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Molière und sein dramatisches Werk. Analysen ausgewählter Werke

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2014
  • Verlag: Science Factory
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Molière und sein dramatisches Werk. Analysen ausgewählter Werke

Fachbuch aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Französisch - Literatur, Werke, , Sprache: Deutsch, Abstract: Jean-Baptiste Poquelin, besser bekannt als Molière, ist einer der bekanntesten französischen Dramatiker aus der Zeit des französischen Absolutismus. Mit seinen gesellschaftskritischen Stücken hielt er nicht nur dem Adel, sondern der gesamten Gesellschaft Frankreichs schamlos den Spiegel vor. Dieser Band zeigt den Sprachstil seines dichterischen Werkes und wirft einen Blick auf die Zusammensetzung der Zuschauerschaft. Die Autoren untersuchen weiterhin die Inhalte der wichtigsten Werke, so analysieren sie die führenden Charaktere und überprüfen Molières Bezug zur klassischen Komödientheorie . Aus dem Inhalt: La Cour et la Ville: Analyse der Publikumsstruktur der Komödienaufführungen Die Frauenfiguren und die komische Konfliktsituation im Misanthrope Plautus Aulularia als Vorlage des L'Avare Le Tartuffe - Leben, Werk und Spracheinordnung der Komödie

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 14.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656637066
    Verlag: Science Factory
    Größe: 481kBytes
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Molière und sein dramatisches Werk. Analysen ausgewählter Werke

Die Publikumsstruktur bei Molières Komödienaufführungen

Untersucht man das molièresche Publikum, das mit la cour et la ville umschrieben wurde, hinsichtlich seiner Soziologie genauer, fällt eine soziale Mehrschichtigkeit auf, die besser mit einer Dreiteilung beschrieben wird: das Publikum setzt sich aus la cour , la ville und le parterre zusammen.

La cour: Königliche Familie und Hofadel

La cour steht zu Molières Zeiten für Versailles und bezieht sich auf die königliche Familie und den Hofadel [2] , im Grunde auf die gesamte Umgebung des Königs (die nicht immer adligen, sondern bisweilen auch großbürgerlichen Ursprungs ist, wie Auerbach (1951: 14) und Elias (2003: 369) anmerken). Der Großteil des Hofes Ludwigs XIV. [3] ist aber adlig:

Zwar liegt die eigentliche politische Macht in den Händen von wenigen Beamten meist bürgerlichen Ursprungs; aber die gesellschaftliche Atmosphäre des Hofes bestimmt der sich dort zusammenfindende Adel" (Auerbach 1951: 35).

Dieser ist "ein Stand ohne Funktion, der aber trotzdem als privilegierter Stand anerkannt wird" (Auerbach 1951: 40). Elias (2003: 254) berichtet:

Aus dem über das ganze Land hin verstreuten Adel wuchs als Zentrum und maßgebende Macht der um den König zentrierte höfische Adel heraus, [...] [der] in einem Ort, in Paris, und in einem sozialen Organ, dem Königshof , [sein] maßgebendes Zentrum [findet].

Für den Adel typisch ist die "traditionelle Geringschätzung geschäftlichen Gelderwerbs", so Elias (2003: 168). [4] Es ist ihm sogar per Gesetz verboten,

sich an irgendwelchen kommerziellen Unternehmungen zu beteiligen. Auf diese Weise sein Einkommen zu vermehren, gilt als unehrenhaft und hat den Verlust des Titels und des Ranges zur Folge (Elias 2003: 119).

Die Bezeichnung la cour darf aber nicht zur Annahme verleiten, der König und seine Umgebung würden nicht auch in den Theatern der Stadt auftauchen, im Hôtel de Bourgogne, dem Petit-Bourbon [5] oder dem Palais Royal (cf. Duchêne 1998: 184 f., 306). Unbestritten ist der Hof aber ein wichtiges intellektuelles Zentrum:

Die höfische Gesellschaft wurde im 16. und 17. Jahrhundert in vielen Ländern langsam zu einer maßgebenden Kultur, weil die höfische Gesellschaft, besonders in Frankreich, im Zuge der zunehmenden Zentralisierung des Staatsgefüges zur maßgebenden gesellschaftlichen Eliteformation des Landes wurde (Elias 2003: 318).

Innerhalb dieser höfischen Gesellschaft um Ludwig den XIV. fand Molière ein begeistertes Publikum. Caldicott (1998: 84 ff.) errechnet bis zu 344 Aufführungen am Hof (und vermutet, dass diese Zahl noch viel zu niedrig ist), was etwa einem Viertel der molièreschen Gesamtproduktion für la ville entspricht.

La ville: Großbürgertum und oberes mittleres Bürgertum

La ville lässt zuerst an Paris denken, Molières Heimatstadt und die Stadt, in die er und seine Theatertruppe 1658 nach 13jähriger Wanderzeit durch die Provinz zurückkehren, um sich endgültig dort niederzulassen. Paris ist Hauptstadt Frankreichs und Hauptstadt des Königs und somit ein einflussreiches Zentrum: Literatur ist "firmly concentrated in Paris where the court and government [are] now established at the centre of an increasingly centralized country" (Lough 1978: 68). Mit la ville

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