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Einsatz der Bioenergie in Abhängigkeit von der Raum- und Siedlungsstruktur von Jenssen, Till (eBook)

  • Erschienen: 03.04.2010
  • Verlag: Vieweg+Teubner (GWV)
eBook (PDF)
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Einsatz der Bioenergie in Abhängigkeit von der Raum- und Siedlungsstruktur

Till Jenssen setzt sich intensiv mit der räumlichen Dimension der Bioenergie auseinander und zeichnet ein umfassendes Bild dieses klassischen Energieträgers. Ausgehend von einer theoriegeleiteten Reflektion der Infrastrukturversorgung spannt er einen Bogen von Angebot und Verteilung energetisch nutzbarer Biomasse, über ökonomische und ökologische Bilanzen typischer Technologien und Siedlungsformen bis hin zur Akzeptanz der Nutzer.

Till Jenssen ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energiewirtschaft
und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart. Er leitet dort die Fachgruppe Siedlung und Energie.

Produktinformationen

    Größe: 6496kBytes
    Reihe (Teil): Wissenschaft
    Herausgeber: Vieweg+Teubner (GWV)
    Untertitel: Wärmetechnologien zwischen technischer Machbarkeit, ökonomischer Tragfähigkeit, ökologischer Wirksamkeit und sozialer Akzeptanz
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 372
    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783834893857
    Erschienen: 03.04.2010
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Einsatz der Bioenergie in Abhängigkeit von der Raum- und Siedlungsstruktur

1 Bioenergie als interdisziplinäre Forschungsaufgabe (S. 3)

"Ebenso wie Eiscreme gibt es Interdisziplinarität in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Einige davon sind nur schwer zu verdauen, insbesondere wenn sie eine große Kluft zwischen Denkschemata, Sprachen und Begrifflichkeiten zu überwinden haben. Andere erscheinen uns so natürlich und bekömmlich wie das tägliche Leben."

Christoph-Friedrich von Braun

In Deutschland hat in den letzten Jahren unter hohen staatlichen Anstrengungen und kontroversen gesellschaftlichen Diskussionen ein deutlicher Anstieg der Nutzung erneuerbarer Energien stattgefunden: Ihr Anteil am Endenergieverbrauch hat sich seit 1998 mehr als verdreifacht (vgl. BMU 2008a: 11).

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Bioenergie zu, die gemessen an mit einem Anteil von über zwei Dritteln des Endenergieverbrauchs die wichtigste Rolle unter den erneuerbaren Energieträgern einnimmt, über ausgereifte Technologien verfügt sowie zur Wärme-, Strom- und Kraftstofferzeugung genutzt werden kann.

Ihr Einsatz wird deshalb zunehmend als wichtige Möglichkeit gesehen, die konventionellen fossilbasierten Energieversorgungssysteme in Richtung einer zukunftsfähigen Energieversorgung weiterzuentwickeln. Um stetige Wachstumstrends zu sichern, hat die Politik auf verschiedenen Ebenen quantitative Zielvorgaben festgelegt: Die Kommission der Europäischen Union beispielsweise beabsichtigt, den Anteil regenerativer Energien am Endenergieverbrauch bis 2020 auf 20 % zu erhöhen (vgl. EU-Kommission 2007: 11, EU-Kommission 2005: 5, EU-Kommission 2004: 5).

Auch die Bundesregierung hat sich im gleichen Zeitraum mit Anteilen von 14 % (an der Wärmeerzeugung) sowie 25 % bis 30 % (an der Stromproduktion) ambitionierte Ziele gesetzt (vgl. Bundesregierung 2007a). Während die Zielvorgaben auf übergeordneten Ebenen vorgenommen werden, geschieht die Implementierung erneuerbarer Energien auf lokaler Ebene, bei der Wärmeversorgung in aller Regel sogar in oder in un-mittelbarer Nähe von Siedlungen.

Dabei sind die Wandlungstechnologien erneuerbarer Energien von einer Vielzahl spezifischer (technischer wie nichttechnischer) Anforderungen geprägt, die zur erfolgreichen Realisierung beachtet werden sollten und mit den vorherrschenden Bedingungen in der jeweiligen Raum- und Siedlungsstruktur in Einklang zu bringen sind.

Der Themenkomplex der Versorgung (von Städten) mit erneuerbaren Energien und der Bezug zu Raum- und Siedlungsstrukturen wird in den vielen Ansätze einseitig dargestellt: Theoretisch orientierte Studien, die erörtern, was eine "sustainable city" ausmacht, bleiben auf einem hohen Abstraktionsniveau und wollen den vielen Dimensionen des Nachhaltigkeitsgedankens gerecht werden (zum Beispiel Freier/Kunsmann 2006, Niele 2006, IWU 2003, Roberts 2003, Wächter 2003, Brunner 2000, Guy/Marvin. 2000, Ravetz 2000, Haughton 1997, Arlt 1997, Wackernagel/Mathis 1997).

Andere Vorhaben wiederum setzen sich in erster Linie mit der konkreten Umsetzung von Modellprojekten auseinander, wobei Fragen der Übertragbarkeit und die theoretische Ausarbeitung zu kurz greifen (wie Weisleder 2008, Brunner et al. 2006, EU-Kommission 2006a, IZNE 2006, Solarcomplex 2005, Hemmers 2006, Arbeitsgemeinschaft Neue Energie 2004).

Schließlich blenden die meisten energiewissenschaftlichen Arbeiten die räumliche Dimension durch Punktmodellierungen weitestgehend aus oder beschränken sich (zum Beispiel bei Potenzialerhebungen und Wärmeatlanten) auf eine rein technische Sichtweise (etwa IER 2008a, IER 2007, Leible et al. 2008, Kaltschmitt 2007, Hepperle/Teuffel 2007, Ifeu 2005, Blesl 2002, IER 2002, WI 2002).

Siedlungen werden bei der letztgenannten Herangehensweise überwiegend als technische Konstrukte und nicht - beziehungsweise nur in einem sehr geringen Maß - als soziale Gebilde aufgefasst. Dabei nimmt die soziale Dimension bei erneuerbaren Energien unter a

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