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Philosophie für Ingenieure von Kornwachs, Klaus (eBook)

  • Verlag: Carl Hanser Fachbuchverlag
eBook (ePUB)
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Philosophie für Ingenieure

Warum versteht kein Mensch Bedienungsanleitungen? Was macht es zu einer solchen Qual, Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn ein Ticket zu entlocken? Wieso kann man viel mehr ausprobieren als wissen? Warum muss man bei Simulationen auf der Hut sein? Vereinfachen, aber wie? Das sind nur einige der Fragen, die der Technikphilosoph Klaus Kornwachs in seinem Buch beantwortet. Er kennt die Welt der ca. 700.000 Ingenieure in Deutschland wie seine Westentasche und weiß um die alltäglichen Probleme hinter den technologischen Innovationen, die unser Land auf Wachstumskurs halten. In 'Philosophie für Ingenieure' schreibt Kornwachs über Erfindungen, technische Prozesse und Konstruktionsfehler - und darüber, welche Philosophie sich hinter der Technik verbirgt und wie aristotelische Logik bei der Konstruktion von Turbinen behilflich ist. Von Platon bis Richard Sennett - Kornwachs hat geistesgeschichtliche Lösungsstrategien für handfeste praktische Probleme parat. Unterhaltsame Pflichtlektüre für jeden Ingenieur. In der dritten Auflage hat der Autor viele philosophische Betrachtungen zu aktuellen Themen ergänzt, z.B. über autonome Technik, Industrie 4.0 und die Rolle der Arbeit sowie über Big Data und den Dieselskandal. Außerdem laden viele neue kleine Übungen zum Nachdenken und Verweilen ein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446457874
    Verlag: Carl Hanser Fachbuchverlag
    Größe: 4244 kBytes
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Philosophie für Ingenieure

Einleitung
Als ich Physik in den 60er und 70er Jahren studierte und wir Differenzialgleichungen brauchten, um etwas auszurechnen, wollten wir Studenten nicht über die Existenzbedingungen bestimmter Lösungsmannigfaltigkeiten nachdenken und über Beweise - wir wollten die Mathematik einfach nur anwenden. Also nahm ich kein Lehrbuch der Mathematik, sondern Titel wie "DGL für Ingenieure" oder "Matrizenrechnung für Ingenieure". Da wurde nicht groß bewiesen, sondern gezeigt, dass es geht und wie man es rechnet.

Ob das in der Philosophie auch geht? Der Titel könnte so gesehen schon fast als Frechheit aufgefasst werden. Aber so ist er nicht gemeint. Philosophische Bücher für den akademischen Betrieb enthalten meist lange Erörterungen über einen Begriff oder ein Problem: Zuerst, was Platon schon dazu sagte, und dann das Mittelalter, und dann Leibniz, dann wie Hegel Kant verstanden hat, und dann schließt das Ganze mit ein paar vagen Andeutungen, dass auch heutige Probleme sich mit einem intensiveren Blick auf die Texte von Platon, Kant und Hegel besser verstehen und womöglich lösen ließen. Und dann? Dann ist das Buch zu Ende, der Leser hat zwar viel über Philosophiegeschichte gelernt, aber nicht, wie er sein Problem löst. Er weiß nur, er sollte noch mehr nachdenken und noch mehr lesen. Das Problem ist aber immer noch da ...

Wie weit darf man vereinfachen, wenn man seinen Freunden etwas erklären will? Das ist psychologisch wiederum einfach zu beantworten: Je freundschaftlicher und vertrauter man ist, umso mehr darf man Nebensächlichkeiten, Beweise, ausführliches Material etc. weglassen - der andere vertraut einem ja. Man darf sich auch von seinem eigenen Fachvokabular entfernen und plastische Beispiele verwenden. Fußnoten sind in der Geisteswissenschaft vertrauensbildende Maßnahmen, unter Freunden könnte man sie weglassen ...

Es geht uns allen so - je unsicherer wir in einem Gebiet sind- und das sind wir in fast allen Gebieten außer unserem eigenen Fachgebiet - desto eher müssen wir auf die Meinung anderer, insbesondere auf die von Experten, vertrauen. Doch wer ist Experte? Auch hier hilft es nur, sich auf gewisse Anzeichen zu verlassen, die uns zeigen, wer Experte sein könnte. Denn auch Experten irren ...

Dieses Vertrauen vorausgesetzt, möchte ich meinen Kollegen aus dem Ingenieurwesen und den Technikwissenschaften etwas mit Philosophie vertrauter machen. Ich will zeigen, dass sie alles andere als unnütz ist, und ich werde um etwas Geduld bitten, weil man für das Fragestellen und das Nachdenken Zeit braucht - die Zeit, die man nicht sofort in der Projektarbeit einsetzen kann, Zeit, die man nicht und Gedanken, die man nicht sofort verwenden kann. Trotzdem - und auch das will ich zeigen - gibt es eine nachhaltige Wirkung auf das eigene Leben, auf die Weise des Handelns und vielleicht auf den Stil, wie man Probleme löst. Ich will zeigen, dass Prof. Tom Morris Recht hat, wenn er sagt:

"Menschen ... ohne Philosophie mögen spektakulär viel Geld verdienen - aber nur vorübergehend. Sie werden dafür am Ende bestraft. Immer. "? 1

Aber was meint Tom Morris mit Philosophie? Das Wort hat ja auch eine ganz andere Bedeutung gewonnen - eben nicht nur die akademische Philosophie mit den Texten und Gedanken berühmter Philosophen. Jeden halbwegs systematischen, nach prinzipiellen Überlegungen gemahnenden Gedanken, nach dem sich jemand im Geschäft oder im Privaten richten könnte, nennt man heute gerne "Philosophie" - eben meine Philosophie, deine Philosophie, Unternehmens-Philosophie, etc. 2

Wozu brauche ich als Ingenieur Philosophie? Ist das nicht die Wissenschaft, die mit eigens dazu erfundenen Worten bewussten Unfug treibt? Die die Nadel im Heuhaufen im Dunkeln sucht, obwohl gar keine Nadel und gar kein Heuhaufen da sind?

Philosophie kommt aus dem Griechischen und heißt Liebe zur Weisheit. Aber was ist Weish

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