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Die lange Reise Tagebuch einer Astronautin von Cristoforetti, Samantha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Die lange Reise

Beeindruckend und inspirierend: Die faszinierende Reise der sympathischen Astronautin
'Ich bin für eine Weile nicht auf dem Planeten. Zurück im Mai'. Das war die Abwesenheitsnotiz von Samantha Cristoforetti, als sie 200 Tage auf der ISS verbrachte. Bis die Ingenieurin und Pilotin endlich in das Raumschiff stieg, war es ein weiter Weg, den sie mit Wissbegier, Beharrlichkeit und einer Portion Glück absolvierte - als eine von nur wenigen Frauen. Persönlich und humorvoll schildert sie ihre Erfahrungen, von den harten Astronautenlehrjahren über die Zeit im All bis hin zur Rückkehr auf die Erde. Welche Gedanken begleiten die letzten Stunden vor dem Abflug? Womit entspannt man sich nach einem langen Arbeitstag auf der Raumstation? Wie fängt man einen Raumtransporter ein? Mit einem wunderbaren Blick für die Herausforderungen und Merkwürdigkeiten des Astronautenberufs nimmt sie uns mit auf eine unvergleichliche Reise.

Samantha Cristoforetti, geboren 1977 in Mailand, ist eine italienische Astronautin und Kampfpilotin. Sie studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der TU München. Beim Auswahlverfahren der ESA setzte sie sich gegen mehr als 8400 Bewerber durch und wurde 2009 als einzige Frau unter sechs neuen Astronauten, darunter auch Alexander Gerst, ins Europäische Astronautenkorps berufen. Von November 2014 bis Juni 2015 war sie mit zwei Amerikanern und drei Russen auf der Internationalen Raumstation (ISS). Sie spricht Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch und arbeitet im Astronautenzentrum der ESA in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 02.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641246655
    Verlag: Penguin Verlag
    Originaltitel: Diario di un'apprendista astronauta
    Größe: 28296 kBytes
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Die lange Reise

2

Ich frage mich, ob die Sterne leuchten, damit jeder eines Tages den seinen wiederfinden kann.

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

Militärflugplatz Istrana, nahe Treviso, 18. Mai 2009

Es war der wichtigste Anruf meines Lebens, und ich habe ihn verpasst, weil ich mir ein paar Minuten mehr unter der Dusche gegönnt habe. Heute Abend hatte ich keine Nachricht von der ESA - der Europäischen Weltraumorganisation - mehr erwartet. Aber eigentlich kann es niemand anderes gewesen sein: eine unbekannte französische Nummer, keine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. In meinem spartanischen Zimmer setze ich mich auf mein knarrendes Bett mit der Tagesdecke im Blau der italienischen Luftwaffe und atme ein paar Mal tief durch, um mich zu beruhigen. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Was tun? Auf einen erneuten Anruf warten? Versuchen zurückzurufen? Seit Wochen warte ich auf dieses Telefonat, während die wachsende Anspannung mich jeden Tag mehr zermürbt. In Italien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Finnland warten neun weitere junge Menschen mit derselben Unruhe wie ich. Wir sind die letzten zehn Kandidaten, die nach einem über einjährigen Auswahlverfahren für Astronauten noch übrig geblieben sind. Eigentlich hatten wir, damals noch zweiundzwanzig, die Entscheidung schon vor ein paar Monaten erwartet, nach einem Auswahlgespräch mit ESA-Führungskräften. Doch dann kam vorigen Monat die letzte Überraschung: ein Anruf aus Frankreich, der nicht die lang ersehnte Entscheidung brachte, ein Ja oder Nein, das die kaum zu ertragende Ungewissheit beendete, sondern die Einladung zu einer weiteren Prüfung, einem letzten Gespräch mit dem Generaldirektor. Zehn Kandidaten nahmen daran teil, gerade noch zehn. Tausende waren in den vorherigen Auswahlrunden schon ausgeschieden, doch wie niederschmetternd wäre es, gerade jetzt eine Absage zu erhalten, wo der Traum sich zu materialisieren beginnt und nicht mehr nur ein Windstoß aus Wille und Vorstellung zu sein scheint.

Seit einigen Tagen kann ich die Anspannung kaum noch ertragen. Übermorgen sollen die ausgewählten Kandidaten auf einer Pressekonferenz in Paris vorgestellt werden. Wer hätte je gedacht, dass wir zwei Tage vorher, abends um neun, noch immer nicht wissen, wer es geschafft hat? Glücklicherweise ist unsere Generation gut vernetzt. Direkt oder indirekt stehen wir alle in Kontakt miteinander, und wir beruhigen uns gegenseitig damit, dass bisher niemand etwas weiß.

Noch immer sitze ich unentschlossen auf dem Bett, als mich eine neue E-Mail aufspringen lässt. Betreff: »ESA Astronaut Selection«. Hektisch klicke ich auf die Nachricht, eigentlich erwarte ich eine Telefonnummer, unter der ich zurückrufen soll, mit der gewünschten Uhrzeit. Doch ein einfacher, trockener Satz lässt auf einmal alle Anspannung von mir abfallen. Jede Faser meines Körpers, jeder Nerv meines Geistes entspannt sich. Ich juble nicht, ich lache nicht, ich weine nicht. Eine ruhige, gleichmäßige Freude durchströmt mich, stumm genieße ich das Gefühl einer tiefen Erleichterung. Es gibt kein Gestern und kein Morgen, nur die strahlende Gegenwart. Einen Moment lang steht das ganze Universum still und blickt mich wohlwollend lächelnd an.

Ich antworte auf die E-Mail und bestätige dann per Telefon: Natürlich werde ich liebend gern übermorgen in Paris sein! Natürlich verstehe ich auch, dass ich bis zur Pressekonferenz Stillschweigen wahren muss. Das hatte ich erwartet und mich schon vor ein paar Tagen bei meinen Freundinnen und Freunden dafür entschuldigt, dass sie wahrscheinlich erst aus den Medien von der Entscheidung erfahren würden. Ich rufe lediglich meine Eltern an. Sie wissen, wie sehr mich mein Traum, Astronautin zu werden, seit meiner Kindheit begleitet, und haben in vielerlei Hinsicht dazu beigetragen, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Aus ihren Stimmen höre ich die gleiche Er

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