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Licht am Ende des Tunnels Handbuch für die Bauvorbereitung, Vermessung und Bauüberwachung von Schildvortrieben

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2016
  • Verlag: Ernst & Sohn
eBook (ePUB)
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Licht am Ende des Tunnels

2 Planungsgrundlagen 2.1 Anforderungen aus der Nutzung der Tunnel Die verkehrlichen Verhältnisse in Straßentunneln sollten grundsätzlich denen der freien Strecke entsprechen. Aus Sicherheitsüberlegungen ist es jedoch geboten, in der Regel die zulässige Höchstgeschwindigkeit (Entwurfsgeschwindigkeit) in Straßentunneln auf 80 km/h zu beschränken. Zu unterscheiden sind Straßentunnel für den Gegenverkehr und Straßentunnel für den Richtungsverkehr. Tunnel für den Gegenverkehr bestehen im Regelfall aus einem Fahrstreifen je Richtung. Bei Tunneln für den Richtungsverkehr werden die Fahrtrichtungen dagegen baulich voneinander getrennt, z. B. durch den Bau von zwei Tunnelröhren. Während in der Vergangenheit dabei pro Röhre häufig zwei Fahrstreifen ohne Seitenstreifen ausgeführt wurden, werden künftig als Folge sich ändernder Verkehrszusammensetzungen und ständig steigender Verkehrsbelastungen auch drei Fahrstreifen ohne Seitenstreifen, in Ausnahmefällen sogar drei Fahrstreifen mit Seitenstreifen (Standstreifen) erforderlich. Die Gestaltung von Straßentunnelquerschnitten erfolgt in Deutschland nach den "Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT)" unter Berücksichtigung der "Richtlinien für die Anlage von Straßen, Querschnitte (RAS-Q) und Linienführung (RAS-L)". In diesen Richtlinien sind u. a. Anforderungen an den Regelquerschnitt, den einzuhaltenden lichten Raum bzw. Verkehrsraum, an die Quer- und Längsneigungen im Tunnel sowie die Mindestwerte für Kurvenradien, Kuppen - (HK 4.400 m) und Wannenhalbmesser (HW 1.300 m) sowie die Anordnung von Pannenbuchten und Notausgängen enthalten. Nach RAS-L sollen die Längsneigungen im Bereich von Straßentunnelstrecken nach Möglichkeit auf max. 4% begrenzt werden. Besonders bei großen Tunnelstrecken sind Längsneigungen von 2,5 bis 3,5% anzustreben. Die Querneigung von Straßentunneln sollte in den Geraden zur Abführung des Oberflächenwassers einen Mindestwert von 2,5% haben, in Kurven ist dieser Wert der Entwurfsgeschwindigkeit anzupassen. Nach der DB-Richtlinie RiL 853 (DB Netz: Eisenbahntunnel planen, bauen und instand halten) gibt es für Eisenbahntunnel vier unterschiedliche Kategorisierungen entsprechend den Entwurfsgeschwindigkeiten VE: - Höchstgeschwindigkeitsverkehr mit 230 km/h < VE 300 km/h, - Schnellverkehr mit 160 km/h < VE 230 km/h, - Personen- und Güterverkehr mit VE 160 km/h, - S-Bahn-Verkehr mit VE 120 km/h.
Die Längsneigung der Strecken soll bei Hauptbahnen auf ca. 12,5 bis 14,5 und bei S- und Nebenbahnen auf 40 begrenzt bleiben. Als untere Grenze sollte eine Längsneigung von 2 (Tunnellänge 1<1.000 m) bzw. 4 (Tunnellänge 1 1.000 m) nicht unterschritten werden. In Abhängigkeit von den einzelnen Nutzungsvarianten schreibt die RiL 853 unterschiedliche Gleisabstände in den Tunneln und somit verschiedene Querschnittsformen vor, außerdem unterschiedliche Querschnittsgrößen entsprechend ihrer Nutzung (z. B. zweigleisiger Hochgeschwindigkeitstunnel mit Korbbogenquerschnitt von 12,78 m innerer Breite). Die Trassen von Abwasserleitungstunnel sind so zu planen, dass ausschließlich Geraden und Radien in tangentialer Abfolge verwendet werden. Bei Rohrvortrieben ist hierbei zu berücksichtigen, dass unabhängig vom Rohrdurchmesser zwischen Startbaugrube und Kurvenbeginn eine gerade Strecke von mindestens 50 m liegen sollte. Sofern möglich, sollten Kurven am Ende einer Vortriebsstrecke angeordnet werden. Für die Gradientenneigungen von Abwasserleitungen sind die Bemessungstafeln für ablagerungsfreien Betrieb zugrunde zu legen. Für begehbare Abwasserleitungen sollte möglichst eine Gradientenneigung unterhalb von 1,5 vermieden werden. Fußgängertunnel sollten Gradientenneigungen von 1,0 bis max. 6,0% aufweisen. 2.2 Anforderungen aus

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 13.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783433605714
    Verlag: Ernst & Sohn
    Größe: 6780 kBytes
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Licht am Ende des Tunnels

2
Planungsgrundlagen

2.1 Anforderungen aus der Nutzung der Tunnel

Die verkehrlichen Verhältnisse in Straßentunneln sollten grundsätzlich denen der freien Strecke entsprechen. Aus Sicherheitsüberlegungen ist es jedoch geboten, in der Regel die zulässige Höchstgeschwindigkeit (Entwurfsgeschwindigkeit) in Straßentunneln auf 80 km/h zu beschränken.

