eine Vielzahl theoretischer Annahmen zugrunde liegt. Wenn die Analyse und Interpretation eines literarischen Textes den im ersten Kapitel genannten Kriterien (z. B. Intersubjektivität, Plausibilität und Kohärenz) genügen soll, dann muss sie theoretisch fundiert sein. Was sich hinter der Attitüde der Theoriefeindlichkeit oft verbirgt, hat TERRY EAGLETON (1983: viii), einer der bedeutendsten englischen Literaturtheoretiker, in dem diesem Kapitel vorangestellten Zitat pointiert formuliert: In der Tat heißt Ablehnung von Theorien nicht selten Feindschaft gegenüber den Theorien anderer, was oft damit einhergeht, dass die eigenen theoretischen Vorannahmen in Vergessenheit geraten oder zumindest nicht hinreichend bewusst sind.

Bewusstheit und Explizität des Theoriengebrauchs

Der von Theoriegegnern gern herausgestellte Gegensatz zwischen einem theorielastigen und einem 'direkten' oder 'unverstellten' Zugang zu literarischen Texten erweist sich daher als eine falsch formulierte Alternative: Die Frage lautet nicht, ob sich Literaturwissenschaftler bestimmter Theorien, Modelle und Methoden bedienen oder nicht, sondern wie bewusst sie sich ihrer theoretischen und methodischen Prämissen sind und wie explizit sie die verwendeten Kategorien darlegen: " The qu

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