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Uni-Wissen Spanische Sprachgeschichte Sicher im Studium Romanistik von Bollee, Annegret (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2015
  • Verlag: Klett Lerntraining
eBook (ePUB)
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Uni-Wissen Spanische Sprachgeschichte

Dieser Band vermittelt in erster Linie Überblickswissen. Ausgehend von einer Darstellung der wichtigsten Etappen der externen Sprachgeschichte wird die Entwicklung des Kastilischen als Standardsprache sowie seine Entwicklung zur nationalen Amtssprache im heutigen Spanien nachgezeichnet. Ale zentrale Parameter für die diachrone Betrachtung des Spanischen werden u.a. Faktoren wir Mündlichkeit/Schriftlichkeit, Sprachkontakt, Sprachnormierung und Sprachgesetzgebung betrachtet. Annegret Bollée ist emeritierte Professorin für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Bamberg. Ingrid Neumann-Holzschuh ist Professorin für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Regensburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 11.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783129391020
    Verlag: Klett Lerntraining
    Größe: 1348 kBytes
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Uni-Wissen Spanische Sprachgeschichte

Einführung

1 Das Spanische in der Romania

Das Spanische gehört zur Familie der romanischen Sprachen, die sich im ehemaligen Römischen Reich aus dem gesprochenen Latein entwickelt haben. Die sog. Romania wird in folgende Sprachen untergliedert: Rumänisch, Dalmatisch 1 , Italienisch, Sardisch, Rätoromanisch, Französisch, Okzitanisch, Katalanisch, Spanisch und Portugiesisch. Aufgrund sprachlicher Merkmale lassen sie sich der Ost- oder Westromania zuordnen, deren Grenze über den Apenninen- Kamm verläuft: zur Ostromania gehören das Rumänische, das Dalmatische und das Italienische mit den Dialekten Mittel- und Süditaliens, zur Westromania die Dialekte Oberitaliens, das Rätoromanische, die Sprachen der Galloromania (Französisch, Okzitanisch) und der Iberoromania (Katalanisch, Spanisch, Portugiesisch). Das Katalanische wird bisweilen auch als eine Art Brücke ("lengua puente") zwischen Gallo- und Iberoromania angesehen; das Sardische nimmt eine Sonderstellung ein.

Durch die europäische Expansion in der Kolonialzeit wurden romanische Sprachen nach Amerika, Afrika und Asien getragen: das Französische nach Nordamerika, in die Karibik und in Teile Afrikas, das Portugiesische nach Brasilien, Afrika (Angola, Mosambik) und Asien (Macao, Osttimor). Das Verbreitungsgebiet des Spanischen umfasst außer dem europäischen Mutterland und den Kanarischen Inseln die ehemaligen Kolonien in Mittel- und Südamerika von Mexiko bis Argentinien mit der Ausnahme Brasiliens 2 . Eine große Rolle spielt das Spanische mittlerweile auch in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, ferner dient es in Äquatorial-Guinea als Amtssprache. In Israel und einigen Balkanstaaten sowie in den USA gibt es noch Sprecher des Judenspanischen. Spanische bzw. iberoromanische Kreolsprachen werden auf den Philippinen (Chabacano), in Kolumbien (Palenquero) und auf den Inseln Curaçao, Bonaire und Aruba (Papiamentu) gesprochen (Berschin u. a. 1995:16-37).
2 Die Periodisierung der spanischen Sprachgeschichte

Die Geschichte der spanischen Sprache im engeren Sinne beginnt im Mittelalter, mit der lateinisch-romanischen Diglossie, dem Beginn der Verschriftung des romance und den ältesten Sprachdenkmälern. In der bisherigen Forschung und in den Sprachgeschichten wird sie unterschiedlich in Epochen eingeteilt; häufig findet sich eine Zweiteilun g, die auf Menéndez Pidal zurückgeht, und zwar in eine alte Epoche bis zum 15. Jh. und in die Neuzeit ab dem 16. Jh. (Marcos Marín 1992).

Bei jeder Periodisierung stellt sich natürlich die Frage nach den Kriterien, die man dafür zugrunde legen will: Jahrhunderte, Daten der politischen Geschichte, die Literaturgeschichte, die interne Sprach- entwicklung oder Eingriffe durch sprachnormierende Instanzen wie die 1713 gegründete Real Academia Española. Für die Periodisierung der italienischen Sprachgeschichte ist in jüngerer Zeit von Thomas Krefeld (1988) ein Vorschlag gemacht worden, der von neueren Forschungen zu Mündlichkeit und Schriftlichkeit ausgeht und der Einteilung die verschiedenen Phasen des Ausbaus von Schriftsprachen und der Überdachung der Dialekte zugrunde legt. Mit Sprachausbau sind die Entwicklung einer Schriftsprache und der allmähliche "Ausbau" der Syntax und des Wortschatzes gemeint, so dass die ausgebaute Sprache für alle kommunikativen Bedürfnisse gerüstet ist. Von Dachsprache oder Überdachung spricht man, wenn ein Dialekt (im Zuge seines Ausbaus) oder eine Sprache andere Dialekte oder Sprachen als Schriftsprache "überlagert", ohne sie zu verdrängen.

In der Iberoromania würden sich unter diesem Gesichtspunkt vier Perioden begründen lassen:

1.Eine Vorausbauphase reicht von den ersten Sprachdenkmälern bis zur ersten Hälfte des 12. Jhs.;

2.die Ausbauphase beginnt zunächst polyzentrisch ab der zweiten Hälfte des 12. Jhs. und findet für das Kas

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