Zu unterscheiden sind Straßentunnel für den Gegenverkehr und Straßentunnel für den Richtungsverkehr. Tunnel für den Gegenverkehr bestehen im Regelfall aus einem Fahrstreifen je Richtung. Bei Tunneln für den Richtungsverkehr werden die Fahrtrichtungen dagegen baulich voneinander getrennt, z. B. durch den Bau von zwei Tunnelröhren. Während in der Vergangenheit dabei pro Röhre häufig zwei Fahrstreifen ohne Seitenstreifen ausgeführt wurden, werden künftig als Folge sich ändernder Verkehrszusammensetzungen und ständig steigender Verkehrsbelastungen auch drei Fahrstreifen ohne Seitenstreifen, in Ausnahmefällen sogar drei Fahrstreifen mit Seitenstreifen (Standstreifen) erforderlich.

Die Gestaltung von Straßentunnelquerschnitten erfolgt in Deutschland nach den "Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT)" unter Berücksichtigung der "Richtlinien für die Anlage von Straßen, Querschnitte (RAS-Q) und Linienführung (RAS-L)". In diesen Richtlinien sind u. a. Anforderungen an den Regelquerschnitt, den einzuhaltenden lichten Raum bzw. Verkehrsraum, an die Quer- und Längsneigungen im Tunnel sowie die Mindestwerte für Kurvenradien, Kuppen - (HK 4.400 m) und Wannenhalbmesser (HW 1.300 m) sowie die Anordnung von Pannenbuchten und Notausgängen enthalten.

Nach RAS-L sollen die Längsneigungen im Bereich von Straßentunnelstrecken nach Möglichkeit auf max. 4% begrenzt werden. Besonders bei großen Tunnelstrecken sind Längsneigungen von 2,5 bis 3,5% anzustreben.

Die Querneigung von Straßentunneln sollte in den Geraden zur Abführung des Oberflächenwassers einen Mindestwert von 2,5% haben, in Kurven ist dieser Wert der Entwurfsgeschwindigkeit anzupassen.

Nach der DB-Richtlinie RiL 853 (DB Netz: Eisenbahntunnel planen, bauen und instand halten) gibt es für Eisenbahntunnel vier unterschiedliche Kategorisierungen entsprechend den Entwurfsgeschwindigkeiten VE:

- Höchstgeschwindigkeitsverkehr mit 230 km/h < VE 300 km/h,
- Schnellverkehr mit 160 km/h < VE 230 km/h,
- Personen- und Güterverkehr mit VE 160 km/h,
- S-Bahn-Verkehr mit VE 120 km/h.
Die Längsneigung der Strecken soll bei Hauptbahnen auf ca. 12,5 bis 14,5 und bei S- und Nebenbahnen auf 40 begrenzt bleiben. Als untere Grenze sollte eine Längsneigung von 2 (Tunnellänge 1<1.000 m) bzw. 4 (Tunnellänge 1 1.000 m) nicht unterschritten werden.

In Abhängigkeit von den einzelnen Nutzungsvarianten schreibt die RiL 853 unterschiedliche Gleisabstände in den Tunneln und somit verschiedene Querschnittsformen vor, außerdem unterschiedliche Querschnittsgrößen entsprechend ihrer Nutzung (z. B. zweigleisiger Hochgeschwindigkeitstunnel mit Korbbogenquerschnitt von 12,78 m innerer Breite).

Die Trassen von Abwasserleitungstunnel sind so zu planen, dass ausschließlich Geraden und Radien in tangentialer Abfolge verwendet werden. Bei Rohrvortrieben ist hierbei zu berücksichtigen, dass unabhängig vom Rohrdurchmesser zwischen Startbaugrube und Kurvenbeginn eine gerade Strecke von mindestens 50 m liegen sollte. Sofern möglich, sollten Kurven am Ende einer Vortriebsstrecke angeordnet werden.

Für die Gradientenneigungen von Abwasserleitungen sind die Bemessungstafeln für ablagerungsfreien Betrieb zugrunde zu legen. Für begehbare Abwasserleitungen sollte möglichst eine Gradientenneigung unterhalb von 1,5 vermieden werden.

Fußgängertunnel sollten Gradientenneigungen von 1,0 bis max. 6,0% aufweisen.
2.2 Anforderungen aus

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