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Die Geldernsche Kreisbahn Die Verkehrsgeschichte der schmalspurigen Kleinbahn Kempen - Straelen - Kevelaer. von Riedel, Lothar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Die Geldernsche Kreisbahn

Eine der vielen um die Jahrhundertwende gebauten normal- und schmalspurigen Kleinbahnen war die Geldernsche Kreisbahn, die in ihrem über 30jährigen Bestehen sicherlich zum wirtschaftlichen Aufschwung am linken Niederrhein mit beigetragen hat. Nach jahrelangen und mühevollen Planungen stimmten im Jahre 1898 die Mitglieder des Kreistages zu Geldern mit einer Mehrheit von drei Stimmen dem Eisenbahnprojekt zu. Aber es dauerte noch vier Jahre, bis der erste Zug auf der Gesamtstrecke Kempen - Straelen - Kevelaer verkehren konnte. In allen Jahren ihres Bestehens hat sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die an sie gestellten Aufgaben bewältigt. Schließlich wurde ihr Betrieb in den dreißiger Jahren wegen der stärker werdenden Motorisierung eingestellt. Omnibusse und Lastkraftwagen bestimmten nun immer mehr den Personen- und Güterverkehr. Die Spuren der Kleinbahn im Landschaftsbild sind verschwunden, aber den älteren Bürgern am linken Niederrhein dürfte "der feurige Elias" hingegen noch gut in Erinnerung sein.

Lothar Riedel ( 1929 / 2003?) aus Mülheim an der Ruhr beschäftigte sich in seiner Freizeit mit der Geschichte ehemaliger Schmalspurbahnen in Deutschland und hat in seinen bisherigen Veröffentlichungen die historischen Entwicklungen diverser Schmalspurbahnen in Wort und Bild dargestellt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 30.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741257810
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 15316kBytes
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Die Geldernsche Kreisbahn

Die Entwicklung des Eisenbahnwesens am linken Niederrhein

Bevor im einzelnen die Verkehrsgeschichte der Geldernschen Kreisbahn dargestellt wird, soll in einer kurzen Zusammenfassung die Entstehung des Eisenbahnwesens am linken Niederrhein geschildert werden.

Schon einige Jahre vor der Eröffnung des Eisenbahnverkehrs am 7. Dezember 1835 auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth, befassten sich um das Jahr 1832 Kaufleute und Industrielle am linken Niederrhein mit Plänen zum Bau einer Eisenbahn. Mit Blick auf die bereits seit 1825 sowohl in England als auch auf dem Kontinent errichteten Eisenbahnverbindungen erkannte man schnell die Vorzüge des Plans, die damals so bedeutenden Handelsplätze Antwerpen und Köln mit Hilfe der Eisenbahn zu verbinden. Hier sei erinnert, dass Belgien im Jahre 1830 nach seiner Trennung von den Niederlanden ein selbständiger Staat geworden war und die belgische Regierung schon frühzeitig die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Ostende über Antwerpen bis zur Landesgrenze bei Aachen erteilte. Für die Schaffung einer derartigen Eisenbahnverbindung war ausschlaggebend, dass Antwerpen als Hafenstadt an der Schelde der Absatz seiner Waren über den Rhein als Transportweg nach Deutschland durch Sanktionen der Niederländer versperrt blieb.

Im damaligen Deutschen Bund stand man im allgemeinen dem Bau und Betrieb von Eisenbahnen nicht sehr aufgeschlossen gegenüber. Vielfach bildeten sich sogenannte Eisenbahn-komitees oder Interessentengruppen, die dann von ihren Regierungen Genehmigungen zum Bau und Betrieb von Eisenbahnen erteilt bekamen.

Der preußische Staat zeigte hingegen am Eisenbahnprojekt Antwerpen Landesgrenze (Aachen) - Köln kein allzu großes Interesse und lehnte eine staatliche Beteiligung ab. Auf Drängen der Kaufmannschaft am Niederrhein erteilte man jedoch im Dezember 1833 dem gegründeten Aktienverein in Köln eine vorläufige Konzession zum Bau einer Eisenbahn von Köln über Düren nach Aachen bis zur Landesgrenze bei Herbesthal.

Nachdem die ersten Planungsarbeiten abgeschlossen waren, erfolgten im Jahre 1837 die Gründung der privaten Rheinischen Eisenbahngesellschaft in Köln und die endgültige Konzessionserteilung.

Es dauerte noch einige Jahre, bis am linken Niederrhein die erste Eisenbahn fuhr, weil Streitigkeiten zwischen den Eisenbahninteressengruppen und den betroffenen Gemeinden und Städte über den endgültigen Streckenverlauf im Raum Aachen / Düren und die Erhöhung des Anlagenkapitals den Baubeginn verzögerten.

Am 2. August 1839 war es soweit. Der 6,7 km lange Streckenabschnitt von Köln nach Müngersdorf konnte in Betrieb genommen werden. Die Gesamtstrecke von Köln nach Aachen und zur Landesgrenze mit Anschluss an die belgische Staatsbahn folgte am 15. Oktober 1843. Als die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden waren, schritt der Ausbau des Eisenbahnnetzes am Niederrhein zügig voran. Zwischenzeitlich hatte der preußische Staat durch Gesetz vom 3. November 1838 den Bau und Betrieb von Eisenbahnen näher geregelt und vorrangig Privatunternehmern die Möglichkeiten des Eisenbahnbaues u.a. private Eisenbahngesellschaften, und zwar die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft (1843), die Aachen-Düsseldorfer-Ruhrorter Eisenbahn-gesellschaft (1846) und die Ruhrort-Krefelder-Kreis Gladbacher Eisenbahngesellschaft (1847). Die beiden letztgenannten Eisenbahngesellschaften schlossen sich bereits im Jahre 1849 zu der Aachen-Düsseldorfer-Ruhrorter Eisenbahngesellschaft zusammen.

Die Strecke Gladbach - Viersen - Krefeld - Homberg (42 km) wurde am 15. Oktober 1851 eröffnet. Mit der Inbetriebnahme einer Dampffähre zwischen Homberg und Ruhrort über den Rhein konnte die Fortsetzung der Strecke von Ruhrort nach Oberhausen mit Anschluss an die Köln-Mindener Eisenbahn im November 1852 geschaffen werden. Somit war die erste Verbindung für Eisenbahnwagen zwischen dem linksrheinischen und dem rechtsrheinischen Eisenbahnnetz hergestellt.

